2016 – (M)Ein persönlicher Jahresrückblick

Und wieder geht ein Jahr zu Ende. Bereits in den letzten Wochen hat man überall Jahresrückblicke gesehen und auch ich habe viel Zeit damit verbracht, mein persönliches Jahr zu reflektieren, und dabei versucht, mich nicht nur auf die negativen, sondern auch und vor allem auf die positiven Dinge zu konzentrieren. Das war nicht ganz leicht, denn 2016 hat mich viel Kraft gekostet, auf ganz verschiedenen Ebenen. Und wie viele andere Menschen möchte ich heute kurz innehalten und noch ein letztes Mal ausgiebig auf das vergangene Jahr zurückblicken.

2016 war ein nicht ganz einfaches Jahr für mich. Nach einem eher holprigen Start in der Stadt der Engel kündigte sich sehr früh eine depressive Phase an. Die wurde im April, zwei Tage nach meinem Geburtstag, durch den Verlust meines Arbeitsplatzes und der daraus folgenden Lösung aus dem Kiez-Kreis noch verstärkt, sodass ich Anfang Mai so richtig abstürzte und bis heute mit den Nachwirkungen zu kämpfen habe. Dazu kam die Absage der GreenCard-Lottery, die mich weniger getroffen hat, als ich (und wohl auch andere) erwartet hätte. Im Sommer musste ich dann die schwere Entscheidung treffen, meinen langjährigen und an meiner Seite kämpfenden Begleiter Luka einschläfern zu lassen. Ein paar schwierige Wochen, die an einer engen Freundschaft nagten, folgten über mehrere Monate hinweg. Ein klares Gespräch mit deutlicher Positionierung half, die Wunden zu kitten. Bis hin zu der zwangsläufig gecancelten LA-Reise im November. Von dem ganzen Weltgeschehen und den vielen Persönlichkeiten, die in diesem Jahr von uns gegangen sind, will ich gar nicht erst anfangen. Kurzum: 2016 war eine ziemliche Herausforderung für uns alle, und ja, ich kann sehr gut nachvollziehen, warum manch einer diesem hinter uns liegenden Jahr den Mittelfinger zeigt.

Doch es gab auch viele positive Dinge, die 2016 mit sich brachte. Das Projekt „Stilfeder“ hat etwas mehr Fuß gefasst und ich freue mich darauf, in 2017 endlich richtig durchzustarten. Auch meine Wohnung habe ich nach fast neun Jahren in Hamburg jetzt endlich so weit auf Vordermann gebracht und schaffe es seit Ende November auch durchgehend, die Ordnung aufrecht zu erhalten. Das ist ein ganz persönlicher Erfolg, auf den ich sehr stolz bin. Die Schattenwege erfreuen sich regelmäßiger Besucher und Kommentierer, was mich sehr freut. Es zeigt mir, dass da draußen doch ein paar Menschen sind, für die es sich lohnt, öfter mal zur Tastatur zu greifen und auch private Gedanken mit der Welt zu teilen. Ich habe in diesem Jahr eine tolle Woche in Ungarn verbracht, neue und verblasste Freundschaften aufleben lassen, persönliche emotionale Krisen weitestgehend unbeschadet überstanden und bin wieder ein Stück an mir selbst gewachsen. Der Kontakt zu einigen Familienmitgliedern ist gerade jetzt zum Jahresende wieder enger geworden. Und natürlich ist da Chase, der seit inzwischen anderthalb Monaten zu unserer kleinen Familie gehört und jeden Tag Sonne in mein Leben bringt und meinen Alltag auf so vielseitige Weise bereichert.

Was erwarte ich von 2017? Dass es besser wird als 2016.
Vieles haben wir selbst in der Hand, anderes liegt außerhalb unserer Reichweite. Ich wünsche mir, dass die Menschen wieder zu ihren Wurzeln zurückkehren und sich bewusst machen, wie viel von ihrem Glück – und dem der Welt – bei ihnen selbst liegt. Ich hoffe, dass sich der Frieden wieder durchsetzt und die Menschen ihre Herzen und Köpfe für diejenigen öffnen, die unsere Unterstützung brauchen. Und für mich persönlich wünsche ich mir, dass ich einige Dinge wieder in die richtigen Bahnen lenken und mein Leben weiter in Ordnung bringen kann.

2016, Du hast es niemandem wirklich leicht gemacht. Ein paar Dinge sind gewaltig schief gelaufen, aber vielleicht hast Du, wie hoffentlich auch einige Menschen, daraus gelernt und kannst Deinem Nachfolger ein paar gute Tipps mit auf den Weg geben.
2017, wir freuen uns auf Dich und hoffen, dass Du viele neue Abenteuer für uns bereit hältst, die bitte nicht ganz so viel Kraft kosten wie in diesem Jahr.

Meinen Lesern möchte ich auf diesem Weg ein weiteres Mal für ihre Treue danken. Ohne euch wären die Schattenwege nur halb so lebendig. Kommt gut ins neue Jahr und schaut bald wieder vorbei.

Euch allen einen guten Rutsch! Wir lesen uns dann im nächsten Jahr an dieser Stelle wieder.


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2 Kommentare
  1. Liebe Jess,
    du bist wirklich ein toller Mensch. Ganz schön stark, was du dieses Jahr alles geschafft hast. Meinen Respekt!
    Ich liebe deine Beiträge und wünsche dir und deinen Vierbeinern einen guten Rutsch in ein wunderbares Jahr 2017!
    Ganz viele liebe Grüße sendet dir
    Yvonne

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