fbm13: Ein Gefühl von Nachhausekommen (Tag 0 + 1)

Etwas mehr als ein halbes Jahr nach der Leipziger Buchmesse 2013 ist sie endlich da – die Mutter aller Buchmessen, das Mekka jedes Bibliophilen, der Traum von einem Lesezimmer. Endlich wieder Frankfurter Buchmesse! Und natürlich lässt es sich auch die Schattenkämpferin – also ich – nicht entgehen, wieder Teil dieser fünf Tage andauernden paradiesischen Zeit zu sein. Damit all diejenigen, die selbst nicht oder erst später vor Ort sein können, zumindest im Kopf dabei sein können, habe ich mich entschieden, wieder kurze Tagesberichte zu schreiben. Die Betonung liegt hier auf „kurz“ – mal sehen, wie gut dieses Vorhaben tatsächlich funktioniert ;)

Der gestrige Anreisetag (Dienstag) brachte mit dem Aufstehen am frühen Morgen – denn für mich war es erstmal ein ganz normaler Arbeitstag – endlich die sich vorher ziemlich gut versteckende Vorfreude. Denn ich muss gestehen, dass ich mich bis vor zwei oder drei Tagen ziemlich lustlos gegenüber dem Gedanken fühlte, fünf Tage lang in den Messehallen unterwegs zu sein, mich ständig anrempeln zu lassen, viel zu wenig zu schlafen und viel zu teuer zu essen. Doch als ich dann endlich die Bürotür hinter mir ins Schloss fallen ließ und zum Hamburger Hauptbahnhof fuhr, wurde ich tatsächlich endlich ein wenig kribbelig – was sicherlich auch der Tatsache geschuldet war, dass ich total gerne Zug fahre und mit meinem wunderschönen neuen Ultrabook auch neuen Spaß an der Arbeit während der Fahrt zu finden hoffte.

In der Tat war die Reise, trotz des verspäteten Starts und der verspäteten Ankunft (Danke, Deutsche Bahn!), eine überaus effektive Zeit: Drei fertige Rezensionen, ein (von Empfangsstörungen immer wieder unterbrochenes) ausgiebiges Telefonat mit meiner Besten und zahlreiche Ideen für neue Artikel kamen auf der knapp viereinhalb stündigen Fahrt zustande. Dass auf dem letzten Abschnitt mein heißer ChaiLatte der Meinung war, sich über den Fußboden der Frankfurter S-Bahn zu verteilen, gehörte ursprünglich zwar nicht zum Plan, ließ sich dann aber eben auch nicht mehr ändern. Dafür wurde ich mit einem sehr netten und interessanten Gespräch entschädigt, das seinen Ursprung in meinem neuesten Tattoo gefunden hatte (das Tattoo hat seinen eigenen Artikel verdient, der dann irgendwann nach der Messe folgen wird – also im Hinterkopf behalten!).

Soviel zur Anreise, der restliche Abend war dann nur kurz, die Nacht im Grunde genommen ebenfalls.
Und heute Morgen oder vielmehr Vormittag (denn das Navi wollte uns irgendwie nicht auf dem kürzesten Weg zum Messeparkhaus geleiten) öffneten sich dann endlich, endlich die Türen der Frankfurter Buchmesse. Die Entscheidung, in diesem Jahr an allen fünf (bzw. drei Fachbesucher-)Tagen dabei zu sein, war eine sehr bewusste, um die Termine mit den einzelnen Verlagen nicht so dicht gedrängt legen und deshalb zwischen ihnen so extrem hetzen zu müssen. Man lernt ja mit den Jahren dazu, und so war der heutige Messetag für mich und meine Begleitung – die liebe Lela von Buchrezensionen-Nazurka – sehr entspannt. Drei feste Termine lagen vor uns, die Zeit dazwischen nutzten wir für genau das, was in den vergangenen Jahren einfach zu kurz kam: Ausgiebiges Schlendern und Stöbern ohne Zeitdruck.

Die drei Termine waren mit einem zeitlichen Abstand von jeweils zwei Stunden extrem großzügig geplant, sodass wir auch ohne jedes schlechte Gewissen ausgiebig mit den Mitarbeiterinnen von Fischer, Arena und Rowohlt klönen und erzählen konnten. Bei der Vorstellung der kommenden Programme fiel uns vor allem auf, dass der Fantasy-Bereich wohl im Frühjahr nicht allzu viel Zuwachs bekommen wird – aber wie viel an dieser Vermutung tatsächlich dran ist, werden die nächsten Tage noch zeigen. Die nächsten beiden Tage sind nochmals vollgepackt mit Verlagsterminen, sodass da für jeden Geschmack noch einiges dabei sein dürfte.

