Bloggen ist (nicht nur) (k)eine Kunst.

In den letzten Monaten, oder sind’s schon Jahre, erlebt das WorldWideWeb eine wahre Flut von neuentstehenden Blogs mit ganz unterschiedlichen Themeninhalten. Vor allem Buchblogs erfreuen sich am Erblicken der Welt, die Betreiber sind meist hochmotiviert und voller Tatendrang. Über die Hintergründe der Motivation, das Durchhaltevermögen, die Vorgehensweisen und das Miteinander untereinander möchte ich mich hier aber gar nicht äußern – das haben ganz andere an ganz anderer Stelle schon zur Genüge getan, und ich werde mich ganz sicher nicht in diese Gruppe einreihen, auch wenn ich zu dieser Thematik ebenfalls einiges zu sagen hätte. Doch wie alles im Leben muss man auch die Buchblogger auf sehr differenzierte Weise betrachten, und dafür fehlen mir schlichtweg Zeit und auch Lust, denn man kommt vom Hundertsten ins Tausendste und hat doch immer noch nicht alles einbezogen.

Daher nein, in diesem Artikel soll es nicht nicht ums Buchbloggen per se gehen. Stattdessen möchte ich ganz allgemein ein paar (mehr) Worte zum Bloggen an sich sagen und als „alter Hase“ vielleicht auch den einen oder anderen Tipp für unsichere Neulinge, übermotivierte Anfänger und zweifelnde Erfahrene mit auf den Weg geben. Dabei ist das hier natürlich nicht als Bibel anzusehen, denn auch ich mit meinen inzwischen fast sieben Jahren Blogger-Erfahrung bin ganz bestimmt nicht allwissend und lerne mit jedem einzelnen Posting noch dazu. Dies hier ist eher als eine Art Nachschlagewerk mit Hinweisen zu verstehen, aber kein Garant für das erfolgreiche Führen eines Blogs – jeder muss selbst Erfahrungen sammeln.

Irrtümlicherweise werden auch die Schattenwege des Öfteren für einen Buchblog gehalten. Deshalb an dieser Stelle noch einmal ganz klar: Die Schattenwege sind kein Buchblog!
Das waren sie nie und das werden sie auch nie ausschließlich sein, auch wenn sich vieles hier um das Thema Literatur dreht – was einfach daran liegt, dass dieses Themengebiet einen großen Bereich in meinem Leben einnimmt. Doch die Schattenwege sind eine Plattform, auf der auch viele andere Themen besprochen werden, neben der Literatur gibt es hier Musik, Filme, persönliche Gedanken und ein paar andere Dinge zu finden. Das war und ist eine Entwicklung, die sich im Laufe der Zeit so ergeben hat, einen Buchblog hatte ich jedoch zu Beginn meiner Blogger-Karriere sicher nicht im Sinn.

Aber wie bin ich eigentlich zum Bloggen gekommen?
Angefangen hat bei mir alles mit einem stinknormalen Web-Tagebuch, dessen erster Eintrag am 07. Januar 2006 (ja, ich habe extra für euch nachgeschaut) gesetzt wurde. Inzwischen ist dieses Erstlingswerk, das in einer meiner dunkelsten Lebensphasen entstanden und inhaltlich dementsprechend gestaltet ist, nicht mehr öffentlich zugänglich, obwohl zumindest einige der dort geschriebenen Postings auch hier zu finden sind, tief vergraben im Archiv. Durch einen damaligen Freund habe ich das Prinzip Blog kennen, schätzen und lieben gelernt – es war für mich damals eine Möglichkeit, mich über alles auszukotzen und deutschlandweit mit meinen Internet-Freunden zu kommunizieren, ohne auf die Uhrzeit oder den Tagesrhythmus Rücksicht nehmen zu müssen. Mit besagtem Freund lieferte ich mir seinerzeit geradezu Blog-Duelle, irgendwann redeten wir nicht mehr direkt miteinander, sondern nur noch über unsere Blogpostings, mit allen Schikanen und versteckten Andeutungen, nach allen Regeln der Kunst.

