Backstage: Wenn Bedeutung unter die Haut geht (Teil 2)

Vor knapp zwei Jahren und zwei Monaten habe ich euch im ersten Teil von Wenn Bedeutung unter die Haut geht erzählt, wie ich überhaupt dazu gekommen bin, mir Tinte in die Haut ritzen zu lassen, und euch meine bis dahin existenten Tattoos inklusiver ihrer „Geschichten“ vorgestellt. Seitdem sind drei weitere Kunstwerke dazu gekommen, das letzte im September 2014, und ich plane diesen Artikel schon seit einer gefühlten Ewigkeit. Auch weil ich bereits mehrfach von Lesern gefragt wurde, ob es denn etwas Neues zu diesem Thema gibt und ob ich nicht mal wieder was dazu schreiben möchte. Hier nun also die Antworten auf diese Fragen: Ja, es gibt etwas Neues, und ja, ich möchte mal wieder etwas darüber schreiben :) Natürlich mit Fotos, damit ihr auch was zu gucken habt.

Wie schon im ersten Teil werde ich wieder chronologisch vorgehen, und selbstverständlich sind auch die drei „neuen“ Tattoos nicht ohne Grund unter meine Haut gewandert. Daher werdet ihr auch heute wieder in den Genuss kommen, ein wenig hinter die Kulissen der Schattenwege schauen zu können und mich selbst etwas besser kennen zu lernen.

WorteNachdem ich mich lange davor „gedrückt“ habe, Lillys Bücher zu lesen, stand schon während der Lektüre sehr schnell fest, dass das nächste Tattoo-Projekt definitiv ein Zitat aus „Splitterfasernackt“ sein würde. Allerdings tat ich mich mit der Wahl des perfekten Spruches etwas schwer, denn ich hatte viele Stellen markiert und konnte mich anfangs einfach nicht entscheiden. Am Ende ist es dann doch das Zitat geworden, das mich vom ersten Lesen an nicht mehr losgelassen hat. Und kaum standen die Worte fest, konnte es gar nicht schnell genug gehen, denn ich hatte vor, Lilly bei einer Lesung in Berlin mit meiner Anwesenheit zu überraschen und wollte ihr unbedingt ein „hässlich verpacktes Geschenk“ mitbringen. Und so ging ich zwei Tage vor meiner Abreise zum Stecher meines Vertrauens und ließ mir Schönheit unter die Haut meines linken Unterarms ritzen.

Die Überraschung ist geglückt, tatsächlich hat dieses „Geschenk“ nicht nur den Weg auf Lillys Facebookseite gefunden (dorthin kommt ihr, wenn ihr auf das Bild klickt), dieses Stück gemeinsame Geschichte ist auch Teil ihrer zweiten Autobiographie geworden. Und das ist etwas ganz Besonderes für mich, auch wenn wir auch vorher schon viele gemeinsame Momente geteilt haben und hoffentlich noch viele folgen werden. Ein zusätzlicher positiver Effekt ist, dass ich immer wieder auf dieses Tattoo angesprochen werde – und zwar überall auf der Welt.

dmt-tatt-ausschnittAuch das Motiv für Tattoo Nummer 5 stand sehr schnell fest. Die Entscheidung, das Bandlogo von denmantau in meiner Haut verewigen zu lassen, traf ich unmittelbar, nachdem die Jungs bekannt gaben, dass sie nach Los Angeles auswandern würden. Eine Begründung gab es eigentlich gar nicht – ich wollte schlichtweg etwas von ihnen bei uns in Hamburg behalten, neben den CDs und all den Erinnerungen. Und wir hatten schon vorher darüber gesprochen, sodass ich eigentlich gar nicht lange überlegen musste. In diesem Sinne fand das dritte Bandlogo seinen Weg unter meine Haut, direkt über dem fighter-Schriftzug, was noch mal eine ganz andere Aussage bewirkt, und ich verwandele mich so langsam in eine wandelnde Werbefläche. Aber gerade „meine“ denmänner haben jeden Support verdient und ich bin stolz, inzwischen zu einem wichtigen Mitglied der dmt-Crew geworden zu sein, auf verschiedene Art und Weise. Und schließlich waren sie ja im Januar auch der Grund, warum ich überhaupt erst nach Los Angeles geflogen bin, und legten damit den Grundstein meiner Liebe zu dieser Stadt, die momentan mein Zuhause darstellt.

