Adorkable (Sarra Manning)

Adorkable (Sarra Manning)

Klappentext:

Jeane Smith und Michael Lee haben nichts gemeinsam.

Er ist der Star des Fußballteams, Schülersprecher – der beliebteste Junge der Schule.
Sie ist die Außenseiterin, Freak, ein absoluter Dork in seltsamen Klamotten.

Doch was kaum jemand weiß: Jeane ist Blogging Queen, hat über eine halbe Million Follower auf Twitter, schreibt Kolumnen für Zeitungen und gilt als Stimme ihre Generation.
Michael Lee langweilt sich mit seiner schönen blonden Freundin und sehnt sich danach, etwas Besonderes aus seinem Leben zu machen.

Und was noch niemand weiß: Jeane Smith und Michael Lee können nicht aufhören, einander zu küssen!

Eine ganz besondere (Liebes-)Geschichte über ein Mädchen und einen Jungen aus einer Generation, die zunehmend frustriert ist von ihren Perspektiven und die trotzdem nicht aufhört, an ihre Träume zu glauben.


Rezension:

Das waren meine Gefühle, und ich hatte das Recht, sie auf jede erdenkliche Art zum Ausdruck zu bringen. Die Leute haben immer solche Angst davor, die Wahrheit zu sagen, weil die Wahrheit chaotisch, kompliziert und ausgesprochen uncool war, aber ich war eben uncool.
Ich würde also nichts streichen oder löschen, aber ich konnte die Dinge auch anders in Ordnung bringen.
(Seite 84)

Jeane und Michael könnten unterschiedlicher nicht sein: Während Michael als angesehenster Junge der Schule eigentlich immer von irgendwelchen Fans umgarnt wird und auf jeder Party ein gern gesehener Gast ist, bewegt Jeane sich vor allem in der Onlinewelt auf sicheren Füßen. Nicht nur ihr Blog ist unglaublich erfolgreich, auch ihre Tweets finden durch mehr als eine als eine halbe Million Follower ihren Weg um die ganze Welt. Große Zeitungen fragen nach Artikeln von Sarra an und schließlich soll sie sogar einen Vortrag in New York halten – als stellvertretendes Gesicht ihrer Generation. Mit ihrem sehr verrückten Kleidungsstil gehört sie jedenfalls nicht zu den beliebtesten Leuten an ihrer Schule und normalerweise halten sich Michael und seine Fangemeinde mit großem Abstand von Jeane fern. Doch als Jeanes Freund und Michaels Freundin seltsamerweise Gefallen aneinander finden, lernen sich auch die beiden ungleichen Charaktere näher kennen – natürlich nur im Geheimen, denn von dieser Verbindung darf auf keinen Fall etwas an die Außenwelt geraten. Und irgendwie mögen sich die beiden ja auch eigentlich gar nicht wirklich, sondern haben nur so eine gewisse Knutschbeziehung, die sie beide jederzeit abbrechen können. Oder? Es muss doch so sein, denn alles andere wäre mehr als schädlich fürs Image …

Eine ganz normale Schule mit ganz normalen Menschen, ein ganz normaler Alltag mit der ganz normalen Cliquenbildung. Und mittendrin ein sehr ungleiches Pärchen, das trotzdem irgendwie den Weg zueinander findet und die, so wird es sich zumindest eingeredet, nicht vorhandene Beziehung vor allen anderen geheim hält, aber trotzdem nicht voneinander lassen kann. Das alles klingt nach einer dieser klassisch-seichten Liebesgeschichten, wie man sie schon zu Tausenden gelesen hat. Und im Grundsatz ist Adorkable sicherlich auch eine solche – doch das Drumherum, das sich Sarra Manning hat einfallen lassen, machen diesen Debütroman zu einem Buch, das sich von der Masse abzuheben weiß. Denn die Autorin setzt hier in erster Linie nicht auf die Lovestory zwischen zwei ungleichen Charakteren, sondern auf den Einfluss der Onlinewelten, den diverse Socialmedia-Plattformen auf das Leben jedes einzelnen Menschen haben. Ohne dass man sich dabei auf eine Schulbank gesetzt und belehrt fühlt, bringt Sarra Manning auf eine sehr unterhaltsame, wenn auch durch das Miteinander der Charaktere manchmal etwas anstrengende Weise genau das Thema zum Gespräch, über das fast jeder eigentlich täglich nachdenkt: Wie abhängig ist man wirklich vom Internet und von den Kontakten im Socialmedia-Bereich? Was bleibt übrig, wenn man Facebook und Twitter ausschaltet, nicht mehr stündlich seine Mails abruft und seinen Blog für ein paar Tage ruhig stellt?

Doch so einfach macht die Autorin es dem Leser nicht. Sie liefert keine Antworten auf diese Fragen, was natürlich von einem Roman auch nicht unbedingt erwartet werden kann. Vielmehr werden hier Denkansätze, die schon längst jeder im Kopf hat, wachgekitzelt und herausgefordert. Für den Leser sind Jeane und Michael zwei Charaktere, die sich auch in seiner unmittelbaren Umgebung bewegen könnten – Paradebeispiele für eine zwischenmenschliche Beziehung, die nicht nur unter den (schul-)gesellschaftlichen, sondern auch unter den socialmedialen Einflüssen zu leiden hat. Doch bei allem Ernst der Lage bleibt der Roman ein für die Zielgruppe geeignetes Buch, das auch einfach nur zum Spaß gelesen werden kann. Dass das alles nicht ohne Humor und amüsante Szenen abläuft, ist Sarra Manning mit einer gewissen Portion Dank zuzuschreiben. Denn selbst wenn man sich nicht intensiver mit dem Thema auseinandersetzen möchte, findet man in Adorkable wunderbare Unterhaltung und jede Menge Schmunzelmomente – auch wenn diese nicht ohne leicht bitteren Nachhall zu genießen sind.


Fazit:

Mit Adorkable liefert Sarra Manning einen wunderbaren Jugendroman ab, der sich nicht nur mit einem aktuellen Thema – nämlich der auf Langeweile basierenden Abhängigkeit vom Internet – befasst, sondern dieses auch auf eine sehr angenehme Weise tut. Sie schafft es, ein gesundes Gleichgewicht zwischen Ernsthaftigkeit und Amüsement herzustellen, sodass der Leser sich nicht direkt ermahnt, sondern viel mehr zum Nachdenken angeregt fühlt. Ein unterhaltendes Buch, das mehr als nur leichte Kost zwischendurch ist, seine Wirkung jedoch erst nach der Lektüre voll zu entfalten versteht.


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eine Kommentar
  1. Nenya sagt:

    Hallöchen :)

    Ich bin gerade auf deinen Blog gestoßen und er ist klasse!
    Ich habe gleich mal auf gefällt mir gedrückt und werde in Zukunft öfter vorbei schauen :)

    Wenn du Lust hast, schau doch mal bei mir vorbei, ich freue mich über jeden Leser/Kommi :)

    Ganz Liebe Grüße,
    Nenya

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