Leselaunen 2021 #9 – wellenförmiges Auf und Ab

Die Leselaunen sind eine Aktion, die mittlerweile die liebe Jill vom Letterheart Bücherblog hostet. Bei dieser Aktion geht es darum, die eigene Leselaune einmal die Woche zu reflektieren. Neben der normalen Leseliste ist dies eine schöne Möglichkeit, Stimmungen festzuhalten und den Fortschritt der eventuell vorhandenen Leseplanung zu beobachten. Und es hilft sicherlich auch beim späteren Schreiben der Rezensionen, denn ich gehöre leider nicht zu denjenigen, die sich während des Lesens Notizen machen. Sollte ich mir vielleicht mal angewöhnen.

Beendete Lektüre(n)

Wie letzten Donnerstag abgekündigt, habe ich am Freitag „The Dry“ von Jane Harper beendet. Trotz seiner Längen konnte mich das Hörbuch gut unterhalten, und vielleicht nehme ich mir irgendwann in Ruhe die Zeit und lese die Geschichte auch noch einmal. (Haha, der war gut, wir wissen alle, dass dafür nie genug Zeit übrig bleiben wird.)

Auch „Flaming Clouds“ von Gabriella Santos de Lima habe ich am Freitag noch durchgezogen. Zum einen, weil ich es unbedingt hinter mich bringen wollte, zum anderen kam ein gelesenes Buch mehr auf dem Rückblick-Foto einfach gut. Einige Dinge habe ich sehr gemocht, vieles aber auch nicht, und obwohl die Geschichte im Großen und Ganzen kurzweilig war und ganz nett für zwischendurch ist, werde ich die Reihe nicht weiterlesen. Dafür hat mich dann doch zu viel gestört.

Ganz ähnlich verhält es sich mit „Trauma“ von Angélique Mundt, das mich zu Beginn sehr begeistern konnte. Diese Begeisterung hielt bis etwa zur Hälfte an, dann wurde dem Leser ein offensichtlicher Täter geliefert, was aber einfach zu einfach war. Spätestens das letzte Drittel des Buches hat mich dann allerdings immer mehr gefrustet. Ging mir irgendwie alles zu schnell und am Ende sind mir zu viele lose Fänden ins Leere gelaufen. Ich muss das noch ein bisschen sacken lassen, aber die Rezi kommt bald, spätestens nächste Woche.

Aktuelle Lektüre(n)

Mein zweites BuddyRead „Geiger“ von Gustaf Skördemann, bereitet mir tatsächlich ein wenig Schwierigkeiten. Ich liebe weiterhin den Schreibstil und bin irrsinnig neugierig auf die ganzen Zusammenhänge mit der DDR, Schweden und der Stasi. Leider hat sich der zweite Abschnitt überwiegend mit persönlichen Mid-Life-Crisis-Gedanken einer der Ermittlerinnen befasst, was für mich ziemlich anstrengend zu lesen war. Daher bin ich bisher noch nicht weitergekommen und sträube mich ein wenig vor dem Weiterlesen.

Daher habe ich mir für die neue Woche gleich drei neue Bücher vorgenommen.
„Dein böses Herz“ von Paul Buderath lieferte einen enorm spannenden Einstieg und hat außerdem meinen neuen Tolino eingeweiht. Das Buch darf zwar erst Ende des Monats besprochen werden, aber ich konnte einfach nicht widerstehen und habe schon die ersten zehn Kapitel inhaliert. Es verspricht in jedem Fall noch spannend zu werden und hoffentlich auch zu bleiben.

Parallel dazu begleitet mich „Fadeaway“ von Anabelle Stehl und hat mich bereits auf den ersten Seiten mehr überzeugt als sein Vorgänger. Ich bin sehr angetan von der Thematik. Es liest sich unfassbar gut weg, wenn ich nicht gerade zu müde bin, und ich bin guter Dinge, es im Laufe des Wochenendes zu beenden. Was ich auch muss, da hier die Frist für die Besprechung immer näher rückt und zwingend eingehalten werden muss.

