Teardrop (Lauren Kate)

Teardrop (Lauren Kate)

Klappentext:

Der großartige Auftakt zu Lauren Kates neuer Serie

»Vergieße nie eine einzige Träne!« Dieses Versprechen musste Eureka ihrer Mutter geben und siebzehn Jahre lang hat sie sich daran gehalten. Selbst als ihre Mutter bei einem Autounfall starb. Doch dann trifft sie Ander, einen attraktiven und äußerst mysteriösen Jungen. Er bringt sie so durcheinander, dass sie eine Träne vergießt – und Ander fängt sie mit seiner Fingerspitze auf. Auch er scheint zu wissen, dass Eureka nicht weinen darf. Doch was ist ihr großes Geheimnis? Warum wissen alle anderen davon, nur sie nicht? Und warum verhält sich ihr bester Freund, Brooks, plötzlich so aggressiv ihr gegenüber? Waren sie nicht kurz davor, ein Paar zu werden? Wem kann Eureka noch vertrauen?


Rezension:

Regen prasselte gegen die Fensterscheiben und verpasste ihnen Zebrastreifen.
(Seite 183)

Nachdem Eureka bei einem mysteriösen Autounfall ihre Mutter verloren hat, fällt sie in ein tiefes Loch aus Dunkelheit und Depressionen. Sie trauert auf ihre eigene Art, auch wenn sie dafür von allen anderen schief angeschaut wird – denn seit ihrer Kindheit hat Eureka kein einziges Mal mehr geweint. Ihre Stiefmutter Rhoda, die sie über alles hasst, schickt sie nach einem gescheiterten Selbstmordversuch von einem Therapeuten zum nächsten, ohne dass wirklich jemand zu dem Mädchen durchdringen kann. Eureka hat sich komplett in sich selbst zurückgezogen und die einzigen Menschen, denen sie sich noch halbwegs öffnet, sind ihre besten Freunde Cat und Brooks. Doch dann trifft sie Ander und fühlt sich aus unerklärlichen Gründen sofort zu ihm hingezogen, was ihr Angst macht. Vor allem als Ander plötzlich immer wieder wie aus dem Nichts auftaucht, genauso schnell wieder verschwindet und sie nicht weiß, wie sie ihn erreichen kann. Sie wird einfach nicht schlau aus diesem Jungen. Noch mehr Fragen wirft das Erbe ihrer Mutter auf, denn sie hat ihr drei besondere und gleichzeitig seltsame Dinge vermacht: Ein in einer sonderbaren Sprache verfasstes, sehr altes Buch, einen in Gaze gewickelten Donnerstein und ihr Lieblingsamulett, das sie seither getragen hat und das sich nicht öffnen lässt. Erst mit Anders Hilfe kann sie die Wichtigkeit der Erbstücke ergründen und kommt dabei einer uralten Legende auf die Spur – in der sie eine große Rolle spielt.

Eureka gab nicht auf und schlug nach den Händen, die sie von Diana trennten. Sie wäre lieber ertrunken. Sie wollte im Meer bei ihrer Mutter bleiben.
(Seite 334)

Nach der Engels-Reihe und einem Ausflug ins Genre des Jugend-Thrillers kommt mit Teardrop der Auftakt einer neuen vielversprechenden Fantasy-Serie von Lauren Kate auf den Markt. Mit einem leicht skeptischen Bauchgefühl ist der Leser gespannt auf die Weiterentwicklung der Autorin und greift beherzt zu dem erneut wunderschön gestalteten Roman, der mit einer tollen Grundidee auffahren kann. Die Thematik des sagenumwobenen Atlantis wird hier weitreichend aufgegriffen und in einer teilweise langatmigen, insgesamt jedoch recht spannenden Geschichte verarbeitet. Man merkt dem Buch sehr deutlich an, dass Lauren Kate sich viele Gedanken um die Legende gemacht hat, wodurch natürlich zahlreiche Informationen eingewoben wurden. Gemessen an der Seitenanzahl ist der Informationsgehalt zwar nur spärlich gestreut, da zwischendurch immer wieder viel erzählt und beschrieben wird, doch vereinzelt wird der Leser in Erstaunen versetzt und neugierig gemacht. Auch die sonstige Thematik ist vielseitig – es geht um Verlust, Depressionen, Freundschaft und natürlich auch Liebe. Ein ausgeglichenes Miteinander wollte noch nicht so richtig gelingen, doch das Potential der Geschichte ist klar erkennbar und die Autorin hält alle Trümpfe in der Hand, um etwas wirklich Tolles und Lesenswertes daraus zu machen. Anschaulich geht Lauren Kate auf viele Komponenten der einzelnen Thematiken ein und bringt dem Leser so Eurekas Geschichte noch ein Stück näher.