Ein Standard-Satz, den übrigens sämtliche Freunde damals auf Fragen nach meinem Befinden oder Neuigkeiten in meinem Leben oft zu hören bekamen, war: „Schau in den Blog!“ Ich war süchtig und schrieb, oft auch handschriftlich, um es später abzutippen, mehrfach am Tag über alles Mögliche, selbst auf der Arbeit und in der Berufschule hatte ich nur eins im Kopf: Den nächsten Artikel. Der Blog wurde tatsächlich mein Tagebuch und wenn ich heute darüber nachdenke, was dort alles für die ganze aufs Internet Zugriff habende Welt lesbar war, wird mir doch so manches Mal mulmig zumute.

Dieses mulmige Gefühl war dann irgendwann auch der Grund, warum ich von meinem ersten Blog-Anbieter zu einem anderen gewechselt bin. Ich wollte einen Passwort-Schutz für meinen Seelenmüll, weil ich natürlich irgendwann gemerkt habe, dass ich doch ganz schön viel von mir preisgebe. Ein Stück weit hing zugegebenermaßen auch der Gedanke dahinter, gewissen Menschen eine lange Nase drehen zu können, so nach dem Motto „Ich hab ein Geheimnis vor Dir, haha, und Du kommst nicht an dieses Posting ran!“ Natürlich stellen diese Passwörter nur ein begrenzten Schutz dar und ich habe tatsächlich auch nur wenig Gebrauch davon gemacht – denn wozu denn bloggen, wenn ich alles mit einem Passwort schütze? Wirklich private Dinge kommen jetzt in mein richtiges Tagebuch, und alles andere, worüber ich so nachdenke und was so in meinem Leben passiert, findet seinen Platz hier.

Ab Mitte Oktober 2008 war ich also unter gleichem Namen, aber neuem Zusatz zu finden – inhaltlich hatte sich zu diesem Zeitpunkt nichts geändert. Mein Blog war nach wie vor ein Tagebuch, in dem auch hin und wieder mal über Bücher gesprochen wurde, glaube ich jedenfalls. Erst knapp zwei Jahre später habe ich mich dazu entschlossen, meine bei Literatopia veröffentlichten Rezensionen und Interviews auch auf eine eigene Seite zu ziehen, um sie im Falle meines Ausscheidens oder bei einem Servercrash oder oder oder einfach in Sicherheit zu wissen. Doch auch dieser Zweit-Blog war im Grunde kein richtiger Buchblog, wie man ihn heutzutage zuhauf findet. Vielmehr war es einfach nur eine Sicherungsdatenbank für Rezensionen und Interviews aus meiner Feder, mehr gab es dort nicht zu finden. Dafür verkam dann mein „normaler“ Blog immer mehr zu etwas in dieser Richtung, was ich eigentlich gar nicht wollte, aber auch irgendwie nicht mehr stoppen konnte. Immer wieder habe ich mir zwischendurch vorgenommen, wieder mehr persönliche Sachen zu posten, Musikempfehlungen auszusprechen, Filmkritiken zu schreiben und private Anekdoten zum Besten zu geben. So richtig ist mir das bis heute nicht gelungen, aber ich arbeite dran (wie man sieht, auch mit diesem Artikel).

