Literarische Zitate (21)

Viel zu lange will ich euch schon eine neue Ausgabe der Literarischen Zitate präsentieren, aber wie ihr gemerkt habt, war es generell eher ruhig hier auf den Schattenwegen. Auf der Leipziger Buchmesse letzte Woche habe ich allerdings einen kleinen Motivationsschub gehabt und nicht nur ein paar Artikel und sogar eine Rezension geschrieben, sondern auch ein paar weitere vorbereitet. Das kommt euch jetzt zugute, denn dieses eine Buch, das ich rezensiert habe, hat noch weit mehr markierte Stellen gehabt, als ich in einer Rezi hätte unterbringen können. Deshalb dürft ihr jetzt auch wieder in den Genuss einer kleinen Zitatewahl kommen – wer die Rezension zum Buch lesen möchte, der darf das gerne HIER tun.

Die heutigen Zitate stammen allesamt aus „So dunkel der Wald“ von Michaela Kastel, das gerade im emons-Verlag erschienen ist. Normalerweise ist der Verlag für Regionalkrimis und Bücher im Stil von „100 Dinge, die …“ bekannt, doch manchmal gibt es auch etwas, das komplett aus dem Standardprogramm zu fallen scheint. So ist auch dieser Thriller, der in Niederösterreich in der Gegend von Linz spielt, ein absolutes Ausnahmebuch, das mich nicht nur überrascht, sondern regelrecht eingesogen hat. So sehr, dass auf meinem Tablet gerade ein früherer Thriller von Michaela darauf wartet, weitergelesen zu werden.

Deshalb freue ich mich, dass ich so viele wunderschöne Zitate im Buch gefunden habe, dass sich eine neue Ausgabe der Literarischen Zitate lohnt und ich den Thriller auf diese Weise gleich doppelt mit euch teilen kann. Was meint ihr, würde euch dieser kleine Einblick zum Buch greifen lassen?

Wir nennen es das Sonnentor – das dunkle Loch mitten im Felsen, in das Paps uns wirft, wenn wir nicht artig waren.
(Seite 7)

Ihre Seelen liegen in Scherben, und nur in der Einsamkeit finden sie Zeit, zu heilen.
(Seite 36)

Der Anblick des leeren Raumes macht mich tatsächlich ein wenig traurig, als hätte ich etwas verloren, das mit der Zeit zu sehr ein Teil von mir geworden ist. Wie ein Faden, den man ganz langsam aus der Naht eines gebrochenen Herzens zieht: Solange er da war, hat er geschmerzt, doch jetzt gibt es nichts mehr, das die Bruchstücke zusammenhält.
(Seite 144/145)

Manchmal sind es die guten Menschen, die Fehler begehen. Dagegen ist man genauso machtlos wie gegen das Böse.
(Seite 158)

Dunkelheit bricht keine Menschen, sie verändert sie nur. Sie macht sie … dunkler.
(Seite 223)

Es ist ein merkwürdiges Gefühl, wenn man aufhört, jemanden zu lieben. Fast ein bisschen so, als fände man nach einer langen Irrfahrt zurück nach Hause. Zurück zu sich selbst.
(Seite 260)

Als wir abheben, sehe ich unsere Spuren im Schnee. Sie führen tief in den Wald, ein ganzes Leben verloren in der Ferne. Schon werden sie vom Wind verweht, und ich wende mich ab vom Wald und hin zu meiner Zukunft.
Denn immer sind irgendwo Augenblicke versteckt, Gefühle, hauchzarte Spuren des Lebens. Sie werden die Menschen, die du verlassen hast, an dich erinnern und dafür sorgen, dass auch du sie nicht vergisst.
Denn solche Spuren sind stärker als der Wind.
(Seite 301)


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