Leselaunen 2021 #8 – Wenn man mehrgleisig fährt

Die Leselaunen sind eine Aktion, die mittlerweile die liebe Jill vom Letterheart Bücherblog hostet. Bei dieser Aktion geht es darum, die eigene Leselaune einmal die Woche zu reflektieren. Neben der normalen Leseliste ist dies eine schöne Möglichkeit, Stimmungen festzuhalten und den Fortschritt der eventuell vorhandenen Leseplanung zu beobachten. Und es hilft sicherlich auch beim späteren Schreiben der Rezensionen, denn ich gehöre leider nicht zu denjenigen, die sich während des Lesens Notizen machen. Sollte ich mir vielleicht mal angewöhnen.

Aktuelles Buch

„Wenn dein Blick mich trifft“ von Alisha Rai hat mich im weiteren Verlauf des Lesens ziemlich überrascht. Es gab ein paar heiße Szenen, und obwohl ich mit einer Art „Romeo und Julia“-Geschichte gerechnet hatte, bekam ich doch etwas ganz anderes geliefert. Konnte mich auf jeden Fall trotz einiger Schwächen gut unterhalten und ich denke, dass ich auch Band 2 und 3 der Trilogie lesen werde, sobald sie erschienen sind. Vielleicht sogar wieder als Rezi-Exemplar von der Bloggerjury.

Anschließend war mir dann nach mehr Spannung und ein wenig Thrill, und ich griff zu „Trauma“, das in mehrfacher Hinsicht überaus interessant für mich war. Zum einen ist Angélique Mundt selbst Psychotherapeutin und weiß daher sehr genau, worüber sie schreibt, zum anderen ist das Buch ein Leserundentitel und der Austausch mit anderen LeserInnen über den Inhalt und den Verlauf hat mich sehr gereizt. Ich hab zwar noch nicht viel mehr als den ersten Leserundenabschnitt geschafft, bin aber sehr angetan und freue mich schon darauf, das Buch ganz bald weiterzulesen und zu beenden.

Dazu kommen schließlich auch noch meine beiden BuddyReads, die ich auf den allerletzten Drücker tatsächlich im April zumindest noch beginnen wollte. Seit Montag lese ich parallel zu allem anderen „Geiger“ von Gustaf Skördemann, das mir bisher (habe aber auch erst knapp anderthalb Abschnitte geschafft) recht gut gefällt, aber sehr politisch zu werden scheint, und „Flaming Clouds“ von Gabriella Santos de Lima, das mich vom Klappentext her so unfassbar neugierig gemacht hat, bislang (zwei gelesene Abschnitte) aber eigentlich nur aufregt. Trotzdem nehme ich mir vor, diese beiden bis Sonntag auf jeden Fall zu beenden, auch wenn sie nicht mehr in die April-Lesestatistik fallen.


Die Hörbücher bekommen diese Woche eine eigene Collage, denn ich habe auch fleißig gehört.
Am Freitag entschied ich mich spontan für ein bisschen persönliche Fortbildung in Sachen Alltagsrassismus. „Was weiße Menschen nicht über Rassismus hören wollen, aber wissen sollten“ ist letztes Jahr, neben einigen anderen thematisch passenden Titeln, als Buch bei mir eingezogen, aber ich bin noch nicht wirklich dazu gekommen, auch zwischen den Seiten zu versinken. DAs von Alice Hasters selbst gelesene Hörbuch war da eine willkommene Alternative, obwohl ich mir bestimmt auch noch mal die Zeit für die Lektüre nehmen werde, um ein paar Stellen mit Markierungsklebchen zu versehen.

„Der Tunnel“ war ebenfalls eine spontane Entscheidung. Wie die beiden noch folgenden Hörbücher, steht auch der zweite Thriller von Chris McGeorge bereits seit längerer Zeit in meinem Regal. Nachdem mich aber der erste Thriller nicht sonderlich begeistern konnte, hatte ich nie große Lust, ihn zu lesen. Auch hier war es wieder eine gute Entscheidung, mir das Hörbuch vorzunehmen, obwohl ich denke, dass mir auch das Lesen mehr Spaß als der erste Thriller gebracht hätte. Zumindest inhaltlich und vom Spannungsbogen her war definitiv eine Entwicklung zu erkennen.