Wann genau dann die Idee entstanden ist, all diese verschiedenen Blogs auf eine Seite zu ziehen und zu einem großen Ganzen zusammen zu fassen, weiß ich nicht mehr genau. Ich stöberte im Netz nach freien Domains und zum Geburtstag im April letzten Jahres schenkten mir meine Freunde dann schließlich meine Wunschdomain – quasi jedenfalls, denn der Anbieter hatte einfach mal eine Null an seinem Preis vergessen. So suchte ich mir recht kurzfristig eine Alternative, mit der ich heute unglaublich zufrieden bin, weil sie besser zu dem passt, was ich mir inhaltlich vorgestellt habe. Bis es dann konkret wurde, verging aber auch wieder etwas Zeit, und erst im Juli 2011 fanden die „Schattenwege“ endlich ihren Weg in die Welt des Internets. Und obwohl die Ursprünge in der Blogger-Welt liegen und die Hintergrundsoftware ebenfalls über eine Blogger-Basis läuft, bestehe ich inzwischen darauf, dass die „Schattenwege“ kein (Buch-)Blog sind und ich keine (Buch-)Bloggerin bin. Ich besitze eine Domain, die eine Seite darstellt, auf der es verschiedene Inhalte zu finden gibt. Punkt. Und ja, in diesem Punkt kann ich auch gerne ein bisschen (mehr) unleidlich werden, wenn man’s drauf anlegt ;)

Doch zurück zum eigentlichen Thema. Verschiedene Diskussionen auf Facebook und persönliche an mich gerichtete Anfragen haben mich schon vor mehreren Wochen auf den Gedanken gebracht, mal über meine ganz eigenen Erfahrungen zu berichten und zu erzählen, wie ich mit diesem oder jenem umgehe. Da Bloggen sehr vielseitig sein kann, kann ich natürlich nicht auf alle Einzelheiten eingehen, und in den meisten Punkten bezieht sich das hier Geschriebene tatsächlich auf die Thematik des Buchbloggens, aber ich will versuchen, die einzelnen Sachen etwas allgemeiner zu verpacken. Sollte euch noch was einfallen, was aufgenommen werden muss, dann schreibt mich gerne an – Mail, PN auf FB, Kommentarfunktion – und ich ergänze diese Liste um die genannten Punkte, soweit ich denn etwas dazu sagen kann.

Zu allererst mal ein paar wahllos aufgezählte Eigenschaften, die ich kennen gelernt habe. Bloggen ist:

aufregend, süchtigmachend, spaßbringend, bindend,
nervenaufreibend, gedankensortierend, inspirierend, stressig,
verpflichtend, arbeitsintensiv, krampfig, anstrengend,
vielseitig, freiwillig, zeitintensiv, fantasievoll,
beängstigend, motivierend, irreführend, spannend

und noch vieles mehr. Auf einige dieser genannten Eigenschaften möchte ich gerne genauer eingehen, weil sie gut zu den Fragen passen, die an mich heran getragen wurden.

Erstens: Privates Bloggen soll Spaß machen! Ganz genau, ihr lest richtig. Ihr solltet Spaß an dem haben, was ihr tut – und zwar immer. Sobald ihr merkt, dass ihr keinen Spaß mehr an der Sache habt, sobald ihr das Gefühl des Zwangs habt: Gönnt euch und eurem Blog eine kleine Pause. Denn wenn ihr nicht mehr mit Herzblut dabei sein, merkt man das euren Postings an. Und das ist weder euch noch euren Lesern gegenüber fair. Kleine Auszeiten sind wichtig, also nehmt sie euch. Und zwar ohne schlechtes Gewissen, weil da zum Beispiel noch gefühlte tausend Rezensionen warten, die geschrieben werden müssen. Aber: Achtet darauf, dass eure Auszeiten nicht zu lang dauern! Denn wenn ein Blog langsam stirbt, verliert er Leser, und die zurück zu gewinnen, ist sicher nicht einfach. Haltet eure Leser bei längeren TimeOuts auf dem Laufenden und gebt zwischendurch wenigstens ein kleines Lebenszeichen. Sicherer ist es, sich von Anfang an einen Tag in der Woche nur für sich frei zu halten und an diesem Tag nur das zu machen, worauf man selbst Lust hat. Was in der Regel dann nicht immer einzuhalten ist, aber eine grundsätzliche Kontinuität ermöglicht.

