Leselaunen 2021 #24 – Instajail, Außendienst und diverse Neuzugänge

Die Leselaunen sind eine Aktion, die mittlerweile die liebe Jill vom Letterheart Bücherblog hostet. Bei dieser Aktion geht es darum, die eigene Leselaune einmal die Woche zu reflektieren. Neben der normalen Leseliste ist dies eine schöne Möglichkeit, Stimmungen festzuhalten und den Fortschritt der eventuell vorhandenen Leseplanung zu beobachten. Und es hilft sicherlich auch beim späteren Schreiben der Rezensionen, denn ich gehöre leider nicht zu denjenigen, die sich während des Lesens Notizen machen. Sollte ich mir vielleicht mal angewöhnen.

Aktuelle Lektüre(n)

Mit zwei Tagen Verspätung, zumindest nach der ursprünglichen Planung, habe ich am Dienstag das Buddy Read „Rising Skye“ von Lina Frisch beendet. Trotz der wichtigen Thematik konnte mich der zweite Band allerdings nicht gänzlich überzeugen. Irgendwas hat mir was gefehlt und gerade das Ende kam mir, gemessen an all den Geschehnissen und Dramen vorher, ein wenig weichgespült vor und war insgesamt ziemlich unspektakulär. Was mein finales Urteil angeht, bin ich noch nicht sicher, allerdings kann ich jetzt schon sagen, dass ich Band zwei deutlich schwächer als Band eins fand.

„Sanctuary – Flucht in die Freiheit“ von Paola Mendoza und Abby Sher hingegen hat mich nachhaltig beeindruckt und berührt. Eine Geschichte, die während und nach der Lektüre schwer im Magen liegt, mit einem offenen Ende aber Hoffnung schürt. Auch nach dem Beenden lässt mich das Buch nicht los, denn durch den viel zu greifbaren Realitätsbezug war die Lektüre besonders intensiv. Ich denke, es wird noch ein paar Tage dauern, bis ich die Geschichte vollends verarbeitet habe.

Nach diesen beiden eher schwierigen Lektüren war mir dann nach etwas Leichterem und ich habe spontan „Nachtgestalten“ von Jaroslav Rudiš und Nicolas Mahler eingeschoben. Auf den ersten Blick tatsächlich sehr simpler Inhalt in düsterer Gestaltung, und trotzdem gehört diese Graphic Novel zu denen, die nachdenklich stimmen und ebenfalls eine Zeit lang nachhallen. Sie hat einen leicht philosophischen Touch und ich grübele noch über die Botschaft, die vermittelt werden soll.

Relativ frisch eingezogen ist auf meinem Tolino der Abschlussband der Only-One-Reihe von Anne Goldberg. Nachdem mich Band eins sehr überrascht und gut unterhalten hat, hatte Band zwei einige Schwierigkeiten, an diese Begeisterung anzuknüpfen. Deshalb war ich sehr gespannt auf „Only One Note“, das auf den ersten etwa 100 Seiten noch keinen großen Bezug auf die beiden Vorgängerbände nimmt. So richtig schlau werde ich aus der Geschichte bislang noch nicht, eher werden viele Fragen aufgeworfen und verschiedene Themen aufgegriffen, aber es ist kein richtiger roter Faden erkennbar.

Momentane Lesestimmung

Nachdem ich am Wochenende nicht wirklich viel zum Lesen gekommen bin, spüre ich seit Montag einen leichten Aufwind meiner Leselust. Bislang habe ich diese Woche sogar abends den Fernseher und den DVD-Player ausgelassen und stattdessen gelesen, obwohl die Arbeitstage ziemlich vollgepackt waren und der Kopf nicht mehr aufnahmefähig war. Erstaunlicherweise hat das mit dem Lesen aber sehr gut geklappt, und ich hoffe, dass sich der Aufwind auch in den nächsten Tagen noch halten wird.

Zitat der Woche

„Was ich sagen will, ist, dass deine Gefühle dich nicht zu einer schlechten Person machen. Sie machen dich menschlich. Auch die negativen.“
(aus „Rising Skye“ von Lina Frisch)

Und sonst so?

Seit Sonntagmittag bin ich im Instajail und kann weder posten noch liken, was zumindest in den ersten Tagen eine ziemliche Umstellung war. Inzwischen hab ich mich dran gewöhnt und empfinde die Zwangspause als recht angenehm – es ist erstaunlich, wieviel Zeit die sozialen Medien eigentlich in Anspruch nehmen. Es ist zwar ein seltsames Gefühl, durch den Feed zu scrollen und nicht aktiv sein zu können, aber ehrlich gesagt überlege ich, diese Pause freiwillig zu verlängern. Mal schauen, wie es am Sonntag ist, sobald ich wieder Herzen verteilen darf.