Nachdem der zweite Band der Grisha-Trilogie vor Kurzem gelesen wurde, mir aber nicht der Sinn nach dem dritten Band stand, fiel meine nächste Wahl anschließend spontan auf „Das neunte Haus“ von Leigh Bardugo – und ich ärgere mich ein wenig, dass ich dieses Buch so lange ungelesen im Regal habe stehen lassen. Eine sehr vielseitige, ziemlich düstere Ermittlungsgeschichte mit verschiedenen Handlungssträngen und ein wenig phantastischen Elementen, allerdings in der realen Welt eingebettet. Ein echtes Highlight und ich hoffe, dass man hier noch wenigstens einen zweiten Band erwarten darf.

Und schließlich begleitet mich seit heute Morgen „The Dry“ von Jane Harper – erstmals erschienen im Jahr 2016. Ist eigentlich ziemlich peinlich, dass auch dieses Buch so viele Jahre nicht vom SuB befreit wurde, denn es ist eine ziemlich spannende Geschichte, die in zwei Zeitschienen erzählt wird und im Grunde zwei Mordfälle aufklärt. Inzwischen bin ich schon bei Kapitel 28 angekommen und werde wohl morgen während des kurzen Arbeitstages den Rest hören.

Momentane Lesestimmung

Wie man unschwer erkennt, ist die Hörstimmung derzeit auf jeden Fall ausgeprägter als die Lesestimmung. Vielleicht liegt das aber auch daran, dass sich die Hörbücher prima neben der konzentrierten Bildschirmarbeit hören lassen, eigentliches Lesen während der Arbeitszeit aber natürlich nicht möglich ist. Trotzdem bin ich optimistisch, dass auch die richtige Leselust wiederkommt, spätestens am Wochenende wird wieder ausgiebig geschmökert. Genug Lesestoff ist auf jeden Fall da und wenn morgen um zwölf Feierabend ist, werde ich es mir mit meinen drei aktuellen Lektüren auf der Couch bequem machen. Das Wetter lädt ebenfalls dazu ein, für die nächsten Tage ist ausschließlich Regen angekündigt, daher werde ich nicht allzu viel Zeit im Garten der Wahlfamilie verbringen.

Zitat der Woche

„Unter einem Haufen Bücher zu ersticken, ist doch vielleicht ein angemessener Tod für einen Forschungsassistenten.“
(aus „Das neunte Haus“ von Leigh Bardugo)

Und sonst so?

Auch diese Woche gibt es eigentlich nicht viel Neues zu berichten. Nächste Woche brechen schon meine letzten zweieinhalb Wochen in der aktuellen Firma an, bevor ich meinen Resturlaub nehme und dann ab Juni die neue Arbeitsstelle antrete. Ich denke, den Urlaub werde ich auch zum ausgiebigen Lesen nutzen, nebenbei weiter am Lesezimmer arbeiten und grundsätzlich mal für ein wenig Grundordnung in der Wohnung sorgen. Das lasse ich nämlich in letzter Zeit ganz schön schleifen, obwohl das Homeoffice ja durchaus Möglichkeiten bietet, gerade durch die Einsparung der Fahrzeit. Aber was soll ich sagen, die Motivation ist halt einfach nicht besonders groß.

Gestern habe ich außerdem – quasi auf den letzten Drücker – die finale Entscheidung getroffen, beim Aktionspreis zuzuschlagen, und mir einen eReader bestellt. Okay, dass ich als Geburtstagsgeschenk auch noch 12-fach Punkte geschenkt bekommen habe, spielt dabei natürlich auch eine kleine Rolle, denn die Punkte kann ich dann wiederum in Bücher einlösen, und schlage damit quasi zwei Fliegen mit einer Klappe. Mal schauen, wie schnell der DHL jetzt ist, und dann bin ich gespannt auf das Lesefeeling und auf die ersten Fotos.

