Leselaunen 2021 #14 – Von Lesewagnissen und Wetterfühligkeiten

Die Leselaunen sind eine Aktion, die mittlerweile die liebe Jill vom Letterheart Bücherblog hostet. Bei dieser Aktion geht es darum, die eigene Leselaune einmal die Woche zu reflektieren. Neben der normalen Leseliste ist dies eine schöne Möglichkeit, Stimmungen festzuhalten und den Fortschritt der eventuell vorhandenen Leseplanung zu beobachten. Und es hilft sicherlich auch beim späteren Schreiben der Rezensionen, denn ich gehöre leider nicht zu denjenigen, die sich während des Lesens Notizen machen. Sollte ich mir vielleicht mal angewöhnen.

Aktuelle Lektüre(n)

Mit „Und dann war es Liebe“ von Lorraine Brown war ich trotz des neuen Arbeitsalltages recht schnell fertig und auch nach mehreren Tagen des Sackenlassens weiß ich immer noch nicht so richtig, was ich von dem Buch halten soll. Die Tour durch Paris hat mir gut gefallen, aber vieles konnte ich nicht wirklich nachvollziehen, gerade zum Ende hin waren einige Entscheidungen nicht so ganz schlüssig für mich und der eine oder andere Punkt ist auch offen geblieben. Hier hätte mir einen stimmigeren Abschluss gewünscht, aber für zwischendurch war es eine ganz nette Lektüre.

Sonntag habe ich mich dann endlich mal durchgerungen und zu „Der Schlüssel aller Seelen“ von Jeremy Lachlan gegriffen – nachdem mich der erste Teil „Die Wiege aller Welten“ so sehr begeistert hat (zur Rezension), wollte ich nicht, dass das gemeinsame Abenteuer endet. Bereits seit letztem Jahr weiß ich aber, dass der zweite Band nicht den Abschluss darstellen wird, also besteht kein Grund, es länger vor mir herzuschieben. Knapp die Hälfte ist auch schon wieder gelesen, und was soll ich sagen? Ich liebe es auch dieses Mal!

Parallel dazu habe ich in den Mittagspausen auf dem Tolino mit „American Dirt“ von Jeanine Cummins begonnen. Das Buch liegt schon etwas länger in meiner Google-Cloud, taucht aber in letzter Zeit immer wieder im Instagram-Feed auf, sodass ich mich spontan entschieden habe, es endlich mal zu lesen. Nach zwei Kapiteln kann ich noch nicht viel sagen, und gerade heute bin ich bei ein wenig Recherche über ein paar nicht so tolle Anschuldigungen bezüglich der kulturellen Aneignung (in diesem Fall mexikanischer Migranten) gestolpert, die mir ein wenig Bauchschmerzen bereitet. Trotzdem bin ich auf die Geschichte gespannt und werde auf jeden Fall weiterlesen.

Heute Mittag allerdings habe ich mir stattdessen die Leseprobe zu „Die kleinste gemeinsame Wirklichkeit“ von Mai Thi Nguyen-Kim vorgenommen, das mir momentan ebenfalls vermehrt in die Timeline gespült wird. Da ich seit knapp zwei Wochen öfter Gespräche „belausche“ oder auch führe, zu denen ich gerne mehr sagen würde, mir aber die passenden Argumente fehlen, weil ich nicht tief genug im Thema bin, habe ich kürzlich nach Lesetipps in dieser Richtung gefragt. Unter anderem kam dabei diese Empfehlung heraus. Die Leseprobe hat mir schon sehr gut gefallen, nun werde ich am Wochenende mal ins Hörbuch lauschen und wahrscheinlich zieht das Buch dann spätestens nächste Woche ins heimische Regal.

Momentane Lesestimmung

Die Lust zum Lesen ist weiterhin da und ich versuche auch, mir jeden Tag zumindest eine halbe Stunde zum Lesen zu nehmen. Das klappt nicht immer, weil ich abends doch ziemlich müde bin und es mir im Bett dann schwer fällt, mich noch aufs Buch zu konzentrieren. Aber wenn ich an zwei Abenden in der (Arbeits-)Woche den Fernseher und den DVD-Player auslasse und stattdessen zum Buch greife, sehe ich das schon als Fortschritt. Auch das Bloggen kommt seit Monatsbeginn recht kurz, allerdings hoffe ich, dass mich am Wochenende ein wenig Motivation packt und ich wieder ein paar Rezensionen und vielleicht auch den einen oder anderen Artikel vorbereiten und sogar von der To-Do-Liste streichen kann. Nun wollen ja aber Hund und Katzen auch ein bisschen bespaßt werden, und der Haushalt inklusive Einkauf machen sich ebenfalls nicht von alleine, und die Bücher schauen auch ganz vorwurfsvoll aus dem Regal auf mich hinab … daher mal schauen, wie ich da einen guten Mittelweg finde und trotzdem noch genug Schlaf und Erholungszeit finde. Momentan bin ich mit dem Lesepensum eigentlich ganz zufrieden, auch wenn es verhältnismäßig recht wenig ist, aber manchmal gibt es eben einfach so Phasen. Das wird sich auch wieder ändern.