Heute war außerdem der erst mal letzte Tag im Außenbüro, wo ich seit Dienstag in einen weiteren Bereich meiner Stellenbeschreibung eingearbeitet wurde. Die Arbeitsatmosphäre ist dort eine ganz andere, nicht weniger chaotisch und wuselig, aber auf eine gewisse Art für mich produktiver. Ich habe viel gelernt und bin nun gespannt, wie viel davon hängen geblieben ist und ich in den nächsten Arbeitstagen umsetzen kann. Der Plan sieht vor, dass ich aber künftig zwei feste Tage dort im Büro sitzen werde, wodurch ich anderthalb bis zwei Stunden tägliche Lesezeit geschenkt bekomme. Außerdem gibt es direkt nebenan eine Buchhandlung, was mich immer wieder in Versuchung führen wird. Wie natürlich bereits geschehen, aber ich bin ganz stolz auf mich, dass ich immerhin erst am zweiten Tag schwach geworden bin.

Letztes Wochenende war, wie ich in den letzten Leselaunen schon erwähnt hatte, recht sozialkontaktreich und es war schön, mal wieder unter Menschen zu sein, die ich in den letzten anderthalb Jahren und länger nicht gesehen und gesprochen habe. Es gab ein paar interessante Gespräche, ein tolles Fußballspiel (das wir über Handy neben dem Stadion mitverfolgt haben) und eine gesellige Runde, die zeitlich ein wenig ausartete. Ich hab aber auch gemerkt, dass der freie Sonntag danach notwendig war, um meine Akkus wieder aufzuladen. Wahrscheinlich spielte auch die Spannung bezüglich der vor mir liegenden Woche eine Rolle.

Für das kommende Wochenende ist daher nichts Großartiges geplant, ich werde einfach viel schlafen, ein wenig lesen, so wenig Kontakt zu anderen haben wie möglich und ein bisschen Blog- und Lektoratsarbeit erledigen. Und ab Sonntagnachmittag vielleicht wieder auf Instagram rumgammeln. Jedenfalls werde ich die Zeit schon irgendwie rumkriegen, und nächste Woche kommt dann endlich Impfung Nummer 2, was dann zumindest den Kopf in der Hinsicht ein wenig ruhiger machen wird.

Das waren meine Leselaunen für die aktuelle Woche. Ich hoffe, sie haben euch gefallen und wir sehen uns (spätestens) nächste Woche wieder hier. Würde mich freuen :)

Dieser Beitrag ist Teil 24 von 28 aus der Serie: Leselaunen 2021 | Zeige alle Teile

Teil 1: Leselaunen 2021 #1 – Ein Wiederbelebungsversuch

Teil 2: Leselaunen 2021 #2 – Berufswirrwarr vs. Bingewatching

Teil 3: Leselaunen 2021 #3 – Über richtiges Timing, Wiedereinstieg und Fellnasen

Teil 4: Leselaunen 2021 #4 – Seifenblasenleben auf Zeit?

Teil 5: Leselaunen 2021 #5 – Rückkehr zum multimedialen Lesen

Teil 6: Leselaunen 2021 #6 – Leseflaute und Hörhoch

Teil 7: Leselaunen 2021 #7 – Booknerdproblems hoch zwei

Teil 8: Leselaunen 2021 #8 – Wenn man mehrgleisig fährt

Teil 9: Leselaunen 2021 #9 – wellenförmiges Auf und Ab

Teil 10: Leselaunen 2021 #10 – Leseflaute ahoi!

Teil 11: Leselaunen 2021 #11 – Licht am Leseflautenhorizont

Teil 12: Leselaunen 2021 #12 – Putz- und Schreib- statt Lesemarathon

Teil 13: Leselaunen 2021 #13 – Neuer Monat, neuer Job, neue Lektüre

Teil 14: Leselaunen 2021 #14 – Von Lesewagnissen und Wetterfühligkeiten

Teil 15: Leselaunen 2021 #15 – Müde, müde, müde!

Teil 16: Leselaunen 2021 #16 – Ein leichtes Lesehoch und ein sehr dünnes Nervenkostüm

Teil 17: Leselaunen 2021 #17 – Zum Monatsende noch mal mit Vollgas durchs Bücherregal

Teil 18: Leselaunen 2021 #18 – Schwere Lektüre und schweres Gemüt

Teil 19: Leselaunen 2021 #19 – Zehn Jahre Schattenwege und kein Gewinnspiel

Teil 20: Leselaunen 2021 #20 – Stimmungsachterbahn, aber mit guter Lektüre

Teil 21: Leselaunen 2021 #21 – Manchmal ist Stabilität alles

Teil 22: Leselaunen 2021 #22 – Besuch, Lesezeit, Gesprächsbedarf und ein bisschen Action

Teil 23: Leselaunen 2021 #23 – Hölle, Sex und viel zu realistische Dystopien

Teil 24: Leselaunen 2021 #24 – Instajail, Außendienst und diverse Neuzugänge

Teil 25: Leselaunen 2021 #25 – Produktive Lesezeit und Impfnachwehen

Teil 26: Leselaunen 2021 #26 – Schlagfertige Nerds und schwere Kost

Teil 27: Leselaunen 2021 #27 – Jede Menge Musik und Debüts

Teil 28: Leselaunen 2021 #28 – Keine Lust auf irgendwas


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