Backstage: Draußen lesen

Letzte Woche gab sich der Sonnengott die Ehre und stattete dem wunderschönen Hamburg auch mal einen endlich dauerhaften Besuch ab. Obwohl er seinen guten Freund, den Regengott, im Schlepptau hatte, gab es genügend Sonnenstunden und damit Möglichkeiten, sich im Freien aufzuhalten und sich mit einem guten Buch in die Sonne – oder wahlweise auch in den Schatten – zu setzen, statt sich wie viel zu lange in diesem Jahr zwischen vier Wänden aufzuhalten.
Ich nutzte das tolle Wetter also nicht nur am Lesewochenende, das wir zumindest stundenweise am nahegelegenen See verbracht haben, sondern verbrachte nun auch unter der Woche jeden Tag ein paar Stunden an der frischen Luft – wie gut das der Seele tut, vergesse ich immer wieder, bis es dann endlich so weit ist.

Am Donnerstag war mir, nachdem uns am Mittwoch eine echt üble schwarze Wand einen Strich durch die Rechnung machte und viel zu schnell wieder vertrieb, eigentlich danach, mich wieder zum Hamburger Hafen zu trollen und mir doch den Wind um die Nase wehen zu lassen. Diesen Plan verwarf ich aber recht schnell wieder, ohne dass es einen richtigen Grund dafür gab, und fuhr stattdessen in die Parkanlage Planten Un Blomen, die in diesen Tagen und Wochen zu den schönsten Orten Hamburgs gehört. Alles blüht und die Luft ist nicht nur von wunderbaren Düften, sondern auch von Vogelgezwitscher und Bienengesumme erfüllt. Dazu kommt das beruhigende Plätschern eines kleinen Wasserfalls und nur ein paar Schritte entfernt gibt es bei den Wallanlagen auch eine kleine Springbrunnenanlage, bei der man auf stadteigenen Stühlen die Seele baumeln lassen kann.

Dort ließ ich mich also mit dem Vorhaben nieder, endlich mal ein bisschen mehr von meinem aktuellen Buch zu schaffen und mit dem Lesen voran zu kommen, denn leider zieht sich der Lesestoff ziemlich in die Länge. Der Plan war an sich ein ziemlich guter, zumal das Wasser schon warm genug war, um auch die Füße baumeln zu lassen. Ich hatte nur nicht bedacht, dass es ja auch schon Zeit für Entennachwuchs war. Und natürlich hatte Frau Entenmama nichts anderes zu tun, als ihre acht winzig kleinen, zuckersüßen Flauschbabys immer wieder direkt vor meiner Nase durchs Wasser paddeln zu lassen.
Ich ließ mich natürlich dazu hinreißen, ihnen ein wenig von meinem Frischkäse-Bagel abzugeben, und bekam so die Möglichkeit, tatsächlich die ganze kleine Familie bildlich festzuhalten. Bevor jetzt Tierschützer-Stimmen laut werden: Ich weiß, das soll man nicht wegen der Hefe und allem, aber es war wirklich nur gaaaanz wenig. Also alles im grünen Bereich, bitte nicht schimpfen ^^

Zu meinem Übel schien ich mit dem Verrücken des Stuhls zum Wasser hin allerdings auch eine Ameisenkolonie aufgescheucht zu haben, die munter über den Stuhl krabbelte und dabei auch meine Beine nicht ausließ. Als die Sonne weiterwanderte und ich mehr und mehr im Schatten saß, überließ ich meinen Platz deshalb den Ameisen und suchte mir einen anderen, der mir aufgrund der Distanz zu den Entenbabys dann auch noch die Möglichkeit gab, doch ein paar Seiten zu lesen und dem Wasserrauschen zu lauschen, bevor es dann doch ein wenig zu kalt wurde und ich den Heimweg antrat.

Ein ziemlich sinnfreier Artikel, wenn man ihn so betrachtet, oder? Gab’s in letzter Zeit ja selten von mir, da haben wirklich „alte“ Leser schon ganz andere Sachen erlebt.
Was ich aber letztlich sagen will: Wenn ihr die Möglichkeit habt, an einem schönen Platz im Freien zu lesen, dann nutzt das! Lasst euch von der Schönheit der Natur ablenken und nehmt all diese Eindrücke in euch auf. Sie verschönern das Leben um Längen :)

Dieser Beitrag ist Teil 7 von 29 aus der Serie: Backstage | Zeige alle Teile

Teil 1: Neue Artikel-Kategorie: „Backstage“

Teil 2: Backstage: Wie viel Glück kann ein Mensch haben?

Teil 3: Backstage: Einmal und nie wieder!

Teil 4: Backstage: Warum mein Herz für Hamburg schlägt

Teil 5: Backstage: Shoppingwahn am Vor-Welttag des Buches

Teil 6: Backstage: Hamburger Nächte

Teil 7: Backstage: Draußen lesen

Teil 8: Backstage: Wenn Bedeutung unter die Haut geht …

Teil 9: Backstage: A Question Of Lust – oder nicht?

Teil 10: Backstage: … Sonntagsgedanken …

Teil 11: Backstage: Jetzt beginnt mein (Lese)Wochenende …

Teil 12: Backstage: Gehaime vor- und nachwhainachtliche Überraschungspost

Teil 13: Backstage: Manchmal gibt’s so Momente …

Teil 14: Backstage: Eine Zugfahrt, die ist lustig …

Teil 15: Backstage: … durch Raum und Zeit und Worte …

Teil 16: Backstage: Interessante Jobangebote im richtigen Moment

Teil 17: Backstage: Wenn Schweigen zur Gewohnheit wird …

Teil 18: Backstage: Wenn eine gemeinsame Reise zu früh endet …

Teil 19: Backstage: „Ich muss mich leider über Dich beschweren.“

Teil 20: Backstage: Wenn Bedeutung unter die Haut geht (Teil 2)

Teil 21: Backstage: Wenn Alpträume nicht nur den Schlaf rauben.

Teil 22: Backstage: Der etwas andere Liebesbrief

Teil 23: Backstage: Warum Schwäche auch eine Stärke sein kann

Teil 24: Backstage: Somewhere over the rainbow

Teil 25: Backstage: Hi, my name is Chase!

Teil 26: Backstage: Wenn Bedeutung unter die Haut geht (Teil 3)

Teil 27: Backstage: Warum ich dieses Mal nicht am #litnetzwerk teilnehme

Teil 28: Backstage: Wenn Bedeutung unter die Haut geht (Teil 4)

Teil 29: Backstage: Sechs Monate, ein Jahr und zwei Leben


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