Kronenherz – Royal Horses 1 (Jana Hoch)

Kronenherz – Royal Horses 1 (Jana Hoch)

Klappentext:

Seine Welt ist die der Royals – voller Skandale und Geheimnisse.
Sich in ihn zu verlieben war nie Teil ihres Plans.
Auf dem königlichen Pferdegestüt der Royal Horses kreuzen sich ihre Wege …

Greta will nur noch weg: weg von ihrer Schule und weg von ihren Freunden, die sie so unendlich enttäuscht haben. Da kommt ihr der Ferienjob auf dem Gestüt der Royals gerade recht. Mit Pferden hat Greta zwar nichts am Hut – und mit Prinzen und Prinzessinnen noch viel weniger –, aber das Schloss der Königsfamilie lässt ihr Herz trotzdem höherschlagen. Doch schon am ersten Tag gerät sie mit Edward, dem Pferdetrainer, aneinander. Er ahnt, dass sie ein Geheimnis hat und will es um jeden Preis ans Licht bringen. Als kurz darauf auch Prinz Tristan auf dem Gestüt auftaucht, wird Gretas Leben endgültig durcheinandergebracht. Zu spät merkt sie, dass sie geradewegs dabei ist sich zu verlieben – ausgerechnet in den Jungen, von dem sie sich eigentlich fernhalten wollte.


Rezension:

Nach einer herben Enttäuschung durch ihre eigentlich engsten Freunde flüchtet Greta zu ihrem Bruder und rasselt dabei in einer dunklen Gasse mit einem ungehobelten Jungen zusammen, der ihr Ungeheuerliches unterstellt. Diese Auseinandersetzung ist jedoch schnell wieder vergessen, als Gretas Bruder ihr die Möglichkeit eröffnet, den Sommer auf einem Gestüt weit weg von London zu verbringen. Trotz ihrer kompletten Unerfahrenheit im Umgang mit Pferden freut sich Greta auf die Auszeit von der Großstadt – bis zu dem Moment, als sie Edward wiedertrifft und feststellen muss, dass sie ihre Sommerferien unter anderem mit ihm verbringen wird. Und als dann völlig unerwartet auch noch der Prinz auftaucht und ihr offenkundige Avancen macht, überschlagen sich schließlich die Ereignisse.

Bereits auf den ersten Seiten spielt Jana Hoch mit dem Spannungsbogen wie ein Profi – wüsste man nicht, dass es sich bei Kronenherz um ein Debüt handelt, würde man es nicht mal annähernd vermuten. Gemessen an der Zielgruppe hat der erste Band der Royal Horses-Trilogie alles, was gute Unterhaltung ausmacht. Es gibt (mindestens zwei) Geheimnisse, verletzte Egos, neue Freundschaften, argwöhnische Zweifel, deutlichen Zickenkrieg, zarte Annäherungen – oh, und es gibt natürlich Pferde! Mit so unterschiedlichen Charakteren, wie auch die Protagonisten auffahren, was die Lektüre noch um ein ganzes Stück lustiger und faszinierender macht. Denn Jana Hoch beschränkt sich nicht nur auf die menschlichen Züge ihrer Figuren, sondern bringt dem Leser auch das Wesen der Pferde nahe. Und das schafft sie auf eine Art, die im Leser sofort das Verlangen weckt, selbst auf ein Gestüt zu fahren und dort (nicht nur mit den Pferden) zu arbeiten.

Natürlich bringt Kronenherz nichts existentiell Neues mit sich, und schon früh könnte sich der eine oder andere Verdacht bemerkbar machen. Trotzdem entwickelt die Geschichte um Greta, Edward und Tristan einen echten Sog, sodass auch Leser außerhalb der Zielgruppe sich kaum entziehen können. Mit auflockerndem Humor an genau den richtigen Stellen schwingt während der gesamten Lektüre eine gewisse Ernsthaftigkeit mit, nicht zuletzt aufgrund der tiefgehenden Darstellung vom richtigen Umgang mit Pferden und der wunderschönen Kulisse, deren Beschreibung Reiselust wachruft. Jana Hoch gibt nicht nur ihren (sowohl menschlichen als auch tierischen) Charakteren eine greifbare Substanz mit sympathischen Eigenheiten, sondern schafft es auch, das Kopfkino des Lesers zu aktivieren und ihn nach England zu entführen.

Alles in allem bietet Kronenherz eher ruhige Unterhaltung mit einigen Spannungshöhen. Vor allem der Umgang mit Pferden und die verschiedenen Probleme eines Teenagers bilden einen angenehmen Rahmen für nette Lesestunden. Es ist noch ein wenig Luft nach oben, da das Royal-Thema im ersten Band der geplanten Trilogie noch nicht so großen Anteil hat. Doch Jana Hoch versteht es, den Leser in ihren Bann zu ziehen, und man darf gespannt sein, wie sich die Geschichte weiterentwickelt.


Fazit:

Selbst Leser, die weder mit Pferdebüchern noch mit royalen Settings etwas anfangen kann, sollten mit großer Lust zu Royal Horses – Kronenherz greifen. Der Auftakt der Debüttrilogie von Jana Hoch thematisiert zwar beides, jedoch in einem derart angenehmen Rahmen, dass sich sogar Skeptiker gut unterhalten fühlen werden. Auch über die Zielgruppe hinaus trifft die junge Autorin den Nerv des Lesers und bringt nicht nur die Welt auf einem Pferdegestüt näher, sondern gewährt auch einen realistisch wirkenden Blick hinter die Kulissen der Reichen und Schönen. Und der Pferde.


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