Monatsrückblick 07/2020 – Lesen, hören, nicht schreiben.

Einerseits kann ich kaum glauben, dass der Monat schon wieder vorbei ist, andererseits bin ich auch sehr froh darüber, dass es so ist. Der Juli war ein sehr durchwachsener Monat, und das nicht nur aufs Wetter bezogen.

Ich stecke gerade mitten in einer, verhältnismäßig wohl eher leichten, depressiven Phase, die mich schon wieder an allem und jedem zweifeln lässt – vor allem an mir selbst in so ziemlich allen Belangen. Deshalb war es im Juli sehr ruhig hier, wenn auch dank einiger fester Artikelreihen nicht komplett still. Ich habe sogar den Jahrestag der Schattenwege völlig vergessen – nächstes Jahr darf das nicht passieren, schließlich sind es dann zehn Jahre.

Und so ganz stimmt die Begründung nicht, denn einige von euch werden sich sicherlich noch erinnern können, dass ich gerade in den schlimmsten Dunkelphasen am meisten geschrieben habe. Aber der neue Job bringt frühes Aufstehen und einen zeitaufwändigen Arbeitsweg mit sich – Letzteres bedeutet aber auch jeden Tag (theoretisch zusätzliche) anderthalb Stunden Lesezeit im Bus, auch wenn sich das in der Lesestatistik nicht wirklich bemerkbar macht (weil praktisch die einzige derzeitige Lesezeit).

Gelesen im Juli:
„Deine Worte in meiner Seele“ von Brittainy C. Cherry (384 Seiten)
„Too Late“ von Colleen Hoover (464 Seiten)
„Endstation U-Bahnhof Kottbusser Tor“ von Alper Soytürk (416 Seiten)
„Nach der Flut das Feuer“ von James Baldwin (128 Seiten)
„The Light In Us“ von Emma Scott (416 Seiten)
„Abels letzter Krieg“ von Daan Heerma van Voss (386 Seiten)
„Alles. Nichts. Und ganz viel dazwischen.“ von Ava Reed (320 Seiten)
„Schneeflockensommer“ von Barbara Schinko (160 Seiten)
„Exit Racism“ von Tupoka Ogette (in Lesung)
„Fühlen ist gesund“ von Anette Dröge (eBook, in Lesung)

Hmm, ist jetzt doch mehrgeworden, als ich gedacht hätte, und eigentlich ein solides Mittelmaß meiner üblichen Lesemenge. Acht Bücher mit insgesamt 2674 Seiten, was durchschnittlich 86 Seiten pro Tag macht, wobei ich an einigen Tagen gar nicht gelesen habe. Gerade an den Wochenenden blieben die Bücher meistens auf dem Nachtschrank oder in der Tasche. Trotzdem brauchte ich im Durchschnitt nur etwa zwei Tage pro Buch, allerdings nehme ich an, dass da die Hörbücher – die ich teilweise an einem Tag gehört habe – einen enormen Anteil genommen haben.

Eigentlich konnte ich noch nie wirklich viel mit Hörbüchern anfangen, weil ich immer das Gefühl hatte, dass es eigentlich Zeitverschwendung ist – weil ich in dieser Zeit aus Konzentrationsgründen nur schwer andere Dinge machen kann. Der Juli hat sehr deutlich gezeigt, dass es eben doch möglich ist …

Gehört im Juli:
„Letztendlich sind wir dem Universum egal“ von David Levithan / Adam Nümm (8:17 Std.)
„180 Grad Meer“ von Sarah Kuttner (5:58 Std.)
„Vom Ende der Einsamkeit“ von Benedict Wells / Robert Stadlober (7:32 Std.)
„Als wir Adler wurden“ von Uticha Marmon / Wolfram Koch (5:28 Std.)
„Postscript – Was ich dir noch sagen möchte“ von Cecelia Ahern / Merete Brettschneider (7:06 Std.)
„Die Unwahrscheinlichkeit von Liebe“ von A. J. Betts / Inka Löwendorf / Florian Lukas (5:46 Std.)
„Flug der Pelikane“ von Benjamin Lebert / Robert Stadlober (3:57 Std.)
„Es beginnt am siebten Tag“ von Alex Lake / Nicole Engeln (6:52 Std.)
„Marianengraben“ von Jasmin Schreiber / Maximiliane Häcke (6:35 Std.)

… und so ist meine durchschnittliche Hörbuchzeit von Null auf 57:31 Stunden im Monat geschossen. Wahrscheinlich wird das nicht dauerhaft so bleiben, auch weil meine aktuelle Stelle nur bis Ende September befristet ist, aber eventuell werde ich in der Zukunft öfter mal auf diese Form der Literatur zurückgreifen. Wenn ihr also Tipps in diese Richtung habt, vor allem in Bezug auf empfehlenswerte Sprecher*Innen, dann gerne her damit.

Schreibtechnisch war es, wie schon erwähnt, sehr ruhig. Mein Kopf war und ist zwar voll mit Gedanken, die dringend aufs Papier möchten, aber die Ruhe zum Schreiben war nicht da. Und wenn ich ehrlich bin, hatte ich auch keine große Lust, mich intensiver mit all dem auseinanderzusetzen, was mich gerade beschäftigt. Also habe ich mich auf die guten Dinge beschränkt und konzentriert, was nicht bedeutet, dass ich die gedanklich geplanten Artikel nicht noch in Angriff nehmen werde. Sobald ich eine Liste mit Stichpunkten erstellt und eine Reihenfolge festgelegt habe.

Geschrieben im Juli:
Monatsrückblick 06/2020 – Nach der Flut kommt die Ebbe. Oder so.
Gänseblümchen der Woche #27/2020
Gänseblümchen der Woche #28/2020
Gänseblümchen der Woche #29/2020
Gänseblümchen der Woche #30/2020
soundtrack of a shadow life #70: „Anthem for the Underdog“

Auch die Rezensionen mussten diesen Monat wieder leiden, und die eine hat es nur deshalb geschafft, weil eine Frist einzuhalten war. Nun warte ich auf einen neuen Schreibschub, der sich momentan anbahnt – ich hoffe, dass der August mir ein wenig Zeit dafür einräumt, denn es warten einige Titel darauf, besprochen zu werden.

Rezensiert im Juli:
All Your Kisses (Tillie Cole)

Und jetzt freue ich mich auf den August, der eine ganze Menge spannender Dinge bereit hält. Ich freue mich auf einige wichtige Termine, plane vielleicht einen Heimatbesuch zum Monatsende, habe viele neue Bücher auf der Leseliste und möchte auch wieder etwas mehr Zeit vor dem Laptop bzw. an der Tastatur verbringen. Wie gesagt, da warten ein paar Artikel, die dringend aus dem Kopf wollen.

Aber alles ohne Druck und ohne Zwang. Es kommt sowieso so, wie es kommen wird, und das Leben hat meistens andere Pläne als wir. Nur eins ist sicher: Wir lesen uns ganz bald wieder.


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eine Kommentar
  1. Nicole sagt:

    Guten Morgen,

    es tut mir leid für dich, dass du derzeit in einer dunklen Phase steckst. Ich wünsche dir viel Kraft, dass du dich wieder heraus bastelst.

    Ich finde es witzig, dass du von 0 plötzlich mit 57 Stunden Hörzeit durchgestartet bist. Früher konnte ich mir Hörbücher auch nicht vorstellen. Mittlerweile sind sie fixer Bestandteil meines Alltags. Besonders bei Arbeiten im Haushalt habe ich immer ein Buch auf den Ohren.

    Liebe Grüße & alles Gute,
    Nicole

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