Womit ich gleich beim zweiten Punkt bin: Übernehmt euch nicht! Immer nur so viel, wie ihr realistisch betrachtet auch bewerkstelligen und abarbeiten könnt. Denn ja, ein Blog bedeutet Arbeit, und zwar eine Menge davon, und die ist nicht mal eben schnell nebenbei erledigt, sondern erfordert wirklich Zeit. Seid euch bewusst, dass Bloggen anfangs vielleicht ein netter Zeitvertreib ist, jedoch auch schnell zu einem ernsthaften Hobby werden kann. Und dann geht’s meist ans Eingemachte, weil mehr anfällt als ursprünglich gedacht. Macht euch gerne Listen, aber seid euch im Klaren darüber, dass für jeden Punkt, den ihr streichen könnt, mindestens einer, eher zwei oder mehr wieder dazukommen. Warum ich da so sicher bin? Ganz einfach: Weil jede erledigte Aufgabe zu neuen Ideen inspiriert. Und das ist gut so, denn schließlich wollt ihr ja nicht, dass euer Blog irgendwann langweilig wird.

Was in dieser Hinsicht außerdem wichtig ist, ist die vielseitige Interaktion mit euren Lesern: Seid ansprechbar, seid erreichbar, macht Leseraktionen – aber nicht nur für den euch bekannten Kreis, sondern auch für solche, die zufällig über euren Blog stolpern. GoogleFriendConnect ist bestimmt eine tolle Sache, bringt aber letzten Endes gar nichts. Die Zahlen sehen vielleicht schön aus, aber wirklich gewährleistet ist dadurch nicht, dass diese Leute auch wirklich regelmäßig auf eure Seite schauen. Also begrenzt eure Gewinnspiele nicht ausschließlich auf die Personen, die eurem Blog auf welchem nachvollziehbaren Weg auch immer folgen. Womit ich nicht sagen will, dass ihr gar keine „nur für Leser“-Gewinnspiele machen sollt, um Himmels willen. Doch gebt auch solchen Lesern die Chance, die kein Google- oder Facebook- oder Twitter-Konto haben, mal bei euch zu gewinnen. Dabei geht ihr natürlich das Risiko ein, mal was an jemanden zu verschenken, der nur einmal zufällig da war – aber das kann euch bei den anderen Gewinnspielen auch passieren. Denn was wollt ihr machen, wenn nach dem Gewinnspiel wieder jemand „entliket“?

Je nach Inhalt eures Blogs und euren persönlichen Vorstellungen seid abwechslungsreich – und damit meine ich nicht, dass ihr wöchentlich ein neues Layout einrichten oder wild mit den verschiedenen Farben experimentieren sollt. Vielmehr könnt ihr ganz wunderbar in allen Bereichen des Lebens mit den Themen spielen. Lasst euch auf Neues ein, findet spannende Möglichkeiten, den Lesern eure Herzensangelegenheiten in Sachen Blog näher zu bringen. Arbeitet mit Bildern und vor allem Absätzen (das war etwas, das ich als erstes von meinen Lesern gelernt habe), um die Texte aufzulockern und eure Besucher nicht nur stumpf zum Lesen zu zwingen. Denn das Lesen am Bildschirm ist einfach auf Dauer anstrengend und so mancher ist dankbar für eine kurze Verschnaufpause seiner sehenden Organe. Aber übertreibt es auch nicht, wählt die Grafiken zum Thema passend und unterteilt längere Texte in sinnvolle Abschnitte.

Und zu guter Letzt: Macht euch nicht verrückt. Seht andere Blogger nicht als Konkurrenz, sondern alle gemeinsam als eine Gemeinschaft, die voneinander lernen kann. Seid nicht neidisch auf ach so tolle Leserzahlen, auf ein ach so schönes Design, auf ach so dicke Buchpakete. Haltet euch immer vor Augen, was ihr geschaffen habt, und seid stolz darauf. Wenn ihr Hilfe braucht, fragt danach. Wenn euch etwas nicht gefällt, dann äußert das in einem angemessenen Ton. Fühlt euch nicht persönlich durch irgendwas angegriffen, denn in den allermeisten Fällen meint niemand direkt euch, sondern nur irgendwen aus der unfassbar großen Bloggergemeinde. Lasst euch zu nichts zwingen, was ihr nicht wollt, und drängt auch niemandem eure Meinung auf.

