Backstage: Gehaime vor- und nachwhainachtliche Überraschungspost

sw_bs01Ihr wundert euch sicher über die seltsame und eindeutig falsche Schreibweise im Titel dieses Postings. Ob ihr nach dem Lesen schlauer seid, kann ich euch nicht versprechen, aber ein wenig Aufklärungsarbeit versuche ich trotzdem zu leisten.

Anfang April diesen Jahres habe ich ein Kapitel im meinem Leben wieder aufgeschlagen, von dem ich nicht gedacht hätte, dass ich es je wieder „lesen“ würde. Denn eigentlich fing dieses Kapitel im Oktober 2011 an, doch die ganze Geschichte hierzu werde ich euch ein anderes Mal erzählen. Heute soll es um zwei überraschende Päckchen gehen, die ich im Rahmen dieses Lebenskapitels erhalten habe – eines vor und eines nach Weihnachten. Da die Feiertage für mich jedes Jahr wieder ein wenig anstrengend sind und diese Tatsache auch dieses Jahr keine Ausnahme gemacht hat, war die Freude entsprechend groß – und eben überraschend.

Das erste Paket wartete bei der Post auf mich. Es war riesig und als der Postmensch damit an den Schalter kam, hatte ich schon Angst, mir einen Bruch zu heben oder meinem ohnehin schon geschundenen Rücken einen nicht reparablen Schaden zuzufügen. Zudem erwartete ich überhaupt keine Post in der Größe, denn die meisten meiner Verlagskontakte waren schon im Weihnachtsurlaub, sodass ein umfangreiches Buchpaket zumindest theoretisch ausgeschlossen war. Während der Postmensch meine Ausweisdaten ins System hackte, warf ich einen Blick auf den Absender – schon vorher hatte mich die äußere Gestaltung des Päckchens ein wenig verwundert. Denn auf den Karton waren Haiflossen gezeichnet – ein sehr deutlicher Hinweis auf ein paar mögliche Absender, und nachdem ich dann den Namen sah, schlich sich eine wage Vermutung in meinen Kopf. Mit einem Lächeln „schleppte“ ich das Paket nach Hause, denn tatsächlich war es gar nicht schwer – von den zehn Kilo, mit denen es freigemacht wurde, war jedenfalls nichts zu merken.

haimat

Zuhause konnte ich dann kaum an mich halten und wollte das Paket umgehend aufreißen und schauen, ob ich mit meiner Vermutung richtig lag. Stattdessen hielt ich mich aber zurück und las erst den kleinen Beibrief, der oben auf den Karton geklebt war und die Aufschrift „Lies mich!“ trug. Dieser Brief bestätigte dann meine Vermutung und mein Lächeln wurde noch ein bisschen breiter. Und nun konnte mich nichts mehr halten.

Seit diesem Tag wohnt nun ein Plüschhai bei mir und es vergeht fast keine Nacht, in der er nicht das Bett mit mir teilt. Das klingt und ist vielleicht kindisch, doch dieser Hai bedeutet mir eine Menge. Er verbindet mich noch mehr mit einer Person, die ich vor ein paar Jahren kennen lernen durfte und in diesem April endlich wiedergefunden habe. Seitdem sind viele Monate vergangen und ich habe zahlreiche weitere wunderbare Menschen kennen gelernt, mit denen mich nicht nur die gemeinsame Freundin verbindet. Der Hai ist für mich ein Stück Haimat und ich fühle mich dieser genannten Person näher, wenn er neben mir liegt und mich warm hält. Denn genau das tut er in jeder Sekunde, die ich ihn im Arm halte.

Mit dem zweiten Päckchen, das mich heute erreichte, nachdem der Postbote mich aus einem wunderschönen Traum gerissen hatte, habe ich allerdings noch weniger gerechnet. Auch hier musste ich beim Lesen des Absenders lächeln, doch dieses Mal hatte ich keine Ahnung, was den Inhalt angeht. Meine erste Idee waren Haibabys *lach* In diesem Päckchen lag ebenfalls ein Brief bei, den – seltsamerweise – ebenfalls einige Haiflossen zierten. Doch das Lesen klärte mich schließlich auf:
Nun ja, eines schönen Tages tauchten bei mir sechs Giraffen auf. Sie wollten zu den Menschen, deren Charakterzüge sie alle gemeinsam teilen. Denn Giraffen sind stark, haben ein großes Herz, stehen immer wieder auf und können weiter sehen als andere Tiere, weil sie so groß sind. Sie passen aufeinander auf und lassen sich von anderen Tieren nichts erzählen. Sie finden zueinander, um füreinander da zu sein und zu bestehen. Sie kämpfen für andere Tiere und für sich selbst und geben niemals auf. Und … (kleiner Beizettel im Päckchen) … Giraffen gehen auch schwere Wege und durch unwegsames Gelände, um zusammen zu finden. Also machten sich die Giraffen auf den Weg, um zusammen zu finden, eine sogar zu Dir nach Hamburg.