Apropos Fotos: Vor ein paar Tagen war mal wieder Vollmond und ich habe kurzerhand ein bisschen mit dem Motiv gespielt. Nach der letzten Gassirunde mit Chase, bei offenem Fenster im Hausflur, mit den Zweigen der Birke vor meinem Haus. Und ich bin ziemlich begeistert und stolz auf diese Fotos, die einfach wirklich toll geworden sind. Seit einige Zeit überlege ich, ein zusätzliches Instagram-Profil für die Fotografie anzulegen, denn thematisch passen sie einfach nicht mehr in den Schattenwege-Feed.

Gleich wird noch der Wocheneinkauf erledigt, denn durch den Feiertag am Samstag wird wohl morgen die Hölle los sein und darauf habe ich keine Lust. Anschließend werde ich auf Bücherjagd gehen und hoffe, dass ich erfolgreich sein werde, denn die Aktion finde ich einfach super und das Buch klingt auch unfassbar gut. Und ich hab ja auch nichts zu lesen im Regal *hüstel* :D

Das waren meine Leselaunen für die aktuelle Woche. Ich hoffe, sie haben euch gefallen und wir sehen uns (spätestens) nächste Woche wieder hier. Würde mich freuen :)

Dieser Beitrag ist Teil 8 von 28 aus der Serie: Leselaunen 2021 | Zeige alle Teile

Teil 1: Leselaunen 2021 #1 – Ein Wiederbelebungsversuch

Teil 2: Leselaunen 2021 #2 – Berufswirrwarr vs. Bingewatching

Teil 3: Leselaunen 2021 #3 – Über richtiges Timing, Wiedereinstieg und Fellnasen

Teil 4: Leselaunen 2021 #4 – Seifenblasenleben auf Zeit?

Teil 5: Leselaunen 2021 #5 – Rückkehr zum multimedialen Lesen

Teil 6: Leselaunen 2021 #6 – Leseflaute und Hörhoch

Teil 7: Leselaunen 2021 #7 – Booknerdproblems hoch zwei

Teil 8: Leselaunen 2021 #8 – Wenn man mehrgleisig fährt

Teil 9: Leselaunen 2021 #9 – wellenförmiges Auf und Ab

Teil 10: Leselaunen 2021 #10 – Leseflaute ahoi!

Teil 11: Leselaunen 2021 #11 – Licht am Leseflautenhorizont

Teil 12: Leselaunen 2021 #12 – Putz- und Schreib- statt Lesemarathon

Teil 13: Leselaunen 2021 #13 – Neuer Monat, neuer Job, neue Lektüre

Teil 14: Leselaunen 2021 #14 – Von Lesewagnissen und Wetterfühligkeiten

Teil 15: Leselaunen 2021 #15 – Müde, müde, müde!

Teil 16: Leselaunen 2021 #16 – Ein leichtes Lesehoch und ein sehr dünnes Nervenkostüm

Teil 17: Leselaunen 2021 #17 – Zum Monatsende noch mal mit Vollgas durchs Bücherregal

Teil 18: Leselaunen 2021 #18 – Schwere Lektüre und schweres Gemüt

Teil 19: Leselaunen 2021 #19 – Zehn Jahre Schattenwege und kein Gewinnspiel

Teil 20: Leselaunen 2021 #20 – Stimmungsachterbahn, aber mit guter Lektüre

Teil 21: Leselaunen 2021 #21 – Manchmal ist Stabilität alles

Teil 22: Leselaunen 2021 #22 – Besuch, Lesezeit, Gesprächsbedarf und ein bisschen Action

Teil 23: Leselaunen 2021 #23 – Hölle, Sex und viel zu realistische Dystopien

Teil 24: Leselaunen 2021 #24 – Instajail, Außendienst und diverse Neuzugänge

Teil 25: Leselaunen 2021 #25 – Produktive Lesezeit und Impfnachwehen

Teil 26: Leselaunen 2021 #26 – Schlagfertige Nerds und schwere Kost

Teil 27: Leselaunen 2021 #27 – Jede Menge Musik und Debüts

Teil 28: Leselaunen 2021 #28 – Keine Lust auf irgendwas


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