Finding Back to Us (Bianca Iosivoni)

Finding Back to Us (Bianca Iosivoni)

Klappentext:

Sie darf ihn nicht lieben – denn er ist ihr Stiefbruder …

Als Callie nach langer Zeit in ihre Heimatstadt zurückkehrt, ist der Erste, dem sie dort begegnet, ausgerechnet Keith. Keith, der den Autounfall verursachte, bei dem ihr Vater starb. Keith, den sie nie mehr wiedersehen wollte. Sofort flammen der Schmerz und die Wut von damals wieder auf. Aber auch ein gefährliches Prickeln, das Callie völlig verwirrt. Denn Keith ist nicht nur die Person, die sie am meisten hasst. Er ist auch ihr Stiefbruder …


Rezension:

Bevor ihre Schwester nach ihrem Abschluss auf große Weltreise geht, möchte Callie unbedingt noch einmal ausgiebig Zeit mit ihr verbringen. Nur deshalb kehrt sie nach sehr langer Zeit zurück in ihre Heimatstadt, die sie damals aus verschiedenen Gründen verlassen und bisher nur für sehr kurze Aufenthalte besucht hat. Auch dieses Mal reist sie mit gemischten Gefühlen an, denn alles in der Stadt in mit eher unschönen Erinnerungen verbunden. Und als sie nach ihrer Rückkehr ausgerechnet ihrem Stiefbruder Keith als Erstem begegnet, kommen die schlimmsten Erinnerungen wieder hoch – denn Keith ist schuld an dem Unfall, bei dem ihr Vater ums Leben gekommen ist. Callie hasst ihn dafür, und trotzdem kann sie sich nicht vor den genau gegensätzlichen Gefühlen schützen, die Keith nach all den Jahren noch immer in ihr auslöst.

Optisch passend zum zweiten Band der Reihe stellt Finding Back to us eine Neuauflage vom bereits 2016 erschienenen Roman Was auch immer geschieht dar. Ob der Roman für diese Neuauflage nochmals komplett überarbeitet wurde, weiß man nicht, aber vielleicht hätte genau das der Geschichte gut getan. Denn leider kann Bianca Iosivoni zwar sprachlich überzeugen und der Roman liest sich wirklich gut weg, die Story an sich liefert allerdings einige fragwürdige Punkte. Beginnend mit den widersprüchlichen Gefühlen zwischen den Stiefgeschwistern, die in gewisser Weise noch nachvollziehbar sind, über die vielen Geheimnisse der einzelnen Protagonisten, die teilweise sehr gewollt wirken, bis hin zu einigen Plotholes, für die es bis zum Ende des Buches keine befriedigende Auflösung gibt. Mehr als einmal hat man beim Lesen den Eindruck, dass die Autorin zu viel auf einmal wollte und unbedingt jede Idee in ihrem Buch verarbeiten musste. Dadurch gibt es zum einen überladene Szenen, zum anderen aber auch Momente, die scheinbar nur zum Seitenfüllen genutzt wurden. Was schade ist, da die Idee der Storyline richtig viel Potential hätte.

Was positiv hervorzuheben ist, sind einige der Nebencharaktere. So bleibt vor allem die Stiefmutter im Kopf, die ihre beiden Stieftöchter auch nach dem Tod des Vaters weiterhin wie ihre eigenen Kinder behandelt und ihnen ein warmes Zuhause bietet. Auch Callies Schwester bringt dem Leser als aufgewecktes und schlagfertiges Mädchen viel Freude. Zu diesen beiden fällt es leicht, eine Bindung aufzubauen, was sich bei den Protagonisten leider etwas schwieriger gestaltet. So richtigen Zugang erlauben sowohl Callie als auch Keith nicht, wodurch man sich gerade auf die Szenen mit den anderen freut. Das ständige Betonen Callies, dass sie ihrem Stiefbruder seine Rolle beim Tod ihres Vaters niemals verzeihen wird, geht auf Dauer ziemlich auf die Nerven. Und dass sie zeitgleich immer wieder betont, wie scharf Keith ist, macht das ganze Zusammenspiel nicht gerade leichter. Von Beginn an ist klar, worauf es hinauslaufen würde, und auch die Geheimnisse bringen keine wirkliche Spannung auf.

Finding Back to Us ist ein klassischer New Adult-Roman, der durchaus Unterhaltungspotential hat, sich allerdings eher im Mittelfeld bewegt. Nach der letzten Seite freut man sich auf den zweiten Band, in welchem man Callies besten Freund Parker besser kennenlernen wird. Auch er ist einer der spannenderen Charaktere in diesem Roman. Ansonsten bleiben Keith und Callie aber nicht besonders lange im Kopf des Lesers hängen. Trotzdem kann man Fans des Genres das Buch durchaus ans Herz legen, und auch Leser auf der Suche nach eher leichter Unterhaltung dürften hier etwas nach ihrem Geschmack finden, sofern sie ihre Ansprüche nicht zu hoch legen.


Fazit:

Mit Finding Back to Us erhält der Leser einen klassischen Roman des New Adult-Genres, der durchaus zu unterhalten weiß, jedoch keinen nachhaltigen Eindruck hinterlässt. Zu den Nebencharakteren findet man leichter Zugang als zu den eigentlichen Protagonisten und auch die Storyline überzeugt nicht vollends. Für Fans des Genres, die leichte Kost für zwischendurch suchen, und eventuell auch für Neueinsteiger in diesen Bereich der Literatur.


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