giraffeNicht alles, was in diesem Brief über Giraffen geschrieben wurde, trifft auch auf mich zu. Ich bin zum Beispiel nicht groß und kann keineswegs weiter gucken als andere Menschen, aber wie so vieles im Leben muss man wohl auch diese Punkte als eine Art Kompromiss sehen. Und in diesem Fall ist die Giraffe wahrscheinlich eher als ein Symbol zu verstehen. Ein sehr gelungenes Symbol, über das ich mich sehr freue. Denn es bedeutet, dass ich offiziell in eine Art „inneren Kreis“ aufgenommen wurde, dem ich mich schon seit einigen Monaten zugehörig fühle. Das ist ein schönes Gefühl und macht mich nicht nur stolz, sondern auch dankbar. Dankbar für die Menschen, die ich kennen lernen durfte und die nun Teil meines Lebens sind. Dankbar für die Zeit, die ich mit ihnen verbringen darf, auch wenn diese Zeit manchmal sehr schwer für uns alle ist. Dankbar für das Vertrauen und dankbar für die Courage, die uns alle verbindet.

Jetzt habe ich nur noch ein Problem: Beide Plüschbegleiter sind bisher namenlos, denn sie brauchen ganz besondere Namen aufgrund ihrer besonderen Bedeutung für mich. Und für die Giraffe habe ich noch keinen passenden Platz gefunden. Als erstes kam mir das Naheliegendste in den Sinn, denn sie ist eigentlich ein Schlüsselanhänger. Doch dann hat ich die Idee, dem Hai vielleicht einfach ein Ohrloch zu stechen … so ist keiner der beiden jemals wieder allein. Wie findet ihr das? ;)

Meinen herzlichen Dank an die beiden großartigen Menschen, die mir diese Geschenke gemacht haben. Und danke auch an diejenigen, die eingeweiht waren und mir nichts verraten haben. Diese Überraschung ist euch wirklich geglückt!

Dieser Beitrag ist Teil 12 von 29 aus der Serie: Backstage | Zeige alle Teile

Teil 1: Neue Artikel-Kategorie: „Backstage“

Teil 2: Backstage: Wie viel Glück kann ein Mensch haben?

Teil 3: Backstage: Einmal und nie wieder!

Teil 4: Backstage: Warum mein Herz für Hamburg schlägt

Teil 5: Backstage: Shoppingwahn am Vor-Welttag des Buches

Teil 6: Backstage: Hamburger Nächte

Teil 7: Backstage: Draußen lesen

Teil 8: Backstage: Wenn Bedeutung unter die Haut geht …

Teil 9: Backstage: A Question Of Lust – oder nicht?

Teil 10: Backstage: … Sonntagsgedanken …

Teil 11: Backstage: Jetzt beginnt mein (Lese)Wochenende …

Teil 12: Backstage: Gehaime vor- und nachwhainachtliche Überraschungspost

Teil 13: Backstage: Manchmal gibt’s so Momente …

Teil 14: Backstage: Eine Zugfahrt, die ist lustig …

Teil 15: Backstage: … durch Raum und Zeit und Worte …

Teil 16: Backstage: Interessante Jobangebote im richtigen Moment

Teil 17: Backstage: Wenn Schweigen zur Gewohnheit wird …

Teil 18: Backstage: Wenn eine gemeinsame Reise zu früh endet …

Teil 19: Backstage: „Ich muss mich leider über Dich beschweren.“

Teil 20: Backstage: Wenn Bedeutung unter die Haut geht (Teil 2)

Teil 21: Backstage: Wenn Alpträume nicht nur den Schlaf rauben.

Teil 22: Backstage: Der etwas andere Liebesbrief

Teil 23: Backstage: Warum Schwäche auch eine Stärke sein kann

Teil 24: Backstage: Somewhere over the rainbow

Teil 25: Backstage: Hi, my name is Chase!

Teil 26: Backstage: Wenn Bedeutung unter die Haut geht (Teil 3)

Teil 27: Backstage: Warum ich dieses Mal nicht am #litnetzwerk teilnehme

Teil 28: Backstage: Wenn Bedeutung unter die Haut geht (Teil 4)

Teil 29: Backstage: Sechs Monate, ein Jahr und zwei Leben


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