Broken Darkness. So verführerisch (M. O’Keefe)

Broken Darkness. So verführerisch (M. O’Keefe)

Klappentext:

Eine dunkle Stimme
Als Annie McKay in dem Trailer, in den sie gerade eingezogen ist, ein Klingeln hört, ahnt sie nicht, dass dieser Moment ihr Leben unwiderruflich verändert. Sie findet ein zurückgelassenes Handy. Am anderen Ende der Leitung ist ein Fremder mit einer rauen Stimme: Dylan.

Eine geflüsterte Verführung
Dylan vermittelt ihr ein unerwartetes Gefühl der Sicherheit. Und so lässt sich Annie auf ein Gespräch mit ihm ein. Es bleibt nicht bei dem einen. Die Stimme in der Dunkelheit verführt sie, lässt sie sündige Dinge tun, die sie sich ohne ihn nie getraut hätte.

Eine stumme Hoffnung
Es ist ein sinnliches Spiel zwischen zwei Fremden. Doch aus jedem Spiel wird einmal Ernst. Und sowohl Dylan als auch Annie haben gefährliche Geheimnisse …


Rezension:

Annie McKay ist auf der Flucht vor ihrem bisherigen Leben und findet Unterschlupf in einem heruntergekommenen Trailerpark. Hier hat sie einen Wohnwagen angemietet und will mit der Vergangenheit abschließen. Dass sich alte Verhaltensmuster nicht so schnell ablegen lassen und sie weitaus mehr als nur ihren Standort ändern muss, wird ihr allerdings schnell bewusst. Als in ihrem Wohnwagen ein fremdes Handy klingelt, weiß Annie noch nicht, dass dieses Klingeln sie in ihrem weiteren Vorhaben unterstützen wird. Oder vielmehr die interessante Stimme, die am anderen Ende wartet und irgendwas in ihr auslöst – etwas, das sie bis dahin nie gekannt hat.

Der Fremde am anderen Ende weckt nicht nur Sicherheit und Neugier, sondern bringt auch eine erotische Saite in Annie zum Klingen, die sie sich aus verschiedenen Gründen immer versagt hat. Dylan schafft es jedoch, ihr neuen Mut und Selbstvertrauen zu vermitteln. Er fordert sie heraus, an ihre Grenzen zu gehen und diese auch zu überschreiten. Die beiden beginnen ein prickelndes Spiel am Telefon und für beide ist klar, dass es niemals zu einem Treffen kommen wird. Doch die Verbindung zwischen Annie und Dylan wird immer intensiver, bald vertrauen sie sich in Teilen ihre Geheimnisse an, und als sich die Ereignisse im Trailerpark schließlich überschlagen, wird nicht nur Annies Leben erneut auf den Kopf gestellt.

Wenn wir bis an unsere Grenzen getrieben werden, sind wir zu allem fähig. Überleben ist das Einzige, was dann zählt.
(Seite 408)

Das erfolgreiche Genre des New Adult ist inzwischen nicht mehr aus den Verlagsprogrammen wegzudenken. Mit dem Imprint Endlich Kyss schafft der Rowohlt-Verlag einen neuen Platz für derartige Romane im eigenen Programm und bringt bereits die zweite Reihe des neuen Labels auf den Markt. Im Gegensatz zu Redwood Love ist die zweite Kyss-Reihe genau das, was der Titel verspricht – düster, kaputt und voller Abgründe. In Broken Darkness haben die Menschen Geheimnisse, nicht nur die Protagonisten. M. O’Keefe schafft es, auch die Nebencharaktere lebendig und interessant zu gestalten – was im Hinblick auf den Vierteiler sicher von Vorteil ist, da sie in Band 3 und 4 selbst die Hauptrollen übernehmen werden.
Durch die intensive Auseinandersetzung mit den Nebenrollen geht möglicherweise ein wenig Aufmerksamkeit für die Protagonisten Annie und Dylan verloren, an mancher Stelle bleiben sie etwas blass. Doch die Vielschichtigkeit der Charaktere im Allgemeinen kann diese Blässe zur Genüge ausgleichen. Die Autorin legt vor allem Wert auf starke Frauencharaktere oder zumindest welche, die Stärke beweisen und ziemlich tough sind. Annie ist von Angst getrieben, aber auch von Neugier und sie lernt Stück für Stück, sich nicht länger von ihrer Vergangenheit Steine in den Weg legen zu lassen. Von Dylan erfährt man gefühlt etwas weniger, obwohl natürlich auch er eine geheimnisvolle Vergangenheit hat. Leider sind die Hintergründe sehr klassisch, sodass man hier keine großen Überraschungen erwarten darf.

Trotzdem funktioniert das Konzept. So verführerisch ist ein in jeder Hinsicht solider Auftakt für die Broken Darkness-Reihe. Als Leser wird man in die Welt eingeführt, lernt die Charaktere kennen, erfährt ein wenig über die Hintergründe, aber auch noch nicht genug, um auf das Weiterlesen zu verzichten. Und obwohl der Großteil der Geschichte eher mittelmäßige Unterhaltung bietet und es keine großen Spannungsbögen gibt, gelingt es der Autorin, an genau den richtigen Stellen für Cliffhanger zu sorgen und dem Leser auf diese Weise den Mund wässrig zu machen. Prickelnde Lektüre für zwischendurch, die zumindest in Teilen auch im Gedächtnis hängen bleibt.


Fazit:

Mit Broken Darkness bringt das Rowohlt-Label Endlich Kyss seine zweite romantische Reihe auf den deutschen Buchmarkt. Der Auftakt So verführerisch bietet vielschichtige (Haupt- und Neben-)Charaktere, interessante Plots, ein bisschen Drama und Herzklopfen, so manche prickelnde Szene und spannende Hintergründe – kurz gesagt: Die Autorin M. O’Keefe liefert dem Leser ein Rundum-Paket, das trotz teilweise seichten Dahinplätscherns durch clever gesetzte Cliffhanger ziemliches Pageturner-Potential hat.



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