Leider gibt es einige Längen, in denen vor allem viel erzählt wird. Diese lassen den Lesefluss zwischendurch immer wieder stocken, sodass man sich mitunter doch manchmal fragt, was auf den letzten hundert Seiten eigentlich passiert ist. Doch das kann Lauren Kate durch die authentische Gestaltung ihrer Charaktere relativ gut ausgleichen. Eureka trägt ihre Rolle als Halbwaise mit gekonnter Fassung, gibt dem Leser aber auch das Gefühl, ganz nah bei ihr zu sein. Cat lockert die ganze Geschichte durch ihre erfrischende Art und ihre nicht immer passenden Sprüche auf. Brooks, der beste Freund seit Kindertagen, ist der klassische Kerl von nebenan – süß, lieb und mit einem Hauch Verwegenheit, der die Herzen schmelzen lässt. Gerade er wird im Verlauf der Geschichte zu einem immer wieder gern gesehenen Charakter, auch wenn er seltsame Verhaltensweisen an den Tag legt, die nicht nur Eureka ein wenig verwundern. Rhoda wurde die typische Rolle der verhassten Stiefmutter quasi auf den Leib geschneidert und man kann die Antipathie zwischen ihr und Eureka förmlich spüren. Ganz anders verhält es sich hingegen mit der Zuneigung, die das Mädchen mit ihren vierjährigen Zwillingsgeschwistern verbindet. Und dann ist da natürlich noch Ander, der geheimnisvolle Junge mit der interessanten Aura, der wie aus dem Nichts auftaucht und sein ganz persönliches, erschreckendes Geheimnis hat.

Alles in allem erkennt man deutlich die Weiterentwicklung von Lauren Kate. Der Sprung von einer klassischen, ausgelutschten Jugend-Fantasy-Liebesgeschichte mit vielen Fehlern hin zu einer gut durchdachten Story mit innovativer Idee und kleinen Schwächen in der Umsetzung ist ihr deutlich gelungen. Teardrop kann noch nicht in allen Punkten überzeugen, ist aber ein ganz klarer Fortschritt, und zumindest auf den letzten hundert bis hundertfünfzig Seiten hat die Autorin bewiesen, dass sie durchaus in der Lage ist, ihre Leser zu fesseln. Wenn sie an diesem Stil festhält, dann könnte die Reihe um Eureka und ihre Rolle in der Legende um Atlantis durchaus ein dauerhafter Erfolg auf dem Markt werden.

Die Weisheit leuchtet dir den Weg zur Erfahrung, aber du musst das Licht selbst in die Hand nehmen und den Weg allein gehen.
(Seite 144)


Fazit:

Mit dem Auftakt ihrer neuen Fantasy-Reihe bringt Lauren Kate eine innovative Idee und man merkt dem Buch deutlich an, dass sie sich im Vergleich zur Engels-Reihe enorm weiterentwickelt hat. Teardrop ist um einiges erwachsener und kann trotz einiger Schwächen mehr überzeugen. Lange Erzählpassagen lassen den Lesefluss zwischendurch immer wieder stocken, doch insgesamt macht das Forschen nach Eurekas Erbe Spaß und definitiv Lust auf mehr. Vor allem die letzten Seiten versprechen eine gute Fortsetzung und lassen den Leser hoffnungsvoll und ungeduldig zurück.




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2 Kommentare
  1. Jenny sagt:

    Halli Hallo!

    Ich fand deinen Blog superschön und musste dich darum einfach für die 11-Fragen-Nominierung vorschlagen. Falls du Interesse hast, schau mal auf meinem Blog vorbei und erfahre näheres :)

    http://buecherdreams.blogspot.de/2014/09/11-fragen-tag-nominierung.html#more

    • Schattenkämpferin sagt:

      Hallo Jenny,

      vielen Dank für die Nominierung und die elf Fragen, die ich im Grunde gerne beantworte.

      Allerdings habe ich gesehen, dass eine „Bedingung“ für die Nominierung ist, dass man unter 200 Follower hat. Das muss man jetzt wahrscheinlich ein wenig differenziert betrachten: Direkt auf den Schattenwegen kann man nur per RSS-Feed folgen, bei Facebook habe ich mit über 780 Likes die Grenze um ein Vielfaches überschritten und bei Twitter dümpelt die Follower-Zahl immer so um die 100.

      Ich werde die Fragen einfach trotzdem beantworten, aber niemanden nominieren, sondern es den Lesern selbst überlassen, ob sie den Award übernehmen möchten oder nicht.
      Ist das in Ordnung? :)

      Liebe Grüße von der Schattenkämpferin!

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