Zusammengefasst:
Bloggen ist vieles, aber nicht langweilig, und eigentlich ist Bloggen genau das, was jeder Einzelne von uns daraus macht. Es gibt kein Patentrezept für das Führen eines erfolgreichen Blogs und kaum jemand von „uns“ wird jemals mit dem, was er aktuell in der Bloggerkultur tut, wirkliches Geld verdienen. Carrie Bradshaw ist ein tolles Vorbild (für mich zumindest, meine kleine Cousine (:-*) hat mich darauf gebracht), das sich aber fernab der Realität bewegt.

Macht das, was ihr für richtig haltet, und denkt immer daran, dass ihr jederzeit aufhören könnt – aber spielt nicht mit dieser Macht. Wenn ihr ans Aufhören denkt, dann zieht euch zurück. Gönnt euch oben genannte Pause. Lasst eure Leser wissen, dass ihr nicht so recht wisst, wie es weitergehen wird. Jedoch nicht, weil ihr Bestätigung braucht, dass ihr noch gelesen werdet. Sondern weil ihr tatsächlich unsicher seid.

Und wer behauptet, es sei ihm egal, ob sein Blog gelesen wird, der lügt. Wer behauptet, dass sein Blog nur für sich selbst geschrieben wird, der lügt. Denn wenn es so wäre, dann wäre dieser Blog nicht im Internet zu finden. Dann würde derjenige, der das behauptet, seine Texte auf Papier schreiben und Zuhause in einem Ordner im Regal sammeln. Dann würde es ausreichen, die Rezensionen auf Amazon oder anderen Verkaufsportalen zu veröffentlichen. Und dann wäre auch die Enttäuschung nicht so groß, wenn hier oder da mal ein Leser laut Anzeige wegfällt.

Bestimmt fehlt so einiges in diesem Text, das mir im Nachhinein noch einfallen wird oder das ich nach mehrfachem Drüberlesen unbedingt noch ergänzen möchte. Ihr seid eingeladen, euch in den Kommentaren auszutoben, und natürlich dürft ihr auch in tosendes Beifallgeklatsche mit Jubelgeschrei ausbrechen, weil ihr Anteil an diesem überaus grandiosen Artikel haben durftet, den meine faszinierend geniale Person da wieder zusammen gezaubert hat ;)

Ich umarme euch – danke für eure Aufmerksamkeit und euer Durchhaltevermögen!

Stöckchen: Entscheidungen in Sachen Büchern

Hier wie angekündigt das Buch-Stöckchen, das ich beim Stöbern entdeckt habe – und da es lange kein Stöckchen im Tagebuch der Schattenkämpferin gab, wird es doch langsam mal wieder Zeit für eines :)
Jeder, der mag, darf es sich gerne mitnehmen und auf diesen Beitrag verlinken.

Gebunden oder Taschenbuch?
Geht ja schon gut los, dieser Fragebogen *g*
Ich mag beides. Hardcover sehen einfach schön im Regal aus und sind sehr stabil. Zum Lesen selbst sind mir aber Taschenbücher lieber, weil ich viel unterwegs lese und TB-Ausgaben einfach leichter sind. Zum Glück wird die Qualität von Taschenbüchern über Softcover und Klappenbroschur immer besser, sodass man abgesehen von der Härte des Buchdeckels immer weniger Unterschiede bemerkt.

Amazon oder Buchhandel?
Hum. Auch hier mag ich beides gern. Allerdings ist Amazon nicht mehr mein bevorzugter Online-Buchhandel, da habe ich inzwischen andere gefunden, die mir eher zusagen.