Für mich als hauptsächliche Thriller- und Belletristik-Leserin sind die Aussichten in jedem Fall sehr vielversprechend und abwechslungsreich. Vor allem Fischer wird einige neue deutsche Stimmen auf den Markt bringen, sodass ich möglicherweise endlich das Projekt „Wiederbelebung der Interview-Rubrik“ in Angriff nehmen kann. Aber auch Arena und Rowohlt haben einige sehr interessante Titel in der Vorbereitung – mein persönlicher Schreimoment war, als ich den Namen „Paolo Giordano“ auf dem Januar-Zettel von Rowohlt gelesen habe. Yahay! :))))

Den Tagesabschluss auf dem Messegelände lieferte dann ein locker ausgemachtes Spontantreffen mit dem Verlagschef von UBooks, für den ich ja im März die Anti-Pop-Lesenacht organisiert habe. Auch wenn ich zwischendurch einmal kurz wegflitzen und Wulf Dorn begrüßen musste und mich herzlich von ihm umarmen lassen durfte, gehörte auch dieses Gespräch zu denen, die in Erinnerung bleiben werden. Hier wurde teilweise auch Privates ausgetauscht und ich kann euch so viel schon mal verraten: Auf die Schattenwege kommt in Sachen Anti-Pop noch einiges zu. Viel mehr weiß ich selbst noch nicht, denn der gute Mann wollte mir auch nichts verraten, nur dass er mich gerne in die eine oder andere „Sache“ integrieren möchte. Ich bin daher auch sehr gespannt und lasse die Dinge, die da noch kommen werden, einfach mal auf mich zukommen. Es bleibt in jedem Fall aufregend und spannend.

Tjaja, und dann war der erste Messetag auch schon wieder vorbei. Zum Abendessen gab es selbstgemachte Lasagne in etwas abgewandelter Form, aber unheimlich lecker bei einer sehr lieben Gastgeberin. Anschließend wurde noch ein wenig geklönt und jetzt habe ich mich mit Blooky, Digga und meinen beiden ganz frischen Rezensionsexemplaren ins Bett gekuschelt, um gleich nach dem Tippen dieses Berichtes noch ein wenig zu schmökern. Ist ja auch nicht so, als hätte ich nicht ohnehin schon wieder zahlreiche angefangene Bücher Zuhause rumliegen … aber egal, Buchmesse ist nur zwei Mal im Jahr und da kann man sich auch ruhig mal gehen lassen.

Morgen wird sicherlich ein wenig anstrengender als heute, allerdings freue ich mich schon unheimlich auf den einen oder anderen Termin, denn mein persönliches Immer-wieder-Messe-Highlight (wer die Leipzig-Berichte aufmerksam gelesen hat, der wird wissen, was ich meine) steht für morgen auf der Liste. Wer nicht bis morgen Abend warten will, um den nächsten Messebericht zu lesen, der kann sich – eventuell, denn heute kam das alles ein wenig kurz – gerne auf Facebook oder Twitter auf dem Laufenden halten lassen :)

Und da zwei Eindrücke bekanntlich besser als einer sind, gibt’s den ersten Messetag auch noch mal aus Lelas Sicht ;)

Dieser Beitrag ist Teil 7 von 31 aus der Serie: Messeberichte | Zeige alle Teile

Teil 1: Buchmesse Leipzig: Auf zu neuen Horizonten (Tag 1)

Teil 2: Buchmesse Leipzig: Erste Eindrücke und Aussichten (Tag 2)

Teil 3: Buchmesse Leipzig: Lesen, Lauschen und Sitzen (Tag 3)

Teil 4: Buchmesse Leipzig: Chill-Out und Anti-Pop (Tag 4)

Teil 5: Buchmesse Leipzig: Abschied und Freude (Tag 5)

Teil 6: Buchmesse Leipzig 2013: Resümee und Ausblick

Teil 7: fbm13: Ein Gefühl von Nachhausekommen (Tag 0 + 1)

Teil 8: fbm13: Ein weiterer Tiefschlag für das Fantasy-Genre (Tag 2)

Teil 9: fbm13: Ich muss ganz dringend anbauen! (Tag 3)

Teil 10: fbm13: Vom Warten und Plaudern und Stöbern und Freuen (Tag 4)

Teil 11: fbm13: Menschen treffen, Bücher signieren lassen und Abschied nehmen (Tag 5)

Teil 12: fbm13: Buchmessenachwehen – Das Gewinnspiel

Teil 13: Vom Stress mit Umzügen, Buchmessen und Planänderungen

Teil 14: fbm14 – Das Warten hat ein Ende! (Tag 0 + 1)

Teil 15: fbm14 – Der Tag der Messehighlights (Tag 2)

Teil 16: fbm14 – Bloggertreffen und Fantasy-Land in Sicht (Tag 3)

Teil 17: fbm14 – Eiserner Spaß und überraschende Interessen (Tag 4)

Teil 18: fbm14 – Vom Auschecken über Abschiedstränen bis hin zur Vorfreude (Tag 5)

Teil 19: fbm14 – Der große Messerückblick mit Gewinnspiel

Teil 20: fbm15 – Endlich zurück im Bibliophilen-Mekka! (Tag 0 + 1)

Teil 21: fbm15 – Termine, Termine, Termine! (Tag 2)

Teil 22: fbm15 – Viele Fortsetzungen und neue Titel von bekannten Autoren! (Tag 3)

Teil 23: fbm15 – Buchmesse ist Krieg! Und Frieden. (Tag 4)

Teil 24: fbm15 – Schön war’s wieder einmal. Aber … (Tag 5)

Teil 25: lbm16 – Das Abenteuer beginnt (Tag 0)

Teil 26: lbm16 – Lockerer Start in die Messetage (Tag 1)

Teil 27: lbm16 – Termingehetze und trotzdem Zeit für Spontantreffen (Tag 2)

Teil 28: fbm16 – Here we come! (mein Terminkalender)

Teil 29: fbm16 – Entspannter Einstieg in den Messerummel (Tag 0 + 1)

Teil 30: fbm16 – Jede Menge Vorfreude auf neue Titel! (Tag 2)

Teil 31: fbm16 – Begeisterungsstürme und Fieberschübe (Tag 3)


|


Leave a Reply