Into the Fire (J. R. Ward)

Into the Fire (J. R. Ward)

Klappentext:

Das Feuer verzeiht keine Fehler …

Anne Ashburn ist Firefighterin mit Leib und Seele. Kein Feuer ist ihr zu gefährlich, kein Risiko zu hoch. Doch bei einem Einsatz unterschätzt sie die Gefahr und kommt fast ums Leben. Nur eine extreme Rettungsaktion von Danny Maguire, dem Bad Boy des Fire Departments, bewahrt sie vor dem sicheren Tod. Verletzt an Körper und Seele hat Anne danach nur noch ein Ziel: den Brandstifter zu finden, der für das Feuer verantwortlich ist, das ihr Leben so drastisch veränderte. Immer wieder trifft sie während ihrer Ermittlungen auf ihre alte Einheit – und Danny! Dabei lodern auch längst vergessene Gefühle wieder auf …


Rezension:

Nach der Hochzeit ihres Freundes und Kollegen sind Anne und Danny zusammen im Bett gelandet. Niemand aus dem Team weiß davon und sie bemühen sich, professionell damit umzugehen und diese Nacht nicht ihren Arbeitsalltag beeinflussen zu lassen. Bei einem schweren Brand kommt es zu gefährlichen Komplikationen, die für beide schlimme Nachwirkungen hat. Während Danny zehn Monate später zurück auf der Feuerwache ist, muss Anne sich damit abfinden, dass ihre Karriere als Firefighterin endgültig vorbei ist. Sie wechselt zu den Brandermittlern und macht es sich zur Aufgabe, nicht nur ihre laufenden Fälle aufzuklären, sondern auch den Verantwortlichen zu finden, dem sie ihre lebensverändernden körperlichen und seelischen Schäden zu verdanken hat. Dass sie Danny dabei immer wieder über den Weg läuft, was nicht nur die Erinnerungen an diesen schlimmen Tag wachhält, sondern auch ihre Gefühle jedes Mal aufs Neue hochkochen lässt, macht die Begegnungen natürlich nicht leichter.

Wenn man romantische Fantasy mit Vampiren mag, kommt man an J. R. Ward kaum vorbei. Mit Into the Fire startet die Autorin nun eine weitere Romance-Serie, die allerdings im realen Leben spielt und Feuerwehrmenschen als Protagonisten bietet. Laut Klappentext darf man sich also auf viele heiße Szenen unterschiedlichster Art freuen. Das Versprechen, das Titel und Grundelemente der Geschichte dem Leser geben, wird allerdings in keiner Weise eingehalten. Statt sexy Feuerwehrmänner begleitet man während der Lektüre einen Haufen Arschlöcher, die allesamt einen echten Schlag weg und mit völlig klischeehaften Problemen zu kämpfen haben. Geheimnisse sind an der Tagesordnung, obwohl gerade für Feuerwehrleute ein besonderes Vertrauen im Team wichtig ist. Neben den gefühlt tausend Namen von zwei Teams muss man sich also auch noch mit ebenso vielen „Schicksalen“ auseinandersetzen, die allerdings alle nur kurz angerissen werden und keinerlei Hintergrundinfos liefern. Statt heißer Leidenschaft erwarten den Leser eher mechanische Sexszenen, die keine Emotionen geschweige denn echte Lust transportieren können. Auch sonstige Gefühle werden nur sehr schwach dargestellt und bleiben eher auf Distanz, ebenso wie Gedanken und Überlegungen aller Charaktere.

