Leselaunen 2021 #20 – Stimmungsachterbahn, aber mit guter Lektüre

Die Leselaunen sind eine Aktion, die mittlerweile die liebe Jill vom Letterheart Bücherblog hostet. Bei dieser Aktion geht es darum, die eigene Leselaune einmal die Woche zu reflektieren. Neben der normalen Leseliste ist dies eine schöne Möglichkeit, Stimmungen festzuhalten und den Fortschritt der eventuell vorhandenen Leseplanung zu beobachten. Und es hilft sicherlich auch beim späteren Schreiben der Rezensionen, denn ich gehöre leider nicht zu denjenigen, die sich während des Lesens Notizen machen. Sollte ich mir vielleicht mal angewöhnen.

Aktuelle Lektüre(n)

„Vielleicht jetzt“ von Carolin Wahl hat mich letztlich länger beschäftigt, als ich angenommen hätte. Tatsächlich gab es einige Längen und irgendwas hat mir am Ende doch gefehlt, aber es war insgesamt ein überaus angenehmes Lesevergnügen und ich blicke schon jetzt dem Erscheinen vom zweiten Band entgegen – auch und vor allem wegen des Wiedersehens mit Kilian, das ich kaum erwarten kann :D

Auch der vorletzte meiner fünf für Juni geplanten Titel war nicht ganz das, was ich erwartet hatte. Ich wusste, dass ich mit „Unterwasserflimmern“ von Katharina Schaller meine übliche Wohlfühlzone verlassen würde, und das Debüt hat mich in mehrfacher Hinsicht überrascht. Nach einem sehr rasanten Start hatte ich spätestens ab etwa der Hälfte das Gefühl, dass die Geschichte vor sich hinplätschert, aber nicht wirklich etwas passiert. So ganz schlüssig bin ich mir also noch nicht, was das Fazit angeht, werde das aber zeitnah ändern.

Gestern Abend griff ich dann spontan zu „Ellas federleicht-verhexte Zukunft“ von Miriam Mann. Den ersten Teil habe ich letztes Jahr im Dezember gelesen und war ganz verzaubert von dem süßen Kinderbuch, deshalb habe ich mich sehr gefreut, dass ich auch den zweiten Teil lesen darf. Habe auch direkt die Hälfte inhaliert und wollte den Rest eigentlich heute lesen, bin dann aber davon abgekommen. Die Fortsetzung von Ellas und Dodos Abenteuer mit ihrer Zeitrutsche ist wieder unterhaltsam und leicht zu lesen – also die perfekte Lektüre für zwischendurch.

Und schließlich haben mich auch diese Woche zwei Hörbücher begleitet. Spannenderweise ist meine Wahl eher zufällig auf zwei Titel gefallen, die für den deutschen Buchpreis 2020 nominiert waren.
„Allegro Pastell“ von Leif Randt, das es zumindest auf die Longlist geschafft hat, konnte mich leider absolut nicht überzeugen. Es gab zwar einige interessante Verzweigungen, aber insgesamt kam bei mir nicht viel mehr an als Rumgemache, Drogen- und Alkoholexzesse an. Vielleicht lag es aber auch daran, dass der Autor das Hörbuch selbst eingesprochen hat und dabei recht emotionslos blieb, sodass sich kein richtiger Zugang einstellen wollte.

Heute habe ich dann mit „Annette, ein Heldinnenepos“ von Anne Weber angefangen, das mir bisher recht gut gefällt. Zwar habe ich etwas mehr aus der NS-Zeit erwartet, aber die anschließenden Entwicklungen haben auch einen interessanten Touch. Ich mag die Erzählperspektive sehr gern, die Sprecherin ist angenehm und der Plot hält sicherlich noch einige spannende Wendungen bereit. Wahrscheinlich werde ich das Hörbuch morgen beenden und kann dann spätestens nächste Woche mehr berichten.

Momentane Lesestimmung

Man kann wohl gerade behaupten, dass ich ein dezentes Lesehoch habe, und ich finde das ziemlich gut. Von meinen geplanten Büchern für den Monat ist jetzt noch eins übrig, das ich als nächstes in Angriff nehmen werde, und auch die Liste für August steht schon fest. Es hilft mir irgendwie, zumindest einen Teil meiner Lektüre festzulegen, mir aber trotzdem genügend Spielraum für spontane Stimmungen zu lassen. Auf diese Weise kann ich meine Rezensionsexemplare abarbeiten und habe trotzdem die Möglichkeit, ohne schlechtes Gewissen auch mal zu einem privaten Titel zu greifen. Zudem waren die letzten Bücher größtenteils gute Unterhaltung, die mich teilweise auch ziemlich nachdenklich gemacht haben. Ich hoffe, dass diese Phase anhält und auch die nächsten Bücher für gute Lesestunden sorgen werden.