Lesezeichen oder Eselsohr?
Ich weiß ja, dass manche sagen, Bücher müssen gelesen aussehen. Gegen solche Aussagen bin ich fast genauso allergisch wie gegen Eselsohren oder Knicke im Buchrücken. Manchmal lässt sich sowas nicht vermeiden, aber wenn ich in der Bahn sitze und mir gegenüber eine Person das Buch einmal umfaltet, da wird mir ganz schlecht und ich bekomme Mitleid mit dem armen Buch. Also ganz klar: Lesezeichen! Und wenn man keins zur Hand hat, nimmt man halt einen Kassenbon oder (unbenutztes) Kaugummipapier oder irgendsowas.

Ordnen nach Autor, Titel oder ungeordnet?
Ich habe meine Bücher vom selben Autoren gern beieinander stehen. Bei Reihen werden sie dann nach Erscheinen sortiert, ansonsten ist es mir relativ gleich. Eigentlich gibt’s auch keine Ordnung bei mir – da sind Hopfen und Malz längst verloren ^^

Behalten, wegwerfen oder verkaufen?
Entweder behalten oder vertauschen. Manchmal verschenke ich auch oder spende an Bibliotheken. Wegwerfen käme für mich nie in Frage, eher würde ich noch in einen Müllcontainer klettern und Rettungsaktionen starten *lach*
Die Bücher, die ich atemberaubend fand oder von denen ich glaube, dass ich sie im Laufe meines hoffentlich noch langen Lebens noch einmal lesen werde, bleiben im Regal. Ebenso verhält es sich mit begonnenen Reihen, wo noch Folgebände auf sich warten lassen. Sieht einfach gut aus im Regal :D Bücher, die mich nur zum Teil überzeugt haben oder bei denen ich sicher weiß, sie nie wieder anfassen zu werden, landen auf einer Tauschplattform.

Schutzumschlag behalten oder wegwerfen?
Also, wer hat sich denn diese Fragen ausgedacht? Schutzumschläge gehören zum Buch! Einzige Ausnahme, das ist mir leider mal passiert: Wenn der SU so sehr beschädigt ist, dass man ihn nicht mehr reparieren oder säubern kann. Damals habe ich das Buch allerdings neu kaufen lassen ^^

Mit Schutzumschlag lesen oder ohne?
Ich lese lieber ohne den Schutzumschlag, weil der gerne verrutscht und das beim Lesen einfach nervt. Bei Lesepausen wandert er aber wieder drum und nach dem Lesen sowieso.

Kurzgeschichte oder Roman?
Überwiegend Romane, aber ich bin auch zwischendurch gerne mal für Anthologien zu haben.

Aufhören wenn man müde ist oder wenn das Kapitel zu Ende ist?
Grundsätzlich versuche ich, ein Kapitel oder wenigstens einen Absatz zu Ende zu lesen. Wenn es nicht mehr geht, lasse ich das aber, denn es bringt ja nichts, wenn ich am nächsten Tag noch mal alles lesen muss, weil ich nicht mehr aufnahmefähig war.

“Die Nacht war dunkel und stürmisch” oder “Es war einmal”?
“Es war einmal” ist so ein typischer Märchenanfang, der sicher gut in so manches Buch passt. Ich mag aber lieber ausgefallene Sachen – “Die Nacht war dunkel und stürmisch” fällt da allerdings auch nicht rein, das ist mir ebenfalls zu klischeehaft ^^

Kaufen oder leihen?
Wenn ich tatsächlich mal Bücher ausleihe, kaufe ich sie mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit später selbst nach, um sie mein Eigen nennen zu können. Kann mich nur an eine Handvoll Bücher erinnern, wo das nicht der Fall war. Heutzutage verlasse ich mich auf Empfehlungen, lese im Zweifelsfall nur mal kurz rein und kaufe dann direkt selbst.