Außerdem ist es nicht möglich, eine angenehme Bindung zu den beiden Protagonisten von Into the Fire aufzubauen, denn sowohl Anne als auch Danny bleiben flach und schaffen es trotz aller Bemühungen nicht, das Herz des Lesers zu erobern, geschweige denn zum Schmelzen zu bringen. Anne schwafelt ständig von ihrem Vater, den sie immer stolz machen wollte und der eigentlich gar nicht der Held war, für den ihn alle halten, und von dem absoluten Muss, Danny weitestgehend aus dem Weg zu gehen. Danny hingegen benimmt sich wie ein pubertierender Hund, dem man seinen Knochen wegnehmen möchte, und bleibt nahezu über die volle Buchlänge hinweg ein ziemlich widerlicher Drecksack mit einem echten Machokomplex. Apropos Hund – ein großer und vielleicht auch der einzige Pluspunkt ist ein Streuner, der von Anne adoptiert wird und das Herz des Lesers im Sturm erobert. Es ist wahrscheinlich kein Kompliment, dass man sich ausgerechnet auf die Szenen mit dem Vierbeiner am meisten im Buch freut. Wobei man auch sagen muss, dass Annes neuer Chef – wohlbemerkt als einziger menschlicher Charakter – durchaus Sympathiepunkte beim Leser sammeln kann. Alle anderen bleiben blass oder zeigen sich von Anfang an von einer Seite, die den Wunsch eines näheren Kennenlernens sofort im Keim erstickt.

Das alles wäre vielleicht noch zu verkraften, wenn der Rest des Buches in anderer Form überzeugen könnte. Tatsächlich ist es aber leider so, dass zu viele negative Punkte das Lesen zu einem Marathon von Aufregern machen. Angefangen bei ganz bewusst ungeschütztem Sex über die Verwendung von nicht besonders umweltfreundlichen Kaffeekapseln und politischen, nicht nachvollziehbaren Verstrickungen bis hin zu familiären Problemen, die den Leser wahrscheinlich neugierig machen und bei Laune halten sollen, aber durch schlichtes Anteasern eher nerven. Selbst der Humor, der in Ansätzen erkennbar ist, wirkt auf Dauer zu bemüht, als dass er wirklich unterhalten könnte. Und die Brandermittlungen wirken eher wie eine Art zäher Leim, die alles irgendwie zusammenhalten sollen. Alles in allem schafft es Into the Fire daher höchstens, den Leser fortlaufend aufzuregen, und alles vorhandene Potential zu verschenken. Um prickelnde Leidenschaft wird hier leider ein großer Bogen gemacht. Ob Fans der Black Dagger-Reihe Gefallen an dieser neuen Serie finden, ist fraglich. Erstleser der Autorin werden jedoch wahrscheinlich nicht so bald zu einem weiteren Buch von J. R. Ward greifen.


Fazit:

Sexy Feuerwehrmenschen, heiße Leidenschaft und brenzlige Ermittlungen – der Titel Into the Fire verspricht einiges, was vom Klappentext zusätzlich verstärkt wird. Wirklich zu finden ist im Auftaktband der neuen Reihe von J. R. Ward allerdings kaum etwas von diesen Elementen, die einen guten Romance-Thriller ausmachen. Stattdessen bekommt der Leser zahlreiche Namen, flache Charaktere, distanzierte Emotionen, mechanische Sexszenen und einen bunt zusammengewürfelten Haufen von Ermittlungen und Feuerwehreinsätzen. Ein Lichtblick ist jedoch die Anwesenheit eines Hundes, der seltsamerweise als einziger Charakter wirklich das Herz des Lesers erobern kann.


1
|



eine Kommentar
  1. Moni2506 sagt:

    Guten Morgen Jessica,

    Jetzt weiß ich wieder woher ich den Namen J. R. Ward kenne. Ich habe mal in die Black Dagger Reihe reingelesen, aber doch recht schnell abgebrochen. Das war nichts für mich und für die neue Reihe sieht es ja auch nicht so gut aus.
    Ich muss ja zugeben, dass ich schon die Übersetzung seh fragwürdig finde. Ich wei nicht, warum man aus firefighter Firefighterin macht… Klingt natürlich cooler, aber ich wäre da ehrlich gesagt schon raus gewesen.
    Und das was du zum Rest schreibst, klingt auch nicht so überzeugend. Wenn ein Hund schon das beste am Buch ist, dann ist einiges schief gelaufen.

    Ich wünsche dir einen schönen Sonntag!
    LG, Moni

Leave a Reply