Leselaunen 2021 #35 – Schlaflose Nächte = geschenkte Lesezeit

Die Leselaunen sind eine Aktion, die mittlerweile die liebe Jill vom Letterheart Bücherblog hostet. Bei dieser Aktion geht es darum, die eigene Leselaune einmal die Woche zu reflektieren. Neben der normalen Leseliste ist dies eine schöne Möglichkeit, Stimmungen festzuhalten und den Fortschritt der eventuell vorhandenen Leseplanung zu beobachten. Und es hilft sicherlich auch beim späteren Schreiben der Rezensionen, denn ich gehöre leider nicht zu denjenigen, die sich während des Lesens Notizen machen. Sollte ich mir vielleicht mal angewöhnen.

Aktuelle Lektüre(n)

Uff, Leute, was soll ich noch großartig zu Wen immer wir lieben sagen? Ich will nicht sagen, dass es eine ziemliche Qual war, das Buch zu beenden, aber tatsächlich war ich sehr froh, als ich endlich damit durch war. Die Story an sich war eigentlich eine gute Idee mit wirklich tollen Ansätzen, aber Umsetzung und Charaktergestaltung haben mich doch sehr ernüchtert. Ständig verschmolz oder verband sich irgendwas – Lippen, Blicke, Körper – und Lina blieb mir bis zum Ende äußerst unsympathisch. Ich denke nicht, dass ich die Reihe weiterlesen werde.

Sehr viel mehr Spaß hatte ich, aber das war nicht anders zu erwarten, mit Luzifer Junior 10 – Die verrückte Zeitmaschine, das ich innerhalb eines Tages verschlungen habe. Eigentlich muss ich hierzu auch gar nicht viel mehr sagen, denn diese Kinderbuchreihe spricht im Grunde für sich selbst. Ich habe das neue Abenteuer wieder sehr genossen und mich ziemlich amüsiert, das nächste Mal darf dann Luzifer Senior aber gerne wieder ein paar mehr Auftritte haben.

Aufgrund von Schlaflosigkeit und weil ich nicht gleich das „große“ Licht einschalten wollte, griff ich kürzlich mal wieder zum Tolino und suchte mir eigentlich unpassende Lektüre aus, aber Engel von Michael Mikolajczak war das kürzeste eigenständige Buch in meiner virtuellen Bibliothek und ich dachte, es bis zur Aufstehenszeit zu beenden sollte kein Problem sein. Leider ist der Schreibstil ein wenig anstrengend und recht zäh, sodass ich bisher nicht über die Hälfte hinausgekommen bin. Die Grundidee gefällt mir aber sehr und ich hoffe, dass die Teaser vom Klappentext allmählich auftauchen.

Mit dem neuen Monat habe ich dann außerdem auch ein neues Buch begonnen und kann nach 220 Seiten nur immer wieder betonen, dass Berlin Monster – Nachts sind alle Mörder grau mich auf ganz unterschiedliche Weise abholen kann. Es liest sich gut weg und mit den eingeworfenen Dialoge im Berliner Dialekt macht Kim Rabe mich enorm glücklich und vermittelt mir ein ganz klein wenig Heimatgefühl. Ich bin gespannt, wie sich die Geschichte noch weiterentwickelt, denn bis jetzt habe ich keine Ahnung, in welche Richtung es noch gehen könnte. Aber schon jetzt möchte ich eine leise Leseempfehlung für Fantasy-Fans aussprechen – dieser Mix aus Endzeit und Realität ist wirklich gut gelungen. Der zweite Band wird nächsten Sommer erscheinen und die Vorfreude ist groß.

Momentane Lesestimmung

Ganz offensichtlich helfen unruhiger Schlaf dabei, der Leseflaute in den Arsch zu treten. Zumindest lief es letzte Woche ganz gut, was wahrscheinlich auch daran liegt, dass ich an fünf von sieben Tagen mit Bus und Bahn unterwegs war. Aber auch unabhängig davon bin ich derzeit wieder motivierter, nachmittags und abends zum Buch zu greifen. Vielleicht schleicht sich die Leseunlust jetzt leise zur Tür raus und ich kann den Rest des Jahres noch ein paar Titel vom SuB lesen. Wünschenswert wäre es, wenn ich mir die Neuzugänge der letzten Wochen so anschaue – und weitere folgen in den nächsten Tagen, denn das Herbstprogramm der Verlage erscheint nach und nach und lässt mein Konto weinen.

