Marsha Mellow und ich (Maria Beaumont)

Bastei Lübbe, 1. Auflage Mai 2005
Originaltitel: Marsha Mellow And Me
Aus dem Englischen von Claudia Geng
Taschenbuch, 380 Seiten
7,95 EUR (D) | 8,20 EUR (A) | 14,50 SFR (UVP)
ISBN: 978-3-404-15352-7

Genre: Belletristik


Klappentext:

Amy ist ziemlich süß und ausgesprochen schüchtern. Sie hat einen langweiligen Job bei einem Londoner Stadtmagazin, das leider niemand liest. Einziges Highlight ist ihr neuer Chef, doch der ist so umwerfend, dass Amy in seiner Gegenwart kaum einen ganzen Satz herausbekommt. Amys Liebesleben ist quasi nicht existent, seit sie ihrem sexbesessenen Exfreund vor einem Swingerclub Goodbye gesagt hat. Doch das ist nicht ihr größtes Problem. Denn Amy hat ein süßes Geheimnis. Ein Geheimnis namens Marsha Mellow …

Marsha Mellow, Nummer-1-Bestsellerautorin für erotische Stoffe, ist Londons neue Sexgöttin. Alle sind verrückt nach Marsha. Denn jeder liest, aber niemand kennt sie. Inzwischen hat die konservative „Daily Mail“ sogar ein „Kopfgeld“ auf sie ausgesetzt, um ihrem erotischen Treiben das Handwerk zu legen.

Amy hatte ein Geheimnis. Jetzt hat sie ein riesengroßes Problem. Wenn ihre Mutter davon erfährt, ist sie geliefert. Schließlich weiß die noch nicht einmal, dass Amy raucht. Oder dass ihr bester Freund schwul ist. Von ihren literarischen Ergüssen ganz zu schweigen. Doch wahre Sexgöttinnen sind selten – und ausgesprochen schwer zu verstecken …


Rezension:

Eigentlich schreibt Amy nur für sich. Ihren pornografischen Roman sollte niemand außer ihren engsten Freunden je zu Gesicht bekommen. Doch Amy hat diese Rechnung ohne ihre Schwester Lisa gemacht. Denn die hat das Manuskript dorthin geschickt, wo es jemand lesen kann, der Ahnung davon hat – und es prompt veröffentlicht. Zum Glück immerhin unter einem Pseudonym.
Trotzdem steckt Amy nun in einer Zwickmühle, denn sie ist eigentlich eine ruhige und zurückhaltende Frau, der man ein solches Schriftstück niemals zutrauen würde. Umso schlimmer, dass auch ihre Mutter nichts von ihrem privaten Zeitvertreib weiß. Nicht auszudenken, wenn sie dieses Buch in die Hände bekommt und rausfindet, dass ausgerechnet ihre schüchterne Tochter die Verfasserin ist.

Schon die Covergestaltung ist ein Hingucker und zieht sofort die Blicke auf sich. Durch die direkt ins Auge stechende Farbe erregt das Cover Aufmerksamkeit und macht neugierig auf den Inhalt. Einen wirklichen Klappentext gibt es nicht, denn nimmt man das Buch zur Hand, hat man eine andere Version des Covers vor Augen. Ebenfalls ein Pluspunkt, der zusätzlich auf den Inhalt hinweist – denn die Protagonistin Amy hat zwei Seiten.

Auch der Inhalt kann punkten; die Autorin versteht es, Wortspiele mit einer tollen Story zu verknüpfen und dem Leser mit Humor eine wunderbare Geschichte über die Vielfältigkeit eines Menschen zu schenken.
Der Roman zeigt, dass ein Mensch niemals nur eine Seite hat, sondern auch viel Unentdecktes in jedem steckt – manch einer lebt es nur für sich selbst aus, manch anderer weiß gar nichts von seinen verborgenen Talenten. Unbewusst wird man als Leser dazu angeregt, in sich selbst nach solchen versteckten Dingen zu suchen und vielleicht auch den Mut zu finden, selbst mal etwas Neues, Unbekanntes auszuprobieren und Risiken einzugehen.

Das Lesen macht einfach Spaß, die Seiten blättern sich praktisch von selbst um und mehr als einmal gerät man heftig ins Schmunzeln. Marsha Mellow und ich ist ein Buch, das jederzeit aufheitert und nicht unbedingt nur etwas für Frauen ist – auch männliche Leser dürften auf ihre Kosten kommen.


Fazit:

Kurzweilig, erheiternd, anders – das ist Marsha Mellow und ich von Maria Beaumont in drei Worten. Der Roman bringt Spaß und lässt die Seiten beim Lesen nur so fliegen. Nicht nur für Frauen, sondern auch für Männer eine definitive Empfehlung!


Wertung:

Handlung: 4/5
Charaktere: 4,5/5
Lesespaß: 5/5
Preis/Leistung: 4/5


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