Zitat der Woche

„Ein bisschen Angst hat noch keinem geschadet, Jane. Angst hält uns am Leben. Du musst nur aufpassen, dass du dich nicht von ihr kontrollieren lässt.“
(aus „Der Schlüssel aller Seelen“ von Jeremy Lachlan)

Und sonst so?

Mein schlimmer Sonnenbrand ist inzwischen komplett verheilt und bis auf ein paar Hautfetzen, die sich noch nicht lösen wollen, ist auch nicht besonders viel übrig geblieben. Zwar sieht man noch, wo mein Tanktop aufhörte, aber der Farbunterschied ist leider nicht besonders groß. Eigentlich sieht es sogar fast ein bisschen so aus, als wäre ich durch eine fette Staubwolke gelaufen oder hätte mich mit Hunden und Wahlkindern im Garten gesuhlt. Daran wird sich wohl auch nicht mehr viel ändern, denn inzwischen ist mir alles über 25 Grad einfach viel zu heiß und ich verkrieche mich lieber in der kalten Wohnung oder wenigstens irgendwo im Schatten, wo im besten Fall noch eine leichte Brise weht.

Tatsächlich macht mir die Wärme auf dem Fahrrad inzwischen aber nicht mehr so viel aus. Klar komme ich immer noch ins Schwitzen, aber ich bin nach der Fahrt nicht mehr völlig erledigt und müsste theoretisch erst mal ein Nickerchen machen, um wieder zu Kräften zu kommen. Insofern zeigen sich schon jetzt, nach etwas mehr als einer Woche, durchaus die Auswirkungen des regelmäßigen Fahrens, und ich kann auch meine Fahrtzeit relativ stabil halten – trotz roter Ampeln, die den Durchschnitt natürlich immer ein bisschen runterziehen. Seit zwei Tagen habe ich nun auch endlich einen Helm, weil nämlich teilweise echt rücksichtslose, egoistische Idioten auf der Straße unterwegs sind und ich meine Erfahrungen mit Fahrrad-Auto-Kollisionen für dieses Leben bereits zur Genüge gesammelt habe. Außerdem habe ich mir eine coole Rohrtasche mit Handy-Sichtfach gegönnt, so kann ich meine Zeit und meine Pace auch während der Fahrt immer im Blick behalten. Ist schon ein nettes Spielzeug, das auch durchaus motivierende Kräfte hat.

Ansonsten komme ich allmählich auch im neuen Arbeitsalltag so richtig an. Seit gestern bearbeite ich eigenständig die ersten Aufträge und muss zwar zwischendurch noch ein paar Dinge erfragen, komme aber im Großen und Ganzen aktuell ganz gut zurecht. Das wird sich wahrscheinlich in den nächsten Tagen noch mal intensivieren, da ich ab nächster Woche meinen eigenen Bereich übernehme und dann auch immer wieder neue Sachen dazukommen werden. Nach der anfänglichen Ernüchterung hakt es manchmal noch hier und da, aber noch werfe ich die Flinte nicht ins Korn, sondern bleibe optimistisch und positiv. Alles andere bringt ja auch nichts.

Für morgen ist eventuell ein gemütlicher Abend im Karaoke-Wohnzimmer geplant – zwar weiterhin ohne Singen, aber immerhin dürfen wir wieder Getränke konsumieren und zumindest in einer kleinen Gruppe zusammensitzen. Ich werde meine Teilnahme aber spontan entscheiden, je nachdem wie kaputt ich von der Arbeitswoche dann bin und was ich direkt nach Feierabend noch erledigen kann. Außerdem bin ich weiterhin nicht geimpft und gerade der Kiez ist ja leider schon wieder negativ aufgefallen, seit die Auflagen wieder gelockert wurden. Vielleicht läuft es doch wieder auf einen faulen Couch- und Serienabend hinaus.

Das waren meine Leselaunen für die aktuelle Woche. Ich hoffe, sie haben euch gefallen und wir sehen uns (spätestens) nächste Woche wieder hier. Würde mich freuen :)


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