Ein Lesewochenende mit Lilly Lindner.
… oder zumindest mit ihren Büchern.

Und ich habe es schon mehrfach versucht. Lange das Cover angestarrt, von dem aus Lilly den Leser sofort gefangen nimmt. Den Text auf der Rückseite gelesen, der schon fast mehr ist, als die geschundene Seele aushält. Das Buch trotzdem aufgeklappt und auch den Text auf der vorderen Buchklappe gelesen, der gleichzeitig sacht berührt und tief verletzt. Das Inlay betrachtet, das wieder Lilly zeigt, auf einem blassschwarzen Untergrund.
Aber ich konnte es nicht. Ich hatte zu viel Angst vor dem, was Lillys Worte in ihre geballten Kraft in mir auslösen würden. Also stand das Buch im Regal, warf bei jedem Vorbeigehen seinen Schatten nach mir und rief danach, endlich zur Hand genommen zu werden.

Aber auch das konnte meinen inneren Widerstand nicht brechen, sodass auch dieser Roman seit seinem „Einzug“ im Regal steht, brav neben seiner großen Schwester, und geduldig ausharrt, bis seine Zeit gekommen ist. Dabei schloss er sich der Beharrlichkeit und Ausdauer, die brüchigen Mauern meines mentalen Widerstandes Stück für Stück zu zerbröseln und die Herausforderung endlich anzunehmen, an – bisher erfolglos.

Nach der Lesung beschlossen wir schließlich, die Bücher gemeinsam zu lesen. Zu diesem Zweck bin ich nun für ein Wochenende aus Hamburg „geflüchtet“. Noch immer wirkt die Lesung extrem nach und vielleicht schaffe ich es nach diesem Lesewochenende endlich, auch meinen Lesungsbericht zu schreiben. Denn jedes Mal, wenn ich Fotos anschaue oder Texte zu Lillys anderen Lesungen anschaue, bleibt mir wieder und wieder die Luft weg.
Doch wenn ich den Kampf einmal aufnehme, dann gleich richtig.
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3 Kommentare






dreimal angefangen… dreimal gelöscht. Ich habe die Bücher gegoogelt und die Rezis gelesen.
und schon wieder gelöscht. vielleicht sollte ich gar nichts sagen? aber es berührt mich, was du schreibst und ich bin froh, dass du nicht allein lesen wirst. Ich bin gespannt, was du über dieses WE schreibst.
Liebe Grüße
Claudia
Danke für Deine Wortmeldung, Claudia. Wir tasten uns langsam heran.
Diese Bücher nicht alleine zu lesen, die Worte mit jemanden teilen zu können, es ist ein großes und vor allem wichtiges Geschenk, weil es wird weh tun, manche Bücher, manche Buchstaben, sie brennen sich einfach in die Seele ein, schmerzen, aber gemeinsam lässt es sich teilen, die Verzweiflung und Angst, solange ihr euch festhaltet und den Weg gemeinsam geht, solange könnt ihr alles schaffen.
Ich bin gespannt, wie eure Geschichte ausgeht.
Wünsche euch alles Gute!