jl-tatt-ausschnittSeltsamerweise wusste ich auch beim ersten Blick auf das Motiv meines bisher letzten Tattoos auf Anhieb, dass diese Worte unbedingt unter meine Haut müssen. Und zwar dorthin, wo ich sie sehen kann. Jeden Tag. Daher ziert seit September letzten Jahres ein wunderbares Zitat von Jared Leto meinen rechten Unterarm. Ich finde ja, er ist ein großartiger Musiker mit tiefgehenden Texten und einer unglaublichen Stimme. Als Schauspieler habe ich ihn noch nicht in genug Rollen gesehen, um in diesem Punkt genauso begeistert zu sein. Aber diese seinen Worte haben mich direkt beim ersten Lesen berührt und ich wollte sie unbedingt immer bei mir haben. Weil sie mich jedes Mal, wenn ich sie anschaue, daran erinnern, dass ich nicht alleine bin in dieser Welt, auch wenn es sich manchmal so anfühlt. Am besten trifft es wahrscheinlich eine Aussage, die ich einmal Lilly gegenüber getroffen habe: „Du bist immer bei mir. Jede Sekunde. Und wenn ich nicht mehr weiter weiß, dann umarme ich mich selbst und lasse mich von Deinen und Jareds Worten halten.“ Genau das tue ich in meinen dunkelsten Momenten, wenn ich mich am liebsten irgendwo vergraben würde. Ich betrachte meine Unterarme und streiche über die dort verewigten Worte, atme tief durch und kann weitermachen.

Ihr seht also, auch wenn ich die Entscheidungen recht schnell getroffen habe und es sich eigentlich in den meisten Fällen meiner Tattoos um spontane Aktionen handelte, steckt doch hinter jedem einzelnen eine echte Bedeutung für mich. Gerade bei den Zitaten schere ich mich nicht besonders um den dazugehörigen Namen, obwohl beide Personen auf die eine oder andere Weise wichtig in meinem Leben sind. Doch auch wenn die Worte von jemand völlig Unbekanntem wären, würde sie das nicht weniger wahr machen. Und tatsächlich stellen diese drei Tattoos oft perfekte Gesprächsthemen dar, weil mich die Leute nach ihrer Bedeutung fragen. Am bedeutungsvollsten ist und bleibt für mich nachwievor der fighter-Schriftzug, weil hinter diesem eine ganz persönliche Bedeutung steckt, doch auch die fünf anderen Kunstwerke sind von meinem Körper nicht mehr wegzudenken.

Ich bin stolz auf jedes einzelne meiner Tattoos, auch wenn das eine oder andere vielleicht nicht in aller Augen perfekt ist – gerade die Unperfektion macht sie perfekt. Denn sie sind im Grunde genauso wie ich. Und ja, ich plane schon das nächste Tattoo, das hoffentlich den Weg unter meine Haut noch hier in Los Angeles finden wird. Vielleicht ist euch dieser Hinweis schon genug Information, um zu ahnen, was es werden wird ;)


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2 Kommentare
  1. Sehr schöne Zitate und Sprüche. Ah das zweite Bandlogo.
    Ich hoffe ja du zeigst auch Nummer 7 einmal ;-)
    Liebe Grüße
    Tanja

    • Schattenkämpferin sagt:

      Eigentlich ist das „denmantau“-Tattoo sogar schon das dritte Bandlogo ;) Die ersten beiden habe ich im ersten Teil vorgestellt.
      Und das ganz neue Tattoo … ja. Ich weiß noch nicht, ob es warten muss, wie Nummer 8 und 9 da sind, damit ich wieder ein Dreierpaket schnüren kann, oder ob ich es in einem „Schattenkämpferin goes california“-Artikel einbinde.
      Mal schauen :D

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