Zitat der Woche

Wir alle wollen von irgendwem gerettet werden, doch am Ende kann uns niemand retten außer uns selbst.
(aus „Berlin Monster – Nachts sind alle Mörder grau“ von Kim Rabe)

Und sonst so?

Die bereits erwähnte Schlaflosigkeit bzw. der doch sehr unruhige Schlaf lassen mich entweder komplett durchhängen oder total aufdrehen – „nach müde kommt albern“ oder wie heißt es so schön? Die letzten Tage habe ich mit Musik im Ohr meinen Stehtisch genossen, überwiegend im Stehen gearbeitet und dabei kräftig die Muskeln bewegt :D Die Kolleg*innen fanden das wahrscheinlich teilweise etwas verstörend, aber meistens haben sie gelacht – und ganz ehrlich: Jeder soll das machen, was ihm gut tut, und wenn gute Musik und dezente Tanzmoves mich durch den Tag bringen, ohne dass ich die ganze Zeit vor mich hin schimpfe oder jammere, haben doch alle was davon, oder?

Zwischendurch ist meine Laune immer mal wieder ein bisschen abgesackt, aber gute Gespräche mit Freundinnen haben nicht nur geholfen, mich wieder zu erden, sondern mich auch in meinem Gedankenprozess bestärkt. Es ist manchmal schon seltsam, wie viel leichter man sich fühlt, wenn man etwas laut ausgesprochen hat. Und ich glaube, auch das ist ein Grund, warum es mir diese Woche insgesamt recht gut geht, trotz kleinerer Ärgernisse.

Meine Lippenbläschen sind auch langsam, aber sicher auf dem Rückweg und ich hoffe, dass in den nächsten Tagen auch das letzte bisschen Schorf abheilt. Für den restlichen Herbst und Winter muss ich mir dringend noch eine kleine Rube Bepanthen besorgen, um es immer dabei zu haben. Habe festgestellt, dass diese Lippenbalsamstifte eher ein Brandherd für neuen Herpes sind, also verzichte ich darauf in Zukunft lieber. Falls ihr noch andere Tipps für Lippenpflege in der kalten Jahreszeit habt, lasst es mich gerne wissen.

Sonst gibt es nicht viel Neues zu berichten. Morgen ist endlich wieder das Stamm-Moderationsteam bei der Karaoke, sodass es ein sehr lustiger Abend wird, und das Wochenende wird auch wieder sehr abwechslungsreich. Ein bisschen Lesezeit wird sicherlich auch abfallen, und außerdem sollte ich mich langsam auch mal an das neue Lektorats-Manuskript setzen. Mal gucken, vielleicht mache ich das morgen Nachmittag und Abend vor der Karaoke, sofern mich der Damenhundebesuch denn arbeiten lässt. Leider ist sie extrem auf ihr Frauchen fixiert und braucht immer eine ganze Weile, bis sie richtig bei uns angekommen ist. Da hilft meist nur Kuscheln auf der Couch, das macht sich mit Manuskript etwas schlecht. Aber wir finden schon eine Lösung.

Das waren meine Leselaunen für die aktuelle Woche. Ich hoffe, sie haben euch gefallen und wir sehen uns (spätestens) nächste Woche wieder hier. Würde mich freuen :)

Dieser Beitrag ist Teil 35 von 43 aus der Serie: Leselaunen 2021 | Zeige alle Teile

Teil 1: Leselaunen 2021 #1 – Ein Wiederbelebungsversuch

Teil 2: Leselaunen 2021 #2 – Berufswirrwarr vs. Bingewatching

Teil 3: Leselaunen 2021 #3 – Über richtiges Timing, Wiedereinstieg und Fellnasen

Teil 4: Leselaunen 2021 #4 – Seifenblasenleben auf Zeit?