Und schließlich habe ich endlich zum Leserundenbuch „Das Haus des Leuchtturmwärters“ von Kathleen Freitag gegriffen. Hier bin ich, glaube ich, die letzte in der Runde, und spannenderweise dreht es sich in der Geschichte ebenfalls um die DDR. Ich liebe die Beschreibungen, die sofort das Meerweh wecken, und bin sehr begeistert von den authentischen Charakteren. Nach fünfzig Seiten kann ich ansonsten noch nicht viel sagen, bin aber gespannt auf die weitere Entwicklung. Der Prolog deutete auf jeden Fall schon eine bestimmte Richtung an.

Nicht in der Collage, aber trotzdem auf jeden Fall erwähnenswert ist mein Testleseprojekt, das ich gestern Abend auch endlich angefangen habe. Die ersten 90 Seiten werfen schon viele Fragen auf und ich freue mich darauf, beim Schaffensprozess mitwirken zu können. Mal schauen, wie es sich am Ende auswirkt. Habe aus erster Hand nämlich erfahren, dass zwischen einem Testlese- und dem finalen Manuskript manchmal extreme Welten liegen können …

Momentane Lesestimmung

Die Leselust hält sich, abgesehen vom „Geiger“-Frust, auf einem recht stabilen Niveau. In den letzten Tagen bleib der Fernseher tatsächlich auch mal aus und ich hab, statt Serie zu bingen, einfach gelesen. Könnte zwar immer besser, aber auch extrem viel schlechter laufen. Es sind auch neue Bücher eingezogen, auf die ich schon ganz heiß bin, daher hoffe ich, dass sich nicht wieder ein Abwärtstrend entwickelt und ich spätestens im Urlaub (noch zwei Wochen) ausgiebig an meinem SuB arbeiten kann.

Leider habe ich momentan auch schon wieder nicht so große Lust, meine To-Write-Liste in Angriff zu nehmen, was neben dem schlechten Gewissen auch ein wenig Druck verursacht. Ich versuche aber, das in meinem Kopf nicht zu groß werden zu lassen, denn die Erfahrung zeigt ja, dass auch die Schreibmotivation in Wellen kommt. Also warte ich auf die nächste große Welle, die mich mitreißt und ganz viele Gedanken aus dem Kopf befreit.

Zitat der Woche

„Wenn die Erinnerung einsetzt, ist der Schmerz am größten.“
(aus „Trauma“ von Angélique Mundt)

Und sonst so?

Ansonsten ist alles beim Alten. Langsam macht sich ein komisches Gefühl breit, ab Juni erst mal wieder normal ins Büro zu fahren und nicht mehr im HomeOffice zu sein. Mit der neuen Stelle beginnt eben auch eine neue Einarbeitungszeit, und ich weiß gar nicht, ob danach überhaupt HomeOffice angedacht ist. Ist ja bei Assistenzen immer so eine Sache, aber ich lasse mich mal überraschen.

Die Buchjagd letzten Donnerstag hat mich übrigens mehr frustriert als alles andere, aber ich versuche, das Positive daran zu sehen und freue mich über keine Ahnung wie viele Kilometer, die ich auf dem Fahrrad verbracht habe. Auf jeden Fall hat mir die körperliche Bewegung sehr gut getan und ich konnte zumindest in der Nacht sehr gut ein- und durchschlafen, auch wenn mir noch zwei Tage später alles wehgetan hat.

Für heute Nachmittag stehen auch schon wieder Draußen-Pläne an und ich hoffe, dass das Wetter einigermaßen stabil bleibt, zumindest bis die Hunderunde erledigt ist und ich in der Bahn sitze. Nach vielen Monaten werde ich heute nämlich endlich mal eine Buchhandlung aufsuchen und ein bisschen Bücherluft schnuppern, die nicht meine eigene oder in der Bücherhalle ist. Vielleicht zeige ich euch dann nächste Woche, welche Bücher mit nach Hause kommen durften.

Das waren meine Leselaunen für die aktuelle Woche. Ich hoffe, sie haben euch gefallen und wir sehen uns (spätestens) nächste Woche wieder hier. Würde mich freuen :)


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