Backstage: A Question Of Lust – oder nicht?

Wer jetzt einen ausschweifenden Artikel über Depeche Mode erwartet, den muss ich hier leider enttäuschen. Obwohl auch mir der Song direkt im Ohr ist und ich einige Titel der Band durchaus mag, kann ich sonst nicht unbedingt viel mit ihr anfangen. Ein Frevel in den Augen vieler Menschen, ich weiß. Wie dem auch sei, hier geht es jedenfalls nicht um die Band. Und auch nicht um den Song. Sondern darum, dass tatsächlich vieles im Leben eine Frage der Lust ist. Oder der Einstellung, wenn man so will.

Ich habe einen zweieinhalbwöchigen Urlaub hinter mir, aber abgesehen von zwei besuchten Festivals ist in dieser Zeit nicht viel passiert, dabei hatte ich mir eigentlich vorgenommen, auch mal wieder einen Schreibtag einzulegen und die noch immer chaotischen neuen Schattenwege aufzuräumen. Geschafft habe ich gar nichts. Na ja, das stimmt so nicht ganz, ich habe ein paar Rezensionen vorbereitet, sodass bei diesen Grundgerüsten eigentlich nur noch Text eingefügt werden muss. Trotzdem: Das war nicht der Plan für meinen Urlaub!

Natürlich könnte ich der Hitze die Schuld geben oder dem unglaublich anstrengenden (nicht!) Nebenjob im Museum oder aber der echt fiesen Sommergrippe, die mich nach dem ersten Festival – also nicht mal einer Woche – beehrte und inzwischen fast drei Wochen fest in der Hand hat(te). Mittlerweile spüre ich nur noch die letzten Ausläufer, und seit ich Montag wieder in den normalen Arbeitsalltag zurückgekehrt bin, schlafe ich auch wieder viel zu wenig, schaffe es aber trotzdem nicht, mal vor Mitternacht ins Bett zu gehen. Wobei das nicht ganz korrekt ist, denn im Bett bin ich schon – nur schlafe ich nicht, sondern schaue DVDs oder, wenn es richtig gut läuft, lese ein paar Seiten.

Womit ich beim eigentlichen Thema bin:
Ich habe eine richtig schlimme Leseflaute. Dabei liegen so viele tolle Bücher auf meinem SuB, auf die ich mich im Grunde auch echt freue und auf die ich sehr gespannt bin. Aber ich kann mich nicht aufraffen. Aktuell habe ich mindestens sieben angefangene Bücher hier rumliegen, von denen mich keins genug anlacht, um mich zum Weiterlesen zu motivieren. Dabei liegt es nicht daran, dass ich keine Lust hätte – tatsächlich habe ich richtig Lust, mal wieder so richtig in einer Geschichte zu versinken, mich mal wieder so richtig fallen zu lassen, mitzufiebern, mitzuleiden, mitzulachen, mitzuweinen, einfach mitzufiebern. Eben einfach mal wieder so richtig, richtig, RICHTIG begeistert zu werden. Und mit Sicherheit liegt auf meinem SuB unglaublich viel Potential für genau das. Davon bin ich überzeugt. Ehrlich.

Ähnlich verhält es sich mit dem Schreiben. Da sind echt viele Ideen in meinem Kopf, für neue Rubriken, für neue Projekte, für neue Aktionen. Und es liegen – genau jetzt, während ich diesen Artikel schreibe – zwölf vorbereitete Rezensionen auf meinem USB-Stick, die darauf warten, dass ich sie endlich schreibe. Plus dreizehn weitere Bücher, die gerade gegen mein Knie drücken und selbiges erwarten. Und nein, das sind nicht alles Rezensionsexemplare, sonst würde ich mich wahrscheinlich noch sehr viel verrückter machen als ohnehin schon. Ich weiß, dass ich selbst immer wieder den Rat gebe, sich nicht selbst unter Druck zu setzen, sondern einfach abzuwarten, bis wieder einer dieser berühmten Schreibflashs kommt. Aber: Ich habe den kompletten Juli nichts geschrieben, was einer Rezension auch nur ähnlich sieht, und ich habe nicht vor, diese Flaute im August fortzusetzen. Weil ich selbst genervt bin von dieser Stille hier auf den Schattenwegen und vom angehenden Scheitern meines Vorhabens, gelesene Bücher zeitnah zu rezensieren.