Teil 5: Leselaunen 2021 #5 – Rückkehr zum multimedialen Lesen

Teil 6: Leselaunen 2021 #6 – Leseflaute und Hörhoch

Teil 7: Leselaunen 2021 #7 – Booknerdproblems hoch zwei

Teil 8: Leselaunen 2021 #8 – Wenn man mehrgleisig fährt

Teil 9: Leselaunen 2021 #9 – wellenförmiges Auf und Ab

Teil 10: Leselaunen 2021 #10 – Leseflaute ahoi!

Teil 11: Leselaunen 2021 #11 – Licht am Leseflautenhorizont

Teil 12: Leselaunen 2021 #12 – Putz- und Schreib- statt Lesemarathon

Teil 13: Leselaunen 2021 #13 – Neuer Monat, neuer Job, neue Lektüre

Teil 14: Leselaunen 2021 #14 – Von Lesewagnissen und Wetterfühligkeiten

Teil 15: Leselaunen 2021 #15 – Müde, müde, müde!

Teil 16: Leselaunen 2021 #16 – Ein leichtes Lesehoch und ein sehr dünnes Nervenkostüm

Teil 17: Leselaunen 2021 #17 – Zum Monatsende noch mal mit Vollgas durchs Bücherregal

Teil 18: Leselaunen 2021 #18 – Schwere Lektüre und schweres Gemüt

Teil 19: Leselaunen 2021 #19 – Zehn Jahre Schattenwege und kein Gewinnspiel

Teil 20: Leselaunen 2021 #20 – Stimmungsachterbahn, aber mit guter Lektüre

Teil 21: Leselaunen 2021 #21 – Manchmal ist Stabilität alles

Teil 22: Leselaunen 2021 #22 – Besuch, Lesezeit, Gesprächsbedarf und ein bisschen Action

Teil 23: Leselaunen 2021 #23 – Hölle, Sex und viel zu realistische Dystopien

Teil 24: Leselaunen 2021 #24 – Instajail, Außendienst und diverse Neuzugänge

Teil 25: Leselaunen 2021 #25 – Produktive Lesezeit und Impfnachwehen

Teil 26: Leselaunen 2021 #26 – Schlagfertige Nerds und schwere Kost

Teil 27: Leselaunen 2021 #27 – Jede Menge Musik und Debüts

Teil 28: Leselaunen 2021 #28 – Keine Lust auf irgendwas

Teil 29: Leselaunen 2021 #29 – Mühsam ernährt sich das Lesehörnchen …

Teil 30: Leselaunen 2021 #30 – Die Leseflaute bleibt hartnäckig.

Teil 31: Leselaunen 2021 #31 – Und täglich grüßt die Leseunlust …

Teil 32: Leselaunen 2021 #32 – Urlaub mit vielen Leseplänen!

Teil 33: Leselaunen 2021 #33 – Die wohl schlechteste Urlaubs-Lesewoche aller Zeiten …

Teil 34: Leselaunen 2021 #34 – Leichter Aufwind trotz lesefreier Tage …

Teil 35: Leselaunen 2021 #35 – Schlaflose Nächte = geschenkte Lesezeit

Teil 36: Leselaunen 2021 #36 – Bewusste Lesezeit führt zu leichtem SuB-Abbau

Teil 37: Leselaunen 2021 #37 – Von Wintermüdigkeit und hohen Lektüre-Erwartungen

Teil 38: Leselaunen 2021 #38 – It’s Beginning To Look A Lot Like Christmas

Teil 39: Leselaunen 2021 #39 – Erkältungswelle im Anmarsch

Teil 40: Leselaunen 2021 #40 – Viel Arbeitsstress, wenig Leselust …

Teil 41: Leselaunen 2021 #41 – Jahreswechselurlaub loading

Teil 42: Leselaunen 2021 #42 – Wenn Leseplanungen über den Haufen geworfen werden

Teil 43: Leselaunen 2021 #43 – Bereit für das neue Jahr?


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