Neu oder gebraucht?
Neue Bücher haben natürlich ihren Reiz. Wenn man sie frisch aus der Folie auspackt und das erste Mal die Nase zwischen ihre Seiten steckt .. hmmmm! Pures Glücksgefühl. Durch meine Arbeit bei Literatopia komme ich zum Glück in den Genuss, die Bücher direkt druckfrisch vom Verlag zu erhalten. Das macht viel aus.
Wenn sie in einem guten Zustand sind, schaffe ich mir aber auch gern gebrauchte Bücher an. Ab und an greift man da sicherlich ins Klo, aber das ist – zumindest bei mir bisher – die Seltenheit.

Kaufentscheidung: Bestsellerliste, Rezension, Empfehlung oder Stöbern?
Kann alles sein, wobei die Bestsellerliste da auf dem letzten Platz landet. Das Gehype um manche Bücher tangiert mich nicht mal peripher, sondern bringt mich eher dazu, das jeweilige Buch erst recht nicht zu lesen. Beste Beispiele: Harry Potter und die Bis(s)-Reihe.

Geschlossenes Ende oder Cliffhanger?
Hat beides seinen Reiz und kommt ganz darauf an, wie geschickt der Schreiberling sich angestellt hat. Auch ein in sich geschlossenes Ende kann ein Cliffhanger sein.

Morgens, mittags oder nachts lesen?
Morgens in der Bahn auf dem Weg zur Arbeit, nachmittags in der Bahn auf dem Weg zur Schule, abends noch ein paar Seiten im Bett. Am Wochenende oder freien Tagen dann auch gerne mal tagsüber mehrere Stunden.

Einzelband oder Serie?
Hat ebenfalls beides seinen Reiz, wenn bei Serien nicht auf Teufel komm raus noch die nächste Fortsetzung auf den Markt gedrückt werden muss.

Lieblingsserie?
Hm. Ganz klar mit dabei Dragon Love von Katie MacAlister. Die Nachfolgeserie Silver Dragons hat ebenfalls gute Chancen. Sehr überzeugt hat mich auch die Trilogie Das Erbe der Runen von Monika Felten, die ich unbedingt noch mal lesen möchte. Ebenfalls überzeugen konnte mich, zumindest soweit ich sie schon gelesen habe, die Rhapsody-Reihe von Elizabeth Haydon. Und ein großer Hoffnungsträger für die Zukunft ist natürlich die Sookie Stackhouse-Reihe von Charlaine Harris, die noch auf meinem SuB liegt.
Außerdem liebe ich die Vartanian-Trilogie von Karen Rose und kann auch den Büchern um Julia Durant von Andreas Franz viel abgewinnen, auch wenn letztere nicht zusammenhängend spielen. Uh, und nicht zu vergessen ganz klar die Grant-County-Reihe von Karin Slaughter!

Lieblingsbuch, von dem noch nie jemand gehört hat?
Hier fallen mir spontan drei ein: Die Möwe Jonathan von Richard Bach, das mir mal von einer Freundin geliehen wurde und mich sofort überzeugt hat, Den Wolken ein Stück näher von Günter Görlich, das meine Mum zur Jugendweihe (für die Nicht-Ossis: Konfirmation), wo der Autor als Sprecher war, bekommen hat, und Als die Tiere den Wald verließen von Colin Dann, das meine Kindheit geprägt hat. Alle drei möchte ich bis zum Sommer im Rahmen der “Alte Freunde”-Challenge noch mal lesen und rezensieren.

Lieblingsbuch, das du letztes Jahr gelesen hast?
Es gab im letzten Jahr einige Highlights. Auf jeden Fall dabei sind No & ich von Delphine de Vigan und Vogelstimmen von Dirk Bernemann. Es gab aber noch ein paar mehr.

Welches Buch liest du gegenwärtig?
Die Landkarte der Zeit von Félix J. Palma und Cassia & Ky 01: Die Auswahl von Ally Condie

Absolutes Lieblingsbuch aller Zeiten?
Darüber müsste ich mal in Ruhe nachdenken, aber ich glaube, das ultimative Lieblingsbuch gibt es noch nicht.