Was soll ich also tun?
Die letzten beiden Bücher, die ich gelesen (und noch nicht rezensiert) habe, waren ganz nett, konnten mich aber nicht hundertprozentig überzeugen. Mir ist schon klar, dass ich deshalb nicht allen anderen Büchern die Chance versagen sollte. Tatsache ist allerdings, dass ich wirklich keine Lust habe, als nächstes wieder nur ein durchschnittliches Buch zu lesen. Wenn ihr also Tipps für mich habt, vielleicht sogar Bücher, die EUCH so richtig begeistert haben, dann immer her damit.

Was die Schreibflaute betrifft, plane ich für nächstes Wochenende wieder mal einen Schreibtag. Ob dieser zwölf Stunden dauern wird, weiß ich jetzt noch nicht, aber ich muss in jedem Fall endlich mal meinen faulen Arsch hochkriegen und wieder etwas abliefern. Damit ihr nicht mehr umsonst hierher kommt und euch nur an dem schönen, wenn auch noch nicht perfekt umgestellten neuen Layout zu erfreuen. Die Schattenwege sollen schließlich nicht nur hübsch, sondern auch gehaltvoll sein.

Schön, wenn man einen Artikel mit einem motivierenden Gedanken abschließen kann. Trotzdem bin ich natürlich für virtuelle Arschtritte oder gute Ratschläge, wie ich aus diesem Motivationsloch wieder rauskomme, sehr dankbar ;)

Dieser Beitrag ist Teil 9 von 29 aus der Serie: Backstage | Zeige alle Teile

Teil 1: Neue Artikel-Kategorie: „Backstage“

Teil 2: Backstage: Wie viel Glück kann ein Mensch haben?

Teil 3: Backstage: Einmal und nie wieder!

Teil 4: Backstage: Warum mein Herz für Hamburg schlägt

Teil 5: Backstage: Shoppingwahn am Vor-Welttag des Buches

Teil 6: Backstage: Hamburger Nächte

Teil 7: Backstage: Draußen lesen

Teil 8: Backstage: Wenn Bedeutung unter die Haut geht …

Teil 9: Backstage: A Question Of Lust – oder nicht?

Teil 10: Backstage: … Sonntagsgedanken …

Teil 11: Backstage: Jetzt beginnt mein (Lese)Wochenende …

Teil 12: Backstage: Gehaime vor- und nachwhainachtliche Überraschungspost

Teil 13: Backstage: Manchmal gibt’s so Momente …

Teil 14: Backstage: Eine Zugfahrt, die ist lustig …

Teil 15: Backstage: … durch Raum und Zeit und Worte …

Teil 16: Backstage: Interessante Jobangebote im richtigen Moment

Teil 17: Backstage: Wenn Schweigen zur Gewohnheit wird …

Teil 18: Backstage: Wenn eine gemeinsame Reise zu früh endet …

Teil 19: Backstage: „Ich muss mich leider über Dich beschweren.“

Teil 20: Backstage: Wenn Bedeutung unter die Haut geht (Teil 2)

Teil 21: Backstage: Wenn Alpträume nicht nur den Schlaf rauben.

Teil 22: Backstage: Der etwas andere Liebesbrief

Teil 23: Backstage: Warum Schwäche auch eine Stärke sein kann

Teil 24: Backstage: Somewhere over the rainbow

Teil 25: Backstage: Hi, my name is Chase!

Teil 26: Backstage: Wenn Bedeutung unter die Haut geht (Teil 3)

Teil 27: Backstage: Warum ich dieses Mal nicht am #litnetzwerk teilnehme

Teil 28: Backstage: Wenn Bedeutung unter die Haut geht (Teil 4)

Teil 29: Backstage: Sechs Monate, ein Jahr und zwei Leben


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eine Kommentar
  1. Yvonne sagt:

    Hey!
    Ich kenn das nur zu gut, vor allem das keine Lust aufs Rezensionen schreiben zu haben. Seit disem Jahr rezensiere ich nicht mehr alle Bücher die ich lese. Habe ich Lust, schreibe ich eine Rezension, habe ich keine Lust, dann halt nicht. Das macht das Leben viel entspannter. Mit dem Lesen ist es dasselbe. Im MOment liegen hier 3 angefangene Bücher mit denen ich nicht weiter komme. Ich hatte allerdings Glück. Gestern kam Band 2 der Gallagher Girls bei mir an und es sieht ganz so aus, als ob mich das Buch, genau wie Band 1, fesseln kann.

    Wenn du Lust hast dich mal auf eine ganz andere Geschichte einzulassen, dann empfehle ich dir „Eine Frau erlebt die Polarnacht“ von Christiane Ritter. Mit dieser Empfehlung habe ich bereits viele Menschen begeistern können. Ich kann mir also gut vorstellen, dass dieses Buch es schaffen kann dich in seinen Bann zu ziehen.

    LG
    Yvonne

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