Buchmesse Leipzig: Erste Eindrücke und Aussichten (Tag 2)

lbm_treppeEs ist fünf Uhr morgens und ich sitze seit etwas mehr als einer Stunde auf dem Flur vor meinem Hotelzimmer, um Nazurka nicht beim Schlafen zu stören. Die Hotellobby ist leider nicht mehr offen (ist halt nur ein kleines Hotel auf dem Land), sodass ich mit dieser Notlösung vorlieb nehmen muss. Macht aber nichts, denn das W-LAN funktioniert hier auch prima und ich nutze die schlaflose Zeit einfach mal, um ein paar Sachen aus meinem Kopf zu schreiben. Der ist nämlich voll von Eindrücken meiner ersten Leipziger Buchmesse (und noch ein paar anderen Dingen, aber die sind jetzt erstmal zweitrangig) und lässt mich nicht richtig zur Ruhe kommen. Bevor ich mich also weiter schlaflos umherwälze, schreibe ich jetzt einfach den Messebericht für den zweiten Tag meiner Leipzig-Reise.

Das erste, was bei der Fahrt aufs Messegelände auffiel, war die tolle Organisation. Nichts ist mit großem Parkhaus und dann Busshuttle, nein, wir können direkt auf dem Messegelände parken und haben als Presseakredditierte sogar einen gesonderten Eingang. Da fühlt man sich schon ein bisschen wichtig, aber auch wirklich willkommen. Überhaupt hat die Leipziger Buchmesse einen sehr viel persönlicheren Touch. Abgesehen von den vielen Schulklassen, die hier unterwegs waren, sind uns auch viele Familien über den Weg gelaufen. Man wurde auch nicht überrannt oder blieb in verstopften Gängen stecken, sondern konnte sich frei bewegen. Alles ist hier etwas kleiner, aber genau dadurch auch etwas angenehmer – selbst die Verlagsmitarbeiter strahlen hier eine andere Zufriedenheit aus als in Frankfurt. Ist halt hier auch keine große Messe, bei der es um Rechte und Lizenzen und so geht, da kann man schon mal etwas entspannter sein.

Unser Tagesprogramm war relativ locker gestrickt, sodass wir ganz entspannt in den Tag starten konnten und völlig ungestresst zur Messe fuhren. Über den Tag verteilt hatten wir nur vier feste Termine mit den Verlagen und konnten so die Zwischenslots super nutzen, um ohne Zeitdruck bei dem einen oder anderen Verlag spontan vorbei zu schauen oder einfach in der großen Glashalle zu sitzen, eine Kleinigkeit zu essen und alles um uns herum wirken zu lassen. Solche Auszeitmomente sind in Frankfurt wenn überhaupt nur möglich, wenn man dazu die großen Hallen verlässt und es sich draußen auch dem Zwischenplatz gemütlich macht. Was im Oktober einfach mal wettertechnisch nicht immer angenehm ist.
Natürlich hat man auch schon das eine oder andere bekannte Gesicht aus dem AutorInnen-Kreis auf der Messe gesehen, unter anderem sind uns Sebastian Fitzek, Isabel Abedi und Ursula Poznanski über den Weg gelaufen. Außerdem war auch Schauspieler Christian Berkel auf der Messe unterwegs (der mir völlig unbekannt ist, aber man unterhält sich ja auch mit den Menschen, die um einen herum sitzen, wenn da plötzlich eine Menschentraube stehen bleibt und sämtliche Handykameras losblitzen).

An unserem Messe-Donnerstag stand alles im Zeichen der Jugendliteratur: cbt/cbj von der RandomHouse-Gruppe, arsEdition mit seinem Imprint bloomoon, der Arena-Verlag und eines meiner persönlichen (jedes mal wieder) Messehighlights der Partnerstand vom Loewe-Verlag gemeinsam mit script5.
Letzterer wird nun endlich einen kleinen Image-Wechsel vornehmen, um nicht mehr fälschlicherweise als Jugendbuchverlag behandelt zu werden. Ich persönlich finde das großartig, denn die Bücher von script5 sind keine normale Jugendliteratur, sondern setzen einen gewissen literarischen Anspruch voraus – bei Büchern und Lesern. Das macht sich vor allem auch im neuen Programm bemerkbar, das neben diversen Fortsetzungen auch mit ein paar neuen Einzeltiteln (big love!!!) auffahren kann.
Auch die anderen Verlage haben einige sehr vielversprechende Titel für den Herbst vorbereitet und mir graut ehrlich gesagt schon jetzt davor, das endgültige Programm in den nächsten Monaten in meinem Briefkasten vorzufinden. Ich möchte hier nicht zu viel verraten, doch eines kann ich euch versprechen: Es wird hier kaum ein Buch geben, bei dem man nicht sofort sagt „muss ich lesen!“, zumal einfach für jeden Geschmack etwas dabei sein wird. Mystery, Spannung, Liebe, Dystopie – einfach alles bietet das bunte Programm der Jugend- und Junge-Erwachsene-Literatur im kommenden Herbst.

