Die Bestimmung – Letzte Entscheidung (Veronica Roth)

Die Bestimmung – Letzte Entscheidung (Veronica Roth)

Klappentext:

Eine neue Welt – und ein Geheimnis, das größer ist als alles, was Tris und Four sich je vorstellen konnten …

Tris und Four machen sich auf, die Welt hinter dem Zaun zu erkunden. So wie Edith Prior es in ihrer Videobotschaft gewünscht hat.
Doch es gibt andere, die sich gegen sie stellen. Und auch ihre Liebe wird auf eine harte Probe gestellt, als sie das Geheimnis ihrer Existenz aufdecken …


Rezension:

Ich hole tief Luft. Ich bin mir nicht sicher, woher diese Verzweiflung kommt, aber ich kann sie nicht mehr ignorieren, sie ist wie ein Lebewesen, das in mir wohnt und jetzt aus einem langen Schlaf erwacht, sie windet sich in meinen Eingeweiden und in meiner Kehle. Ich muss weg. Ich muss die Wahrheit herausfinden.
(Seite 62)

Für Tris und Four, der fortan wieder bei seinem echten Namen Tobias genannt wird, öffnet sich ein neues Kapitel ihres Lebens. Sie verlassen die Stadt, um die Welt hinter dem Zaun kennen zu lernen und ihre eigene Herkunft endlich zu entschlüsseln. Mit einer kleinen Gruppe von ausgewählten Unbestimmten treten sie die Reise an, die das Leben jedes einzelnen bis in die Grundfesten erschüttern und verändern wird. Denn nicht ohne Grund wurde das Geheimnis um das System der Bestimmung seit mehreren Generationen gehütet und nicht jedem wird das, was sie herausfinden werden, gefallen. Neben den Problemen und Ängsten, die alle betreffen und mit denen jeder zu kämpfen hat, müssen sich Tris und Tobias zusätzlich auch noch mit ihrer Beziehung auseinander setzen. Dass sie beide zusammen gehören, stellt dabei niemand in Frage, doch das grundsätzliche, jetzt mehr denn je notwendige Vertrauen der beiden ist brüchiger als jemals zuvor. Auf die beiden Ferox rollen weitere, zusätzliche Probleme zu, derer sie kaum Herr werden können, und schließlich müssen sie sich endgültig entscheiden, wie es weitergehen soll und wie sie mit all dem alten Wissen und den neuen Erkenntnissen umgehen wollen.

Der letzte Band von Die Bestimmung, der passenderweise den Titel Letzte Entscheidung trägt, ist mit Sicherheit eine der wichtigsten und meisterwarteten Neuerscheinungen im Jahr 2014. Pünktlich zum Kinostart der Verfilmung vom ersten Teil kommt nun endlich der Abschluss der Trilogie in die Buchläden und alle sind gespannt, wie Veronica Roth ihre erfolgreiche Geschichte wohl zu Ende bringen wird. Endlich wird der Leser erfahren, was hinter all den Bestimmungsritualen steckt, welchen Zweck die Aufsehen erregende Videobotschaft von Edith Prior tatsächlich hatte und welche Abenteuer Tris und Four auf der anderen Seite des Zauns noch zu bestehen haben werden. Mit 514 Seiten ist der dritte Band ganz knapp der umfangreichste und das ist auch notwendig, denn es gilt eine Menge Informationen in diesen Seiten unterzubringen. Dadurch entstehen leider einige Längen, die das Lesevergnügen ein bisschen schmälern, weil man sich durch viel technische Details kämpfen muss, doch diese Szenen halten sich in Grenzen, sodass man als Leser sehr schnell für sein Durchhaltevermögen belohnt wird. Die Autorin versteht es, ihren Charakteren und damit auch dem Leser auf den letzten Metern noch einmal alles abzuverlangen, sodass man, sobald man erst wieder in der Geschichte drin ist, unbedingt immer weiterlesen muss und sich so unweigerlich auf das in jedem Fall feuerwerkähnliche Ende zubewegt.

Dass dieses Ende sehr wahrscheinlich nicht jedem Leser gefallen wird, muss Veronica Roth völlig wissentlich einkalkuliert haben, denn es ist auf jede erdenkliche Weise überraschend. Doch sobald man sich ein wenig vom möglichen Schock erholt und auch die letzten, noch ein wenig weiter in der Zukunft spielenden Seiten gelesen hat, kann man sich mit gemischten Gefühlen zurücklehnen und sich alles noch einmal in aller Ruhe durch den Kopf gehen lassen. Dabei stellt man sich automatisch selbst die Frage, wie das Wunschende eigentlich hätte aussehen können oder müssen, und kommt schließlich zu dem Schluss, dass das Ende vielleicht ein nicht besonders schönes, aber doch das einzig passende ist. Vor allem im Hinblick auf die Charaktere, die man während der gesamten Geschichte lieb gewonnen hat, kann man gar nicht anders, als sich schließlich doch geschlagen zu geben und das Ende als einzig richtiges hinzunehmen. Und nur weil diese Trilogie nun zu Ende ist, heißt das ja auch nicht, dass es nicht weiteren Lesestoff geben wird – schon im November wird (dieses Mal hoffentlich wirklich) das Sequel Fours Geschichte erscheinen, sodass man dann noch einmal in das Universum von Die Bestimmung eintauchen kann. Außerdem, wer sagt denn, dass die Trilogie nun für immer unangetastet im Regal stehen bleiben muss? In jedem Fall hofft man auf viele weitere Bücher von Veronica Roth, denn ein solches Talent kann unmöglich nicht weiterhin schreiben.


Fazit:

Sehnsüchtig wurde der dritte Band von Die Bestimmung erwartet und jedem war klar, dass Veronica Roth sich für das Ende ihrer Trilogie noch einmal richtig ins Zeug gelegt haben muss, um einen würdigen Abschluss zu liefern. Dass die Letzte Entscheidung allerdings die komplette Fangemeinschaft in zwei Lager spalten würde, damit hat wohl niemand gerechnet. Trotz einiger Längen rasant, mit einigen wirklichen Überraschungen der schönen und unschönen Art und einem fulminanten Showdown, der alles noch einmal in Frage stellt, kann man allerdings ganz getrost sagen, dass diese Jugend-Dystopie wahrscheinlich eine der besten ist, die man jemals zu lesen bekommen wird. Eine unbedingte Empfehlung nicht nur für jugendliche, sondern auch erwachsene Leser!




|



2 Kommentare
  1. Tilly sagt:

    Hallo und einen schönen guten Morgen!
    *Kaffee verteilt*

    Ich habe mich auch der großen Masse gebeugt und die komplette Trilogie … verschlungen! Ich konnte gar nicht mehr aufhören. Deine Rezension ist klasse und besonders gefällt mir deine Meinung zu dem Ende. Ich hab zwischendurch aufhören müssen, weil ich vor lauter Tränen nichts mehr gesehen habe und musste dann lange über das Ende nachdenken. Bin dann aber zu dem gleichen Schluss gekommen wie du: Es ist das einzige Ende, was wirklich passend ist!
    Ich stimme dir in allem überein, das ist mit eine der besten Jugend-Dystopien die es gibt!!
    Klasse Fazit!

    LG
    Tilly

  2. Johanna sagt:

    Ich bin da ganz anderer Meinung ich bin 12 und bin wegen dem Film auf das Buch gestoßen ich habe es geblinkt könnte aber beim Ende nur noch heulen ich weiß es soll nicht immer ein happy end sein aber dieses Buch ist zu schön gewesen es mit so einen traurigen Ende enden zu lassen :(

Leave a Reply