Zitat der Woche

Man glaubt, eine Sekunde hat keine Bedeutung. Aber eine Sekunde kann unsere Welt zum Kippen bringen, denke ich.
(aus „Unterwasserflimmern“ von Katharina Schaller)

Und sonst so?

Meine Grundstimmung ist derzeit ein ziemliches Auf und Ab – kaum habe ich das Gefühl, dass es endlich wieder ein bisschen besser wird, kommt die nächste Klatsche. Am Wochenende habe ich endlich meine Kamera wieder zusammengeschraubt, nur um – wie erwartet – festzustellen, dass sie das kurze Bad leider nicht überstanden hat. Aber ich habe mich auch schon um Ersatz bemüht und hoffe, dass ich Anfang August endlich wieder auf Fototour gehen kann – das Fotografieren bzw. das Betrachten der Welt durch die Linse fehlt mir sehr.

Ansonsten versuche ich, mich nicht allzu sehr von den anderen Dingen runterziehen zu lassen und meine Gedanken irgendwie beieinander zu behalten. Das fällt mir mal mehr, mal weniger leicht, insgesamt komme ich aber ganz gut durch die Tage. Lediglich mein Schlafrhythmus ist schon wieder durcheinander, wie man unschwer an der Uhrzeit erkennt – denn eigentlich sollte ich schon seit einer Stunde im Bett liegen und allmählich das Licht ausmachen. Aber ich sehe es gerade gelassen, denn morgen ist schon Freitag und die eigentlichen Pläne fürs Wochenende wurden leider wieder mal über den Haufen geworfen, sodass es wahrscheinlich zwei entspannte Tage werden.

Also lasse ich einfach mal alles auf mich zukommen und hoffe einfach auf das Beste. Irgendwann muss es ja auch mal wieder bergauf gehen, bis dahin heißt es eben durchhalten.

Das waren meine Leselaunen für die aktuelle Woche. Ich hoffe, sie haben euch gefallen und wir sehen uns (spätestens) nächste Woche wieder hier. Würde mich freuen :)

Dieser Beitrag ist Teil 20 von 27 aus der Serie: Leselaunen 2021 | Zeige alle Teile

Teil 1: Leselaunen 2021 #1 – Ein Wiederbelebungsversuch

Teil 2: Leselaunen 2021 #2 – Berufswirrwarr vs. Bingewatching

Teil 3: Leselaunen 2021 #3 – Über richtiges Timing, Wiedereinstieg und Fellnasen

Teil 4: Leselaunen 2021 #4 – Seifenblasenleben auf Zeit?

Teil 5: Leselaunen 2021 #5 – Rückkehr zum multimedialen Lesen

Teil 6: Leselaunen 2021 #6 – Leseflaute und Hörhoch

Teil 7: Leselaunen 2021 #7 – Booknerdproblems hoch zwei

Teil 8: Leselaunen 2021 #8 – Wenn man mehrgleisig fährt

Teil 9: Leselaunen 2021 #9 – wellenförmiges Auf und Ab

Teil 10: Leselaunen 2021 #10 – Leseflaute ahoi!

Teil 11: Leselaunen 2021 #11 – Licht am Leseflautenhorizont

Teil 12: Leselaunen 2021 #12 – Putz- und Schreib- statt Lesemarathon

Teil 13: Leselaunen 2021 #13 – Neuer Monat, neuer Job, neue Lektüre

Teil 14: Leselaunen 2021 #14 – Von Lesewagnissen und Wetterfühligkeiten

Teil 15: Leselaunen 2021 #15 – Müde, müde, müde!

Teil 16: Leselaunen 2021 #16 – Ein leichtes Lesehoch und ein sehr dünnes Nervenkostüm

Teil 17: Leselaunen 2021 #17 – Zum Monatsende noch mal mit Vollgas durchs Bücherregal

Teil 18: Leselaunen 2021 #18 – Schwere Lektüre und schweres Gemüt

Teil 19: Leselaunen 2021 #19 – Zehn Jahre Schattenwege und kein Gewinnspiel

Teil 20: Leselaunen 2021 #20 – Stimmungsachterbahn, aber mit guter Lektüre

Teil 21: Leselaunen 2021 #21 – Manchmal ist Stabilität alles

Teil 22: Leselaunen 2021 #22 – Besuch, Lesezeit, Gesprächsbedarf und ein bisschen Action

Teil 23: Leselaunen 2021 #23 – Hölle, Sex und viel zu realistische Dystopien

Teil 24: Leselaunen 2021 #24 – Instajail, Außendienst und diverse Neuzugänge

Teil 25: Leselaunen 2021 #25 – Produktive Lesezeit und Impfnachwehen

Teil 26: Leselaunen 2021 #26 – Schlagfertige Nerds und schwere Kost

Teil 27: Leselaunen 2021 #27 – Jede Menge Musik und Debüts


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