Lieblingsautoren?
Neben den im Laufe des Stöckchens schon genannten dürfen hier noch die folgenden Erwähnung finden: Sebastian Fitzek, Gena Showalter, Seanan McGuire, David Nicholls, Andreas Kurz, Tobi Fuhrmann, Stefan Kalbers, Robin Wasserman, Janne Teller und Anna McPartlin.

Stöckchen gefunden bei Tinkerfairy.

Blogparade zum Jahresende 2010

Wie zahlreiche andere Blogs nehme auch ich in diesem Jahr an der “Blogparade zum Jahresende 2010″ von BuchSaiten.de teil, um das zurückliegende Lesejahr nochmals zu reflektieren.

* Welches war das Buch in diesem Jahr, von dem ich mir wenig versprochen habe, das mich dann aber positiv überrascht hat? (und Begründung)
Ganz klar “Ich schreib dir morgen wieder” von Cecelia Ahern. Nach der Enttäuschung, die mir “Zeit deines Lebens” brachte, war ich ihrem neuen Werk gegenüber sehr skeptisch. Schon während des Lesens war ich aber mit jeder Seite froher, ihr doch noch eine Chance gegeben zu haben.

* Welches war das Buch in diesem Jahr, von dem ich mir viel versprochen habe, das mich dann aber negativ überrascht hat? (und Begründung)
Hier muss ich das viel gelobte Debüt “Flüsterndes Gold” von Carrie Jones nennen. Es ist mir unerklärlich, wie selbst in einem Fantasy-Roman solche Unmengen an Abstrusitäten Platz finden können. Da im nächsten Jahr der zweite Band der Reihe erscheinen wird und ich ungern angefangene Reihen nicht zu Ende lese, wird sie wohl noch eine Chance bekommen.

* Welches war eure persönliche Autoren-Neuentdeckung in diesem Jahr und warum?
Im diesem Jahr habe ich Delphine de Vigan für mich entdeckt. Ihr Buch “No & ich” war mir schon länger im Auge, bevor ich es im Sommer endlich gelesen habe. Sehr beeindruckende Schreibweise und ein tiefgehendes, zum Nachdenken anregendes Thema haben mich vollends überzeugt, und ich bin sehr gespannt auf ihr nächstes Buch, das zur Pflichtlektüre im nächsten Jahr gehören wird.

* Welches war euer Lieblings-Cover in diesem Jahr und warum?
Auch wenn der Inhalt nicht besonders überzeugend war und eher zu den schlechteren Büchern gehörte, die ich in diesem Jahr gelesen habe, hat mich das Cover von “Engelsnacht” verzaubert. Vielleicht passte es einfach zu meiner damaligen Stimmung und scheint generell wie für mich gemacht. Ebenfalls als Reihe geplant lässt das Debüt von Lauren Kate daher auf weitere zauberhafte Cover hoffen.

* Welches Buch wollt ihr unbedingt in 2011 lesen und warum?
Oh, da wird es einiges geben, denn meine geplanten Teilnahmen an vier Challenges werden mir einiges abfordern. So steht die Sookie-Stackhouse-Reihe von Charlaine Harris mit zehn Bänden ziemlich weit oben auf der Liste. Außerdem freue ich mich sehr auf die Silberdrachen-Reihe von Katie MacAlister, die hoffentlich genauso toll wird wie ihre Reihe um die grünen Drachen. Dazu kommen diverse Stücke aus meinem stets wachsenden RUB (Regal ungelesener Bücher, Auflistung folgt demnächst) und natürlich jede Menge Rezensionsexemplare, die das Jahr für mich bereit hält.

Das war mein kurzer literarischer Rück- und Ausblick.
Der allgemeine Jahresrückblick folgt morgen und wird wahrscheinlich etwas länger werden ^^