Abschließend soll es natürlich auch ein paar Bilder geben, denn ich konnte unmöglich das Messegelände ohne Bücher wieder verlassen. Gemessen an den Verhältnissen, die ich aus Frankfurt kenne, kann man aber auch hier sagen: Alles ist etwas kleiner ;)

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Diese drei Schmuckstücke durfte ich als Rezensionsexemplare mitnehmen, den neuen Fitzek selbstverständlich direkt signiert, und muss echt an mich halten, dass ich sie nicht sofort verschlinge. Derzeit läuft ja meine März-Aktion, diese allerdings eher schleppend, sodass ich sie vielleicht abbrechen sollte …

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Diese beiden Schätze habe ich endlich käuflich erworben, was auf der Leipziger Messe so wunderbar unkomkpliziert ist, da überall Mitarbeiter des Messe-Buchshops unterwegs sind. Eine Idee, die sich die große Schwester Frankfurt vielleicht abschauen sollte, speziell für die normalen Besuchertage.

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Und natürlich darf Blooky auf meiner Buchmessereise nicht fehlen und musste unbedingt auf alle Fotos. Er hat sich direkt mit dem Bärchen von Nazurka angefreundet, das aber bisher noch völlig undefiniert ist und weder Namen noch Geschlecht hat. Ist aber auch gerade erst vor ein paar Tagen bei ihr eingezogen.

Das war’s erstmal vom ersten Tag, natürlich gibt es noch unendlich viel mehr zu berichten und ich habe auch sehr viel mehr Fotos gemacht, aber man soll ja nicht immer alles mit vollen Händen rauswerfen, was man hat, nicht? Sobald ich wieder in Hamburg ( <3 ) bin, werde ich einen gesonderten Post mit jeder Menge Fotos erstellen, denn Leipzig ist sehr besonders und man sollte sich Zeit nehmen für all diese Eindrücke.

Dieser Beitrag ist Teil 2 von 31 aus der Serie: Messeberichte | Zeige alle Teile

Teil 1: Buchmesse Leipzig: Auf zu neuen Horizonten (Tag 1)

Teil 2: Buchmesse Leipzig: Erste Eindrücke und Aussichten (Tag 2)

Teil 3: Buchmesse Leipzig: Lesen, Lauschen und Sitzen (Tag 3)

Teil 4: Buchmesse Leipzig: Chill-Out und Anti-Pop (Tag 4)

Teil 5: Buchmesse Leipzig: Abschied und Freude (Tag 5)

Teil 6: Buchmesse Leipzig 2013: Resümee und Ausblick

Teil 7: fbm13: Ein Gefühl von Nachhausekommen (Tag 0 + 1)

Teil 8: fbm13: Ein weiterer Tiefschlag für das Fantasy-Genre (Tag 2)

Teil 9: fbm13: Ich muss ganz dringend anbauen! (Tag 3)

Teil 10: fbm13: Vom Warten und Plaudern und Stöbern und Freuen (Tag 4)

Teil 11: fbm13: Menschen treffen, Bücher signieren lassen und Abschied nehmen (Tag 5)

Teil 12: fbm13: Buchmessenachwehen – Das Gewinnspiel

Teil 13: Vom Stress mit Umzügen, Buchmessen und Planänderungen

Teil 14: fbm14 – Das Warten hat ein Ende! (Tag 0 + 1)

Teil 15: fbm14 – Der Tag der Messehighlights (Tag 2)

Teil 16: fbm14 – Bloggertreffen und Fantasy-Land in Sicht (Tag 3)

Teil 17: fbm14 – Eiserner Spaß und überraschende Interessen (Tag 4)

Teil 18: fbm14 – Vom Auschecken über Abschiedstränen bis hin zur Vorfreude (Tag 5)

Teil 19: fbm14 – Der große Messerückblick mit Gewinnspiel

Teil 20: fbm15 – Endlich zurück im Bibliophilen-Mekka! (Tag 0 + 1)

Teil 21: fbm15 – Termine, Termine, Termine! (Tag 2)

Teil 22: fbm15 – Viele Fortsetzungen und neue Titel von bekannten Autoren! (Tag 3)

Teil 23: fbm15 – Buchmesse ist Krieg! Und Frieden. (Tag 4)

Teil 24: fbm15 – Schön war’s wieder einmal. Aber … (Tag 5)

Teil 25: lbm16 – Das Abenteuer beginnt (Tag 0)

Teil 26: lbm16 – Lockerer Start in die Messetage (Tag 1)

Teil 27: lbm16 – Termingehetze und trotzdem Zeit für Spontantreffen (Tag 2)

Teil 28: fbm16 – Here we come! (mein Terminkalender)

Teil 29: fbm16 – Entspannter Einstieg in den Messerummel (Tag 0 + 1)

Teil 30: fbm16 – Jede Menge Vorfreude auf neue Titel! (Tag 2)

Teil 31: fbm16 – Begeisterungsstürme und Fieberschübe (Tag 3)


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