Leselaunen 2021 #13 – Neuer Monat, neuer Job, neue Lektüre

Die Leselaunen sind eine Aktion, die mittlerweile die liebe Jill vom Letterheart Bücherblog hostet. Bei dieser Aktion geht es darum, die eigene Leselaune einmal die Woche zu reflektieren. Neben der normalen Leseliste ist dies eine schöne Möglichkeit, Stimmungen festzuhalten und den Fortschritt der eventuell vorhandenen Leseplanung zu beobachten. Und es hilft sicherlich auch beim späteren Schreiben der Rezensionen, denn ich gehöre leider nicht zu denjenigen, die sich während des Lesens Notizen machen. Sollte ich mir vielleicht mal angewöhnen.

Aktuelle Lektüre(n)

Nachdem mein Berlin-Besuch fürs Wochenende leider absagen musste, habe ich viel Zeit bei der Wahlfamilie im Garten verbracht und mir nicht nur einen netten Sonennbrand geholt (schond er zweite dieses Jahr), sondern wurde vom kleinsten Wahlkind auch zum Vorlesen aufgefordert. So kam ich in den Genuss, ein weiteres süßes Kinderbuch mit dezent moralischer Botschaft kennenlernen zu dürfen – in „A Very Bad Bunny“ von Marilyn Sadler denkt Familie Hase nämlich, ihr Sohn P.J. wäre ein wirklich schlimmer Hase, bis dann der Cousin zu Besuch kommt und alle(s) in den Schatten stellt.

Pünktlich zum Monatsende habe ich es außerdem endlich geschafft, auch „Geiger“ von Gustaf Skördemann zu beenden. Nachdem ich nach dem zweiten Abschnitt ewig pausiert hatte, weil die letzten Kapitel mich ziemlich gelangweilt haben bzw. sehr anstrengend zu lesen waren, ging mir der Rest nach der Überwindung, wieder zum Buch zu greifen, recht leicht von der Hand. Es gab zwar weiterhin Längen und insgesamt war der Spannungsbogen nicht wirklich gut aufgeteilt, aber am Ende kam doch noch genug Spannung auf, um durchzuziehen. Meine Rezension ist trotzdem recht kritisch ausgefallen, weil das Gesamtpaket nicht das war, als was es vermarktet wird.

Auch „Unser letzter Tag“ von Stefan Suchanka habe ich in den letzten Stunden des letzten Mai-Tages noch beendet. Der philosophische Ansatz hat mir gut gefallen, auch wenn ich bis auf einen – eigentlichen Nebencharakter – keinen der Protagonisten wirklich leiden mochte. Ich glaube, das ist mir bisher noch nie untergekommen, dass ich wirklich jede einzelne Person in einem Buch, gelinde gesagt, zum Kotzen fand, aber ich vermute, dass diese extreme Überspitzung Absicht des Autors war. Dieses Buch muss ich für meine finale Bewertung noch ein bisschen sacken lassen, insgesamt kann ich aber jetzt schon sagen, dass ich mich gut und kurzweilig unterhalten gefühlt habe.

Und am Dienstag war ich nach meinem ersten Arbeitstag in der neuen Firma zwar ziemlich erschlagen, nahm mir aber trotzdem ein frisches Buch mit ins Bett: „Und dann war es Liebe“ von Lorraine Brown. Inzwischen sind die ersten knapp 80 Seiten gelesen und ich mag die Geschichte bisher wirklich gerne, auch wenn mir manches etwas unrealistisch bzw. ein wenig unlogisch erscheint. Aktuell läuft es auf eine recht seichte Liebesgeschichte hinaus, die Charaktere lösen derzeit allerdings bei mir eher ein ziemliches Augenrollen aus und ich habe auch schon eine Vermutung, was im weiteren Verlauf auf jeden Fall noch ans Tageslicht kommen wird, aber ich will mich da gar nicht zu sehr festfahren – am Ende verdirbt es mir noch die weitere Leselust.

Momentane Lesestimmung

Meine Lesestimmung ist weiterhin ziemlich gut, auch wenn ich derzeit extrem wenig zum Lesen komme – eigentlich wirklich nur direkt vor dem Schlafen, und je nach To-Do-Liste eventuell noch ein, zwei Stunden direkt nach der Arbeit. Da ich mit dem Fahrrad ins Büro fahre, fällt an dieser Stelle keine Lesezeit ab, und für die etwa zwanzig Minuten Fahrt lohnt es sich auch nicht, ein Hörbuch einzuschalten. Ich lasse mich da lieber von Musik motivieren, zu deren Takt ich dann auch strampeln kann. Zumindest jetzt in den ersten paar Tagen habe ich einen ganz guten Rhythmus gefunden, um auch Haushalt und Blog in den neuen Alltag einzubinden und trotzdem zumindest jeden Tag wenigstens eine halbe Stunde Lesezeit einzuplanen. Das wird mich zwar auf Dauer nicht befriedigen, ist aber für den Moment ganz okay und meiner Leselust auch angemessen.

Zitat der Woche

Wenn die Welt unterging, dann grillen die Deutschen. Sie fand das beruhigend und rührend. Grillen bedeutete Freunde und Familie, gemeinsames Essen, Trinken, Festhalten. Leben.
(aus „Unser letzter Tag“ von Stefan Suchanka)

Und sonst so?

Joar, wie schon erwähnt, bin ich seit Dienstag in meinem neuen Wirkungskreis eingebunden und muss ehrlich sagen, dass ich froh bin, dass die erste Woche nur vier Tage hat. Leider sind die Systeme noch nicht alle am Laufen und das mit der Einarbeitung gestaltet sich ein bisschen schwierig, aber da ich nicht alleine gestartet bin, sondern eine zweite neue Kollegin mit mir angefangen hat, ist ein guter Austausch da und der Rest wird sich mit der Zeit finden. Morgen werde ich schon die ersten kleinen Aufgaben alleine erledigen und ab nächster Woche folgen dann nach und nach weitere Dinge. Bislang möchte ich noch gar nicht so viel erzählen, aber ich fühle mich in dem neuen Team ganz gut, liebe meinen höhenverstellbaren Tisch und nutze ihn auch fleißig jeden Tag. Alles andere kommt mit der Zeit und ich bin definitiv motiviert, mich bald mehr einzubringen, und gespannt, was noch so auf mich zukommt. Auf jeden Fall lerne ich viel Neues.

Ansonsten bin ich sehr stolz, dass ich nach dem Aufräum- und Putzmarathon vergangene Woche das aktuelle Ordnungs- und Sauberkeitslevel in meiner Wohnung tatsächlich halten kann. Fürs Wochenende steht neben schlafen, Serie gucken und lesen auf jeden Fall auch die Aufstellung eines Wochen-Plans an, auf dem ich konkrete Aufgaben für jeden Tag festlegen werde, die dann zu erledigen sind. Wäre zumindest wünschenswert, zukünftig auch mal spontan Besuch empfangen zu können und nicht eine Woche Vorlaufzeit zum Aufräumen zu benötigen. Das nehme ich mir zwar immer wieder vor, scheitere aber letzten Endes an meiner Faulheit und der Tatsache, dass ich derartige Dinge einfach ganz wunderbar ignorieren kann.

Was gibt es sonst noch Neues? Eigentlich nicht so viel. Meine erste Steuererklärung muss demnächst auch mal gemacht werden, nachdem ich es endlich geschafft habe, mich bei Elster zu registrieren und die Zugangscodes alle angekommen sind. Mal schauen, ob ich das auch am Wochenende in Angriff nehme oder für nächste Woche mit auf die Liste setze. Momentan ist es recht ruhig in meinem Leben, es gibt keine großen Hochs oder Tiefs, und das ist zur Abwechslung tatsächlich mal ganz angenehm. Ich merke aber auch, dass ich wieder mehr Lust zum Schreiben habe – auch hier muss ich sehen, wie ich das am besten in meinen neuen Alltag integriert bekomme. Aber alles ganz locker und ohne Druck, denn sonst geht das nur wieder schief.

Das waren meine Leselaunen für die aktuelle Woche. Ich hoffe, sie haben euch gefallen und wir sehen uns (spätestens) nächste Woche wieder hier. Würde mich freuen :)

Dieser Beitrag ist Teil 13 von 38 aus der Serie: Leselaunen 2021 | Zeige alle Teile

Teil 1: Leselaunen 2021 #1 – Ein Wiederbelebungsversuch

Teil 2: Leselaunen 2021 #2 – Berufswirrwarr vs. Bingewatching

Teil 3: Leselaunen 2021 #3 – Über richtiges Timing, Wiedereinstieg und Fellnasen

Teil 4: Leselaunen 2021 #4 – Seifenblasenleben auf Zeit?

Teil 5: Leselaunen 2021 #5 – Rückkehr zum multimedialen Lesen

Teil 6: Leselaunen 2021 #6 – Leseflaute und Hörhoch

Teil 7: Leselaunen 2021 #7 – Booknerdproblems hoch zwei

Teil 8: Leselaunen 2021 #8 – Wenn man mehrgleisig fährt

Teil 9: Leselaunen 2021 #9 – wellenförmiges Auf und Ab

Teil 10: Leselaunen 2021 #10 – Leseflaute ahoi!

Teil 11: Leselaunen 2021 #11 – Licht am Leseflautenhorizont

Teil 12: Leselaunen 2021 #12 – Putz- und Schreib- statt Lesemarathon

Teil 13: Leselaunen 2021 #13 – Neuer Monat, neuer Job, neue Lektüre

Teil 14: Leselaunen 2021 #14 – Von Lesewagnissen und Wetterfühligkeiten

Teil 15: Leselaunen 2021 #15 – Müde, müde, müde!

Teil 16: Leselaunen 2021 #16 – Ein leichtes Lesehoch und ein sehr dünnes Nervenkostüm

Teil 17: Leselaunen 2021 #17 – Zum Monatsende noch mal mit Vollgas durchs Bücherregal

Teil 18: Leselaunen 2021 #18 – Schwere Lektüre und schweres Gemüt

Teil 19: Leselaunen 2021 #19 – Zehn Jahre Schattenwege und kein Gewinnspiel

Teil 20: Leselaunen 2021 #20 – Stimmungsachterbahn, aber mit guter Lektüre

Teil 21: Leselaunen 2021 #21 – Manchmal ist Stabilität alles

Teil 22: Leselaunen 2021 #22 – Besuch, Lesezeit, Gesprächsbedarf und ein bisschen Action

Teil 23: Leselaunen 2021 #23 – Hölle, Sex und viel zu realistische Dystopien

Teil 24: Leselaunen 2021 #24 – Instajail, Außendienst und diverse Neuzugänge

Teil 25: Leselaunen 2021 #25 – Produktive Lesezeit und Impfnachwehen

Teil 26: Leselaunen 2021 #26 – Schlagfertige Nerds und schwere Kost

Teil 27: Leselaunen 2021 #27 – Jede Menge Musik und Debüts

Teil 28: Leselaunen 2021 #28 – Keine Lust auf irgendwas

Teil 29: Leselaunen 2021 #29 – Mühsam ernährt sich das Lesehörnchen …

Teil 30: Leselaunen 2021 #30 – Die Leseflaute bleibt hartnäckig.

Teil 31: Leselaunen 2021 #31 – Und täglich grüßt die Leseunlust …

Teil 32: Leselaunen 2021 #32 – Urlaub mit vielen Leseplänen!

Teil 33: Leselaunen 2021 #33 – Die wohl schlechteste Urlaubs-Lesewoche aller Zeiten …

Teil 34: Leselaunen 2021 #34 – Leichter Aufwind trotz lesefreier Tage …

Teil 35: Leselaunen 2021 #35 – Schlaflose Nächte = geschenkte Lesezeit

Teil 36: Leselaunen 2021 #36 – Bewusste Lesezeit führt zu leichtem SuB-Abbau

Teil 37: Leselaunen 2021 #37 – Von Wintermüdigkeit und hohen Lektüre-Erwartungen

Teil 38: Leselaunen 2021 #38 – It’s Beginning To Look A